Markovic-Debüt am Löh

SGSH-Achterbahnfahrt der Gefühle

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Premiere ohne Happyend am Löh: Dragan Markovic.

Schalksmühle - Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver tritt im Abstiegskampf der 3. Liga West auf der Stelle. Zwei Wochen nach dem Heimsieg gegen Varel und zwei Wochen nach der Beurlaubung des Trainergespanns Grasediek/Meyrich unterlag die SGSH bei der Premiere des bosnischen Nationalcoaches Dragan Markovic vor 400 Zuschauern am Löh 28:29 (11:16) gegen die SG Ratingen.

Der Bosnier wartete zu Beginn direkt mit einigen neuen Ideen und Überraschungen auf. So übernahm die vakante Spielmacher-Position Maciej Dmytruszynski - der 35-Jährige war damit nicht nur hinten, sondern auch vorne der Chef. Kristian Eskericic, der mit Todor Ruskov einen Spezialisten-Wechsel vollzog, stand ebenso in der Startformation wie Natko Merhar, den die SGSH nach seiner so langen Verletzungspause fit bekommen hatte. Für Florian Diehl galt dies nicht: Er saß mit seiner Knochenhaut-Entzündung im Schienbein neben Spielmacher Christian Feldmann im Zuschauerblock. Der zuletzt unverzichtbare Malte Müller rotierte aus dem Team, sollte am Ende nur zu einem Zwei-Minuten-Einsatz gekommen sein.

Der Beginn war zäh. Zwar fehlte beim Gast mit Arthur Giela auch der gefährlichste Rückraum-Schütze, so dass sich die Ratinger im aufgebauten Angriff sehr schwer taten. Dafür aber spielte die SGSH den Gästen direkt zahlreiche leichte Bälle im Angriff in die Hand, so dass die gefährlichste Offensivwaffe des „Löwenrudels“, das Tempospiel (vor allem über Linkshänder Mike Schulz), nachhaltig zur Entfaltung kam. Die SGSH lief von Beginn an einem Rückstand hinterher, auch deshalb, weil sie sich vorne gegen den kompakten 6:0-Block extrem schwer tat.

SGSH unterliegt SG Ratingen 28:29

Bis zum 8:10 (21.) war es allerdings noch eine gewisse Schlagdistanz. Bis zum Wechsel änderte sich dies, was zum Teil auch daran lag, dass die Schere der Torwartleistungen noch weiter auseinanderging. Während Mathis Stecken im Ratinger Gehäuse eine tolle Leistung bot, gaben auf SGSH-Seite beide Keeper ein trauriges Bild ab. So zog der Gast bis auf 11:16 zur Pause davon.

Erst betretenes Schweigen, dann ein Hexenkessel

Auch nach dem Wechsel trat zunächst keine Besserung ein, im Gegenteil: Das 13:16 (32.) war nur ein Strohfeuer, dem beim Gastgeber die totale Flaute gepaart mit der totalen Stille in der Halle folgte. Bis auf 13:20 enteilte das Breuer-Team, war auch beim 16:23 (43.) noch auf Kurs - und brach dann komplett ein. Gedanklich vielleicht zu sicher und zudem mit sichtlich schwindenden Kräften gelang Ratingen nun fast nichts mehr. 

Die SGSH witterte Morgenluft, allen voran durch einen wie entfesselten Natko Merhar, aber auch die Wurfkraft von Weßeling und Eskericic. Die Halle erwachte - aus dem Operettenpublikum von zehn Minuten vorher wurde eine lautstarke Masse, die die Löh-Halle in einen Hexenkessel verwandelte.

Simon Breuer nimmt die Dinge in die Hand

Spätestens beim 20:23 (46.) war allen klar: Hier geht noch was für die SGSH. Spätestens beim 25:24 (52.) sprach alles für die Gastgeber. Die Kraftreserven, der psychologische Vorteil, der Hexenkessel. Das Spiel war gedreht, aber es blieben acht Minuten. Acht Minuten mit drei Klasse-Paraden von Stecken und einer Mischung aus SGSH-Pech (Weßeling) und Unvermögen (Eskericic beim Gegenstoß). 

Beim Gast nahmen Spielertrainer Simon Breuer und Kreisläufer-Brocken Sebastian Bartmann vorne die Dinge in die Hand, legten stets ein Tor vor. Nach Weßelings Pfostenwurf beim 27:28 hatte der Gast in den letzten 60 Sekunden den Ball und schaffte bei angezeigtem Zeitspiel durch Bartmann den Knock-out. Weßelings letztes Tor des Abends konnte da das Debüt des am Rande lautstarken und sehr aktiven Dragan Markovic am Löh nicht mehr retten.

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