Niederrhein-Champion siegt am Schalksmühler Löh

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Zwei Hauptdarsteller des Abends: Daniel Krüger und NHV-Keeper Nico Nothen.

SCHALKSMÜHLE – Dritte Niederlage im vierten Heimspiel: Die SG Schalksmühle-Halver unterlag am Samstagabend dem Neusser HV vor 350 Zuschauern am Löh 27:29 (12:17). Das Duell zwischen dem Westfalenmeister und dem Niederrhein-Champion der vergangenen Saison ging verdient an das Witte-Team, das die Partie 45 Minuten fest im Griff hatte, dann allerdings noch gehörig wackelte. Wie schon vor einer Woche in Korschenbroich verpasste die SGSH indes einen späten Punktgewinn.

Die erste Hälfte hatte viel Frustrations-Material für die Gastgeber bereit gehalten. Die kecken Gäste aus Neuss machten ihr Ding. Und das funktionierte richtig gut. Im Angriff bauten die Rheinländer schwungvoll Druck auf und nutzten jede sich bietende Gelegenheit über den starken Rückraum mit Mailänder, Todtenhöfer und Bahn sowie den sehr effizienten Kreisläufer Schneider mit vollem Herz und ungemeiner Konsequenz. In der Defensive konfrontierten die Neusser die SGSH mit einer sehr laufbereiten 6:0-Abwehr, hinter der die Paraden von Nico Nothen immer wieder Ballgewinne generierten. Es war ein stimmiges Konzept.

Bei der SGSH dagegen funktionierte erst einmal wenig. Die 3:2:1-Abwehr zum Beispiel mühte sich so lange erfolglos, bis sie von einem 6:0-System abgelöst wurde. Nachhaltige Besserung brachte dies indes nicht. Mareks Skabeikis verlor das Torwartduell diesmal auch klar. Dazu kam vorne ohne den verletzten Maciej Dmytruszynski vor allem zu wenig Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Egal in welcher Formation – ein rechtes Mittel gegen die 6:0-Abwehr fand die SGSH aus der Distanz nicht. Immerhin Daniel Krüger traf über die Außenbahn sehr gut. So stand es zur Pause 12:17. Ein Ergebnis, das nicht zufällig zustande gekommen war, sondern sehr gut die Kräfteverhältnisse abbildete.

Nach der Pause änderte sich an diesen Kräfteverhältnissen zunächst nichts. Bis zum 17:23 (44.) deutete wenig bis nichts darauf hin, dass eine Wende noch einmal möglich sein würde. Allein die Paraden von Dominik Formella vielleicht. Wenn schon eine einzige Initialzündung fehlte, so waren es vielleicht diese Paraden und der eine oder andere Pfiff der Referees, die auf einmal Stimmung in die Halle brachten. Es war nun „Löh-Atmosphäre“ pur. Und der Gast wackelte auf einmal, wobei dies womöglich auch dem Umstand geschuldet war, dass bis Minute 45 alle Leistungsträger durchgespielt hatten und nun zumindest Bahn eine Pause erhielt.

Beim 22:24 (48.) war die SGSH jedenfalls wieder auf Schlagdistanz, beim 24:24 durch Oberste (53.) gelang der erste Ausgleich. Dazwischen hatte eine Szene die Halle zusätzlich in Rage gebracht: Beim Einlaufen hatte Mailänder Daniel Krüger auflaufen lassen. Krüger war gefallen. Die Referees berichteten später, einen Revanche-Tritt von Krüger beobachtet zu haben. Mailänder erhielt zwei Minuten, Krüger die rote Karte. Die Halle kochte.

Die Partie hätte nun kippen können, doch sie kippte nicht. Drei Nothen-Paraden in Serie brachten Neuss wieder nach vorne (24:26, 55.). Und diese Führung ließ sich der NHV trotz weiterer Glanztaten von Dominik Formella nicht mehr nehmen. Für die SGSH blieb Frust und die Erkenntnis: Gegen das starke Neusser Kollektiv waren der späte Kampfgeist und ein überragender Keeper unterm Strich zu wenig für einen Erfolg.

Thomas Machatzke

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