Handball, 3. Liga West

Ohne Merhar gegen Mindener Reserve

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Operation statt Einsatz im Abstiegskampf: Natko Merhar.

Schalksmühle - Vorhang auf zur 22. Runde in der 3. Liga West: Am Samstagabend um 19.30 Uhr erwartet die SG Schalksmühle-Halver in der Halle Löh den TSV GWD Minden II. Es ist das dritte Spiel unter Trainer Dragan Markovic – verbunden mit der Hoffnung, unter dem bosnischen Nationalcoach die ersten Punkte einzufahren.

Vor dem wichtigen Heimspiel an einem Wochenende, an dem die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf vergleichbar leichtere Aufgaben vor der Brust hat, gibt es eine neue Hiobsbotschaft aus dem SGSH-Lager: Natko Merhar soll bereits am Freitag vor dem Spiel bei einem Spezialisten in Berlin operiert werden. Der Versuch, seine Schambein-Entzündung mit Hilfe von Spritzen in den Griff zu bekommen, war somit nicht von Erfolg gekrönt. 

Damit wird Merhar, der zuletzt trotz großer Schmerzen einer der Aktivposten des SGSH-Spiels gewesen ist, gegen Minden und auch in den wichtigen nächsten Wochen fehlen. Die SGSH hat unter der Woche noch einen Versuch unternommen, über Kontakte von Lutz Weßeling in dessen altes Emsdettener Umfeld eine kurzfristige Alternative für die linke Außenbahn aufzutun. Dies hat sich indes zerschlagen. 

So muss Markovic mit dem klarkommen, was vorhanden ist. Florian Diehl zählt gegen die Gäste aus Ostwestfalen noch nicht dazu – nach seiner Knochenhaut-Entzündung am Schienbein darf der Dahlerbrücker frühestens in der nächsten Woche wieder ins Training einsteigen. Für den Samstagabend ist er keine Option. „Es ist schon alles nicht so schön“, sagt Markovic, der daneben auch bei dem einen oder anderen Spieler Wehwehchen beklagt, „ich hoffe aber, dass außer den beiden alle an Bord sind.“ Immerhin Lutz Weßeling hat in dieser Woche wieder problemfrei trainiert. 

Gegen den Tabellenvierten aus Minden wird auch alle Schlagkraft benötigt werden. In der Hinrunde kam die SGSH an der Weser 21:30 unter die Räder, zeigte vor allem in der ersten Hälfte eine ganz schwache Leistung und wurde vom Tempospiel der Mindener Youngster zerlegt. „Eine sehr gute 3:2:1-Abwehr haben die Mindener, dazu einen gut organisierten Gegenstoß“, sagt Dragan Markovic nach seiner Analyse des Gegners, „wir müssen aber vor allem auf uns schauen. Die letzten beiden Spiele haben wir verloren, weil wir an uns selbst gescheitert sind.“ 

Markovic lässt sich beim Matchplan nicht in die Karten schauen

Ob Markovic gegen die so schnellen und ballsicheren Mindener ähnlich wie in Neuss zwei Spieler zwischen Abwehr und Angriff wechseln wird, ließ der 46-jährige Bosnier noch offen. Bei der Spielstrategie mag sich der Bosnier nicht in die Karten schauen lassen. „Wir haben ja noch zwei Trainingseinheiten, sehr wichtige Trainingseinheiten“, stellte er am Donnerstagnachmittag fest. Klar ist, dass zwei Punkte gegen Minden mit Blick auf die direkte Konkurrenz extrem wichtig wären. Der Soester TV spielt beim Tabellenletzten in Habenhausen, der HS Gummersbach/Derschlag II erwartet Varel. Sollten Soest und Gummersbach gewinnen und die SGSH nicht, so hätte die SGSH vor dem Gastspiel in Soest drei Zähler Rückstand auf die Bördestädter, wäre mit den Oberbergischen punktgleich. 

SGSH: Formella, Plessers – Dmytruszynski, Wardzinski, Müller, Mayer, Büchel, Eigenbrodt, Jansen, Luciano, Ludwig, Weßeling, Ruskov, Eskericic

TSV GWD Minden II: Bestes Reserveteam der Liga

Auch wenn die Erstvertretung in diesem Jahr „nur“ in der 2. Bundesliga spielt – was Reserveteams angeht, so ist der TSV GWD Minden II das Maß aller Dinge in der 3. Liga West. Mit 27:15-Punkten ist die GWD-Reserve auf Platz vier einzementiert – nach oben geht wohl nichts, nach unten beträgt der Vorsprung auf Neuss fünf Zähler. Die weitestgehend junge Mannschaft überzeugt dabei mit starken Keepern (Krieter, Räbiger und A-Junior Birlehm), mit einer traditionell starken 3:2:1-Abwehr und gefälligem Tempospiel. Die A-Jugendlichen – allen voran Mats Korte und Max Staar – tun dem Team gut. Da die A-Jugend bereits am Freitagabend gegen Lemgo spielt, dürften beide auch dabei sein. 

Bester Torschütze ist trotz so gestandener Spieler wie Christopher Kunisch oder Marius Traue bisher Tim Roman Wieling (126 Tore). Der schnelle Rechtsaußen kommt aus der A-Jugend und hat den Verlust von Artjom Antonevitch vollauf kompensiert. Wieling spielte derweil vor zwei Wochen fürs Zweitliga-Team in Ferndorf – parallel verlor Minden II in Neuss 27:30. Am Samstagabend hat der TSV GWD Minden in der 2. Bundesliga das Topspiel gegen Coburg. Vielleicht mit Wieling? Die SGSH würde es begrüßen...

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