Gefühlter Punktverlust für den Außenseiter

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Leidenschaftliche Abwehr: Jan Stuhldreher (rechts) und Florian Diehl (Mitte) bekämpfen in dieser Szene gemeinsam Christian Rommelfanger. Die Leistungsträger des TVK kam am Samstagabend in Halver nicht wie gewohnt zum Zuge.

HALVER - Ein Remis gegen den Tabellenfünften muss für ein Kellerkind nicht immer nach Punktgewinn schmecken: Das 26:26 (11:10) der SG Schalksmühle-Halver am Samstagabend vor 500 Zuschauern an der Halveraner Mühlenstraße gegen den TV Korschenbroich war nach einer starken Vorstellung der Grasediek-Schützlinge und einer 25:22-Führung (56.) ein gefühlter Punktverlust.

Von Thomas Machatzke

Nach sechs Spielen ohne Sieg kam die SGSH zunächst mühsam in die Partie. Zu oft blieb Paul Keutmann, der im Korschenbroicher Tor den Vorzug vor dem Litauer Almantas Savonis erhalten hatte, gegen die SGSH-Werfer Sieger. Auf der anderen Seite arbeitete die Abwehr der Hausherren – mit dem angeschlagenen Dmytruszynski im Zentrum und Marc Oberste davor auf der für ihn ungewohnten vorgezogenen Position – sehr ordentlich. Bis zur ersten Auszeit (11:07) blieben Tore Mangelware (2:3).

Allmählich löste sich die Offensiv-Blockade aber. Spielerisch ansprechender und mit mehr Tempo und Entschlossenheit in den Torwurf-Aktionen drehten die Gastgeber die Partie zum 7:5 (20.). Florian Diehl war dabei nach seiner langen Pause mehr als nur ein belebendes Element – er war auf die gesamte Spieldauer gesehen das größte Problem für die Korschenbroicher Defensive.

Zur Pause führte die SGSH knapp 11:10, kam dann aber richtig gut in den zweiten Durchgang hinein. Vor allem Jan Stuhldreher und Florian Diehl entwickelten nun viel Zug zum Tor, lebten jenen Mut vor, den sich Trainer Mathias Grasediek gewünscht hatte. Bald stellte der TVK die Abwehr um, nahm Dmytruszynski aus dem Spiel heraus und deckte 5:0, um weniger Durchbruchräume zu lassen.

Das schnelle 14:11 (35.) verteidigte die SGSH bis zur 40. Minute (17:14). Es folgten vier Angriffe in Serie ohne Torerfolg – der TVK nutzte dies, um auf 17:16 heranzukommen. Mehr ließ Dominik Formella nicht zu. Allein seine Gegenstoß-Parade gegen den schnellen Zimmermann war dabei das Eintrittsgeld wert. Wer ein Bild von Entschlossenheit auf dem Parkett suchte, musste am Samstagabend nur in Formellas Gesicht schauen.

Oberste sicher vom Siebenmeterpunkt

Seine Paraden waren es auch und zudem die verwandelten Siebenmeter von Marc Oberste, die der SGSH bald wieder einen Drei-Tore-Vorsprung bescherten (21:18, 49.). Aber der Gast vom Niederrhein ließ sich nicht abschütteln. Zwar war es nicht der Abend des Christian Rommelfanger – ihn hatte die SGSH bemerkenswert gut im Griff. Dafür übernahmen Spielmacher Christoph Gelbke und Kreisläufer Marcel Görden im ersten Einsatz nach längerer Verletzungspause Verantwortung und erzielte wichtige Treffer.

Als Alex Brauckmann nach 56 Minuten aber zum 25:22 traf, schien die Partie eigentlich auf dem allerbesten Weg für den Außenseiter. Die Halle stand hinter dem Team, was sollte da noch passieren? Eine Menge eben. Ronny Rogawska bemühte eine letzte Auszeit, Dmytruszynski erhielt eine Zeitstrafe, Stuhldreher verlor zweimal in Folge vorne den Ball. So glichen Mestrum und Rommelfanger in Überzahl sowie ein völlig freistehender Oesterwind direkt danach zum 25:25 aus.

Görden erzielt den Ausgleich

Als dann Mestrum auf die Strafbank musste und Florian Diehl mit seinem siebten Tor des Abends zum 26:25 traf, war der Sieg wieder in greifbarer Nähe. Doch auch in Unterzahl spielte der TVK die Zeit herunter und fand zehn Sekunden vor dem Ende Görden am Kreis, der einen Siebenmeter herausholte und diesen selbst zum 26:26 verwandelte. Die „schnelle Mitte“ pfiffen die Referees zurück – so gab es keine finale SGSH-Chance mehr, blieb es also beim 26:26. Ein Ergebnis, das am Samstag nur den Gast aus Korschenbroich glücklich machte.

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