SGSH-Kampf nicht belohnt

"Team der Stunde" nimmt auch Hürde am Löh

+
Spielmacher Kiki Born siegte mit dem LTV am Löh.

SCHALKSMÜHLE – Die Leistung war aller Ehren wert, doch für Zählbares reichte sie gegen einen starken Gast nicht: Die SG Schalksmühle-Halver unterlag im ersten Heimspiel 2014 vor 400 Zuschauern am Samstagabend am Löh dem Tabellenfünften Leichlinger TV 32:35 (14:15). Der Sieg der Blütenstädter war letztlich verdient – obwohl die SGSH den hohen Favoriten reichlich geärgert hatte.

Der Blick auf den Spielbericht ließ vor dem Anpfiff für die SGSH Schlimmes erahnen. Sowohl bei Maciej Dmytruszynski (Oberschenkel-Zerrung) als auch bei Florian Diehl (Halsentzündung) reichte es nicht für einen Einsatz gegen den Vizemeister des Vorjahres. Ohne diese beiden Leistungsträger, die in Hagen maßgeblichen Anteil am Punktgewinn gehabt hatten, war aus dem Außenseiter SGSH ein krasser Außenseiter geworden. Was sollte dem Gast schon passieren?

Vielleicht dachte das Team aus Leichlingen in diese Richtung – und war ordentlich überrascht. Nach fünf Minuten und zwölf Sekunden legte LTV-Manager Frank Lorenzet, der am Löh nach längerer Abstinenz in Vertretung für den Urlaub weilenden Sportlichen Leiter auf der Bank die Fäden in der Hand hielt, die grüne Auszeit-Karte. Da stand es 6:2 für eine SGSH, die aus der Not eine Tugend gemacht und angetrieben von einem starken Stuhldreher wie entfesselt losgelegt hatte. Verkehrte Welt am Löh? Nur sechs Minuten lang. Nach der Auszeit fing sich der Gast, legte in der Abwehr zu – fortan musste die SGSH für jedes Tor viel härter arbeiten. Beim 8:8 glich Munkel erstmals aus (17.), beim 10:13 (25., Menzlaff) und 12:15 (29., Born) schien die Partie ihren befürchteten Lauf zu nehmen.

Formella-Tor übers ganze Feld

Die SGSH war indes am Samstagabend nicht allein mutig – sie war dem körperlich so präsenten Team auch unbequem und lästig. Schon vor dem Wechsel hatte Mathias Grasediek in den letzten Minuten eine offene Manndeckung angeordnet. In der erwarteten Hektik gewannen die Gastgeber Bälle und kamen Sekunden vor dem Pausenpfiff durch ein Formella-Tor übers ganze Feld auf 14:15 heran. Es war ein Schlusspunkt, der gut zum ersten Abschnitt passte – unter vielen guten SGSH-Akteuren war Dominik Formella einmal mehr der beste gewesen.

Nach der Pause machte die SGSH im gleichen Abwehrtakt weiter – nur, dass der Erfolg nun ausblieb. „Wir wollten die Leichlinger müde laufen, weil sie mir teilweise etwas schwergewichtig erscheinen“, erklärte Mathias Grasediek die SGSH-Motivation, „aber die Leichlinger haben das sehr gut gespielt. Und wir haben in der Vorwärtsbewegung einfach zu viele Bälle weggeworfen.“ Vor allem der frisch eingewechselte Achim Jansen über die rechte Außenbahn und Torschützenkönig Jens-Peter Reinarz, der Jan Stuhldreher dreimal in Folge eindrehte, widerlegten die SGSH-Idee eindrucksvoll. Aus dem 14:15 wurde ein 19:25 (40.). Wieder schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen. Und wieder zeigte die SGSH eine Reaktion.

Sehen Sie hier mehr Bilder zum Spiel

SGSH verliert erstes Heimspiel des Jahres gegen den Leichlinger TV

Mit der Einwechselung von Mareks Skabeikis und der Rückkehr ins normale Abwehrsystem war die Leichlinger Dominanz gebrochen. Sechs Minuten später verkürzte Alex Brauckmann auf 24:27. Die SGSH war wieder im Spiel. Es war ein stetiges Auf und Ab. Eine Zeitstrafe für Daniel Buff nutzten die Pirates, um wieder Oberwasser zu gewinnen. Aus dem 24:27 wurde ein 26:33 (54.). Die Partie war nun verloren – aber die SGSH ist in dieser Saison Experte für wundersame Wendungen in aussichtsreichen Situationen. Und so machte sie einfach weiter – nun waren es Marc Oberste und Dennis Hermann, die das Grasediek-Team nochmals bis auf 32:34 heranbrachten. Aber da waren es nurmehr 20 Sekunden.

So setzte Maik Schneider den Schlusspunkt für einen Gast, der seine Siegesserie auf 14:0-Zähler ausgebaut hat und im Klassement an den in Krefeld unterlegenen Hagenern vorbeigezogen ist auf Rang vier. Die SGSH hat als Tabellenzwölfter weiter drei Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Und nicht nur deshalb zeigte sich Trainer Mathias Grasediek nach aufregenden 60 Minuten positiv gestimmt. „Mit dieser Leistung bin ich wirklich sehr zufrieden“, sagte er, „ohne Florian und Maciej hatte ich gegen diesen Gegner viel Schlimmeres befürchtet.“

 

Thomas Machatzke

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare