SGSH-Gastspiel in Wiesbaden

Eine Vereinsfahrt ins Hessenland

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Mit der SGSH ins Hessenland: Jacek Wardzinski.

Schalksmühle - Herbstferien in Nordrhein-Westfalen – Reisezeit für die SG Schalksmühle-Halver: Ein Jahr nach dem Kollektivtripp des halben Vereins nach Varel an die Nordsee („Hurra, hurra, das ganze Dorf ist da!“) geht es diesmal gen Süden. Am Samstag starten zwei SGSH-Busse nach Wiesbaden. Ziel: Die Sporthalle am Elsässer Platz, in der die HSG VfR Wiesbaden zu Hause ist.

Von Thomas Machatzke

In der hessischen Landeshauptstadt wartet auf den Handball-Drittligisten aus dem Sauerland ab 18 Uhr komplettes sportliches Neuland. Die HSG VfR Wiesbaden spielte in der vergangenen Saison noch in der Hessen-Oberliga und hätte nach dem Aufstieg in die Drittklassigkeit gerne viele attraktive Hessen-Derbys bestritten. Die übrigen Hessenklubs spielen indes alle in der 3. Liga Ost. Nur Wiesbaden ist in die West-Staffel gekommen. Für den Aufsteiger ist das doppelt schwierig. Sportlich – die Hessen haben sich mit erst zwei Pluspunkten im Tabellenkeller angesiedelt – ohnehin. Aber auch logistisch. Zuletzt spielte die HSG in Zweibrücken. Es war die kürzeste Auswärtsfahrt der Saison, aber sie war 145 Kilometer lang. Die Schützlinge von Stephan Metz lernen dieser Tage nicht nur viele neue Hallen kennen – sie verbringen auch viel Zeit in Reisebussen.

Für die SGSH ist Wiesbaden eine willkommene Gelegenheit zu einem Auswärtsspiel mit Event-Charakter für den Klub. Ferienbedingt haben alle übrigen SGSH-Teams spielfrei. Also war es nicht schwierig, die Busse zu füllen. „Wir freuen uns natürlich, dass uns so viele Fans unterstützen wollen“, sagt Co-Trainer Axel Meyrich und verspricht den Handballreisenden eine ganz andere SGSH als vor Wochenfrist.

Wo geht's nach Wiesbaden? - Mateusz Rydz zeigt die Richtung...

Einsichtig und selbstkritisch seien seine Schützlinge am Montagabend bei der Nachbereitung des Ratingen-Spiels gewesen, sagt Meyrich, der in dieser Woche beim Training alleinverantwortlich war, weil Chefcoach Mathias Grasediek im Urlaub weilte. „95 Prozent der Spieler sind weit unter Normalform gewesen. Das kann und wird uns nicht noch mal passieren“, sagt der Halveraner und formuliert nach den Ratingen-Erfahrungen noch mal ganz konkret: „Für uns geht alles nur über harte Arbeit. Niemand soll denken, wir könnten irgendeinen Gegner der Liga einfach so auseinanderspielen. Für Erfolge müssen wir hart arbeiten.“

Feldmann und Dmytruszynski angeschlagen

Im Training stand vor allem der Angriff im Fokus. Wurfsituationen und Durchbrüche von den Halbpositionen, das Annehmen von körperbetonten Zweikämpfen, die Fähigkeit, eine Abwehr durch hohes Tempo in Bewegung zu bringen – wichtige Aspekte der Trainingswoche, in der Meyrich mit Handicaps zu kämpfen hatte. Marc Oberste plagt eine Verletzung im Leistenbereich. Die endgültige Diagnose steht aus, eine Pause von vier bis sechs Wochen hat Teamarzt Carsten Lueg indes avisiert. Neben Oberste fehlten am Montag und Dienstag auch Christian Feldmann und Maciej Dmytruszynski auf dem Trainingsparkett. Feldmann hatte im Spiel gegen Ratingen einen Schlag aufs Knie bekommen, Dmytruszynski klagt weiter über Probleme am Oberschenkel. Dazu kam, dass Mateusz Rydz aufgrund einer Grippe das Dienstag-Training nach 30 Minuten abbrechen musste. „Sie werden wohl spielen, aber man muss abwarten, wie fit sie sind“, sagt Meyrich.

Probleme, die eine auf dem Papier vermeintlich lösbare Aufgabe deutlich schwerer erscheinen lassen. Mit einem leichten Spiel rechnet derweil niemand im SGSH-Lager. Im Gegenteil. „Die HSG pflegt einen ähnlichen robusten Handball zu spielen wie Ratingen“, sagt Meyrich. Zwar nicht mit einer qualitativ so starken 6:0-Abwehr, sondern mit wechselnden Deckungssystemen. Klar aber ist: Am Elsässer Platz wird die SGSH wieder ein körperbetontes Spiel erwarten. Eine Herausforderung, die die SGSH annimmt. „Wir dürfen uns durch irgendwelche Rahmenbedingungen wie Schiedsrichter, Kampfgericht oder Halle nicht ablenken lassen, sondern müssen unser Spiel spielen“, sagt Meyrich. „wir wissen, dass wir das viel, viel besser können als gegen Ratingen. Jetzt müssen wir es in Wiesbaden auch zeigen.“

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