Haussegen hängt nach Heimpleite schief

Pomadige SGSH unterliegt Soest im Handball-Keller-Duell

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Mann des Abends: Ex-SGSH-Keeper Dennis Zielony.

Halver – Für die Gäste aus Soest war es ein bisschen wie Weihnachten, bei der SG Schalksmühle-Halver dagegen brennt langsam der Baum: 28:30 (13:16) unterlag der Handball-Drittligist den Gästen aus der Bördestadt vor 450 Zuschauern an der Mühlenstraße und enttäuschte dabei auf der ganzen Linie.

Eine Woche nach dem 21:30 in Minden kam die SGSH auch gegen das Team von Trainer Dirk Lohse wieder nicht in die Partie. Das Low-Budget-Ensemble des STV, dem viele in dieser Saison nach dem großen personellen Aderlass so wenig zutrauen, zeigte viel Leidenschaft, drückte aufs Tempo und machte durchaus beeindruckend das Beste aus seinen Möglichkeiten. Drei Dinge, die man von der SGSH an diesem Abend nicht behaupten durfte.

SGSH unterliegt dem Soester TV 28:30

„Bis zum 4:9 war es ein Spiegelbild der Minden-Partie“, sollte Trainer Mathias Grasediek später feststellen. Die SGSH deckte nicht konsequent, wählte keine guten Abschlüsse, scheiterte zudem immer wieder am überragenden Ex-SGSH-Keeper Dennis Zielony im Soester Tor. Dazu kam, dass auch der Rückwärtsgang klemmte, was die Gäste im Allgemeinen und Kevin Bekel im Besonderen freute. Das Schlimmste am 4:9-Rückstand war indes für die SGSH nicht der Rückstand selbst – das Schlimmste war die große Verunsicherung, die nun um sich griff. Zwar verkürzten die Hausherren bis zum 8:10 (18., Eskericic), doch vorne blieb vieles unrund, dazu kamen Abwehrnickerchen und Zeitstrafen, die die SGSH immer wieder zurückwarfen. Zur Pause führten die Soester, bei denen Axel Loer (acht Tore) sich nach seiner Rückkehr aus England als extrem belebend für die Offensive erwies, 16:13, gefühlt hatten sie den Durchgang aber sogar noch klarer dominiert.

Erneuter Einbruch nach 20:19-Führung

Nach dem Wechsel verteidigte der Gast bis zum 16:19 (35.) den Vorsprung, dann flackerte der von Co-Trainer Axel Meyrich geforderte „Neuss-Modus“ auf. Es waren vier starke Minuten der SGSH, vier schwächere des Gastes. Die Halle war geweckt. Nach 38 Minuten führte die SGSH durch den deutlichen Aufwärtstrend zeigenden Julian Mayer (sechs Tore) 20:19. Nun schien der Favorit auf Kurs. „Aber dann ging es nur über unsere Fehler wieder in die andere Richtung“, ärgerte sich Grasediek später. Eine Müller-Zeitstrafe später stand es schon wieder 20:22 (41.), bald gar 22:26 (47.). Da hatte Malte Müller bereits nach dritter Zeitstrafe die Rote Karte gesehen (46:03).

Überragender Zielony setzt die letzten Akzente

Auch an einigen tollen Paraden von Dominik Formella richtete sich die SGSH nicht mehr auf. Auch deshalb nicht, weil zwar weiterhin das Kreisläuferspiel über Dominic Luciano (acht Tore) mehr als passabel klappte, sonst aber wenig bis nichts. Und als die Soester in den letzten zehn Minuten sichtlich müde wurden und sich offensiv immer schwerer taten, da war es Dennis Zielony, der mit seinen Paraden alle Hoffnungen der nun frischer wirkenden Gastgeber im Keim erstickte. Das passte gut zur Partie: Zielony war an alter Wirkungsstätte ohne Wenn und Aber der Mann des Abends, der Sieg der Gäste war zudem hochverdient.

Grasediek: "Ich kann mich nur entschuldigen"

Für die SGSH wird es nach nun 5:11-Zählern – punktgleich mit Soest – vor dem Derby in Volmetal eine Woche der intensiven Ursachenforschung werden. „Ich bin genauso sprachlos wie alle anderen“, bekannte Trainer Mathias Grasediek auf der Pressekonferenz sichtlich nachdenklich, „wenn ich nicht mit voller Motivation gegen einen starken Gegner, der so leidenschaftlich kämpft, auftrete, gerate ich ins Hintertreffen. Die Soester haben heute alles rausgeholt und verdient gewonnen. Wir müssen uns den Vorwurf machen, nicht alles rausgeholt zu haben, allein, was die Laufbereitschaft angeht. Ich kann mich dafür nur entschuldigen. Daran werden wir in dieser Woche intensiv arbeiten.“

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