SGSH-Rumpfteam schlägt sich tapfer

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Kam gegen die 6:0-Abwehr des VfL nicht richtig zum Zug: Julian Mayer.

Schalksmühle – Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver wartet auch nach dem dritten Spiel weiter auf den ersten Sieg. Am Samstagabend bot die stark ersatzgeschwächte SGSH dem Tabellenführer VfL Fredenbeck zwar lange Paroli, stand am Ende beim 27:31 (11:14) aber doch mit leeren Händen da.

Während beim Ex-Bundesligisten Fredenbeck zwar mit dem schwedischen Spielmacher-Neuzugang Sasa Todosijevic (Schulterprobleme) und Leistungsträger Maciek Tluczynski (Meniskus-Verletzung) auch zwei wichtige Spieler ausfielen, musste die SGSH auf Lutz Weßeling, Kristian Eskericic, Achim Jansen, Florian Diehl, Todor Ruskov und zusätzlich auch noch Tobias Fleischhauer (Fußverletzung) verzichten. Maciej Dmytruszynski (Zerrung) und Jacek Wardzinski (Magen-Darm-Infekt) waren nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.

Es waren denkbar schlechte Voraussetzungen für die Gastgeber, aber trotzdem wurde es ein sehr beachtlicher Start. Die „alte SGSH“ plus Natko Merhar zeigte gefälliges Angriffsspiel, Dominik Formella hielt exzellent und nahm auch zahlreiche freie Bälle der Gäste weg, der VfL mühte sich, fand aber nicht recht in die Partie. „Wir hatten Schwierigkeiten, aus dem Bus zu kommen“, sagte Gästetrainer Andreas Ott später und spielte auf die 350-Kilometer-Anreise an. Nach 18 Minuten stand es 10:7, und da hatte die SGSH sogar noch gute Chancen ausgelassen.

SGSH verliert 27:31 gegen den VfL Fredenbeck

In den verbleibenden zwölf Minuten allerdings zollten die Gastgeber dem Tempo Tribut – allen voran der zu Beginn so starke Maciej Dmytruszynski wusste das hohe Offensiv-Niveau erwartungsgemäß nicht zu halten. Dazu kam, dass die SGSH im Rücklauf-Verhalten nun extrem verwundbar war. Ein 1:7-Lauf bis zur Pause folgte bis zum 11:14-Pausenstand. Das war eigentlich zu wenig nach einer zumindest überwiegend ordentlichen Darbietung gegen ein zwar beherzt kämpfendes VfL-Team, das sich allerdings nicht als Über-Mannschaft entpuppt hatte.

Auch nach dem Wechsel war der SGSH kämpferisch nichts vorzuwerfen. Sie versuchte alles, nun auch mit dem ordentlichen Moritz Eigenbrodt und dem nicht ganz so glücklich agierenden Bastian Munkel als Alternativen im Rückraum. Beim 17:18 (38., Eigenbrodt) war Schlagdistanz hergestellt. Doch die Partie sollte nicht kippen, was mit zweierlei Dingen zusammenhing: Zum einen erwiesen sich Jürgen Aniol und Holger Gillmann wie erwartet nicht eben als Heimschiedsrichter. Bei vielen Entscheidungen wähnte sich die SGSH, die eine schon eine längere gemeinsame Geschichte mit den ungeliebten Referees hat, benachteiligt. Und es waren tatsächlich abenteuerliche Pfiffe dabei.

Julian Mayer unter seinen Möglichkeiten

Dazu allerdings kam, dass die Gastgeber immer dann, wenn sie drauf und dran waren, die Partie zu kippen, die Big Points nicht machten. Der Coup gegen den Primus aus dem Norden war möglich, doch es fehlte stets ein bisschen: ob im Abschluss bei freien Bällen, ob in der Rückraum-Leistung – hier blieb als Schütze vor allem Julian Mayer unter seinen Möglichkeiten – oder auch bei der Torverhinderung.

Bezeichnend: Als sich die SGSH nach einem 20:25 (48.) und 24:29 (56.) doch noch einmal auf 27:29 herangekämpft hatte und dem VfL-Angriff mit einer finalen Deckungs-Umstellung mit Feldmann als Positionsverteidiger schwer zusetzte, da gelang Linkshänder Bennet Kretschmer quasi von der Eckfahne das entscheidende 27:30. Ein Ball, der nie und nimmer ins Tor hätte gehen dürfen.

So siegte das Team aus dem Geestland, das als gut funktionierende Einheit auftrat, unterm Strich nicht unverdient. Die SGSH verließ das Parkett nach einer kämpferisch guten Leistung erhobenen Hauptes, aber doch auch mit der Gewissheit: Auch in dieser Besetzung und an diesem Abend wäre gegen Fredenbeck noch ein bisschen mehr möglich gewesen.

SGSH-Tore: Maciej Dmytruszynski (9), Dominic Luciano (5), Jacek Wardzinski (4), Natko Merhar (3), Julian Mayer (2/1), Christian Feldmann (2), Malte Müller (1), Moritz Eigenbrodt (1)

VfL-Tore:  Jürgen Steinscherer (8/6), Bennet Kretschmer (6), Zdenek Polásek (5), Lars Kratzenberg (5), Jonas Vonnahme (3), Maximilian Lens (2), David Oppong (1), Jonas Buhrfeind (1)

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