Handball, 3. Liga West

SGSH ist zurück auf dem Abstiegsplatz

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Comeback ohne Tor: Florian Diehl.

Soest - Die SG Schalksmühle-Halver ist in der 3. Liga West zurück auf einem Abstiegsplatz: Das Kellerduell beim Soester TV verlor das Markovic-Team nach einer in der zweiten Hälfte ganz schwachen Leistung am Sonntag im ausverkauften Börde-Berufskolleg verdient 25:29 (9:10).

Die Anfangsminuten standen im Zeichen der Nachwehen des Vorwochenendes: Beim STV war nach der Niederlage beim Schlusslicht in Habenhausen die Unsicherheit riesengroß, die SGSH dagegen agierte nach dem Heimsieg gegen Minden II gerade in der Defensive mit breiter Brust und harter Hand, hatte dabei ein wenig Glück, dass die Referees zunächst relativ wenig bestraften. 

Die SGSH – mit dem genesenen Florian Diehl in der Rückraum-Mitte – legte zwar stets einen knappen Vorsprung vor, machte aber schon jetzt zu wenig aus ihrer gefühlten Überlegenheit. Während die Soester extrem mühsam für jedes Tor hart arbeiten mussten, suchte die SGSH eine Spur zu schnell den Abschluss und ließ schon jetzt zu viele Chancen aus. Bis zum 7:9 (23., Mayer) schien der Gast dennoch auf Kurs. Die Soester Verzweiflung gegen das 6:0-Bollwerk der SGSH war nach 23 Minuten und einer STV-Auszeit sogar so groß, dass Dirk Lohse in Gleichzahl den siebten Feldspieler brachte – sogar einmal mit Erfolg. 

So kämpfte sich der STV über eine starke Defensive, die auch ohne Vukoja (Rote Karte nach hartem Einsteigen gegen Weßeling, 18.) im Innenblock bis zur Pause gegen den SGSH-Shooter-Rückraum (Weßeling, Mayer, Eskericic) kein Tor mehr zuließ, zurück und nahm eine 10:9-Führung mit in die Kabine. Das war überaus überraschend nach den ersten 20 Minuten, in denen die SGSH dominiert hatte. 

25:29-Niederlage der SGSH beim Soester TV

In die Karten spielte den Gastgebern auch, dass die SGSH mit der Hereinnahme von Malte Müller auf ein 3:2:1-System umgestellt hatte. Die Abwehr war nun nicht mehr so sattelfest wie zu Beginn, eröffnete dem STV mehr Räume über den Kreis. Zu Beginn des zweiten Durchgangs war die Torfrequenz auch deshalb eine höhere bei einem Kampf auf Augenhöhe (15:14, 39.; 19:18, 45.). 

Rote Karte für Achim Jansen

Die SGSH hatte inzwischen Rechtsaußen Achim Jansen verloren, der beim Gegenstoß Schönle ziemlich ruppig gefällt hatte (41., Rote Karte). Maßgeblich dafür, dass die Partie fortan kippte, waren indes andere Dinge. Die SGSH holte ähnlich wie schon in Neuss im Angriff gegen die 6:0-Abwehr zu sehr die Brechstange heraus. Gegen einen leidenschaftlich kämpfenden STV-Verband und den guten Ex-SGSH-Keeper Dennis Zielony führte dies zu vielen Ballverlusten, die zudem zu häufig auch einfachen technischen Fehlern geschuldet waren. 

Die Soester dagegen machten aus ihren bescheidenen Rückraum-Ressourcen mehr, weil sie mit Köpfchen und mit ganz viel Herz spielten. Gerade die Loer-Brüder deckten zunächst die Schwächen des 3:2:1-Verbandes auf, später nach der SGSH-Rückkehr ins 6:0-System suchten sie in ihren Spielformen immer wieder den Abschluss über die Halbposition und Eskericic, der in den Zweikämpfen mit beiden nicht glücklich agierte. So wurde aus dem 19:18 ein 22:19 (49.) und aus einem 22:21 (50.) bald ein 26:22 (56.). Zu diesem Zeitpunkt feierte der Soester Anhang sein Team bereits mit Standing-ovations. Für die SGSH war es nun eine kleine Demütigung, ein Abend zum schnellen Vergessen.

STV: Dennis Zielony, Birk Muhr (n.e.) – Max Loer (7/1), Axel Loer (6), Alexander Brauckmann (4), Luis Gran (3/2), Finn Voss-Fels (2), Kevin Bekel (2), Anton Schönle (2), Alexander Bauerdick (1), Julian Vukoja (1), Benni Haake (1), Robin Bekel, Jan Strohdeicher (n.e.)
SGSH: Nicholas Plessers, Dominik Formella (39.-49.) – Lutz Weßeling (8/3), Dominic Luciano (4), Julian Mayer (3), Malte Müller (2), Kristian Eskericic (2), Todor Ruskov (2), Achim Jansen (1), Jacek Wardzinski (1), Maciej Dmytruszynski (1), Moritz Eigenbrodt (1), Florian Diehl
Schiedsrichter: Marcel Brückner und Thorsten Zimmermann (Bottrop/Königsforst)
Beste Spieler: Zielony, A. Loer, M. Loer, Schönle – Luciano
Zeitstrafen: STV 1 + Rote Karte gegen Vukoja (17:01, grobes Foulspiel gegen Weßeling), SGSH 6 + Rote Karte gegen Jansen (40:54, grobes Foulspiel gegen Schönle)
Siebenmeter: STV 2/5 (verworfen: M. Loer, Gran und Brauckmann), SGSH 3/4 (verworfen: Mayer)
Spielfilm: 0:2 (5.), 2:2 (7.), 3:5 (11.), 5:7 (18.), 7:7 (20.), 7:9 (23.), 10:9 (Halbzeit); 11:11 (33.), 13:13 (36.), 17:14 (41.), 19:18 (45.), 22:19 (48.), 22:21 (50.), 26:22 (56.), 28:23 (58.), 29:25 (Ende)
Zuschauer: 550 (ausverkauft)

Trainerstimmen: "Ein verdienter Soester Sieg"

Dirk Lohse (Trainer STV): „Wir haben bereits in den Spielen zuvor gezeigt, dass wir mithalten können, deshalb ist das keine Riesensensation. Wir sind von der Entwicklung noch nicht so weit, dass wir das konstant so spielen können. Aber mir ist eine Niederlage in Habenhausen und nun der Sieg vor eigenem Publikum lieber als umgekehrt – und das ist auch für die Stimmung besser.“ 
Dragan Markovic (Trainer SGSH): „Ich gratuliere dem Gegner zu einem absolut verdienten Sieg. Wir waren zu dumm, haben in einem so wichtigen Spiel viel zu viele technische Fehler gemacht. Die Soester waren in der zweiten Halbzeit cleverer und ruhiger.“

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