SGSH-Freude trotz hoher Niederlage beim Primus

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Mit der SGSH zurück an alter Wirkungsstätte: Maciej Dmytruszynski

Dormagen - Es war einer jener Abende, die einem Kellerkind wenig Freude bereiten: 33:21 siegte der TSV Bayer Dormagen gegen die SG Schalksmühle-Halver, doch die Stimmung im Gästelager war trotz der hohen Schlappe prächtig, denn der Abstiegskampf-Rivale VfL Gladbeck unterlag völlig unerwartet beim Schlusslicht TSG Altenhagen-Heepen 29:31. Damit trennt die SGSH vom sicheren Erhalt der Klasse nurmehr ein Punkt.

Von Thomas Machatzke

Bevor dieser Umstand klar war, stand der Abend im Zeichen eines überaus einseitigen sportlichen Kräftemessens. Die SGSH mühte sich vor offiziell 1517 Zuschauern im Bayer-Sportcenter nach Kräften, doch die Möglichkeiten beider Teams waren zu verschieden. In Sachen Athletik, technischer und taktischer Ausbildung war die SGSH dem Ex-Bundesligisten zu klar unterlegen.

Dabei begann die SGSH mit viel Verve, vor allem Maciej Dmytruszynski legte sich an alter Wirkungsstätte - der Pole spielte vier Jahre lang in Dormagen und stieg in dieser Zeit mit Bayer in die 1. Bundesliga auf - und setzte Akzente. Doch unterm Strich war das Gesamtpaket der Gastgeber nicht zu vergleichen mit jenem des Gastes. Ein früher Rückschlag war zudem das Ausscheiden von Malte Müller. Der hatte sich mehrmals von Bayer-Routinier Tobias Plaz nach allen Regeln der Kunst eindrehen lassen - bis er bei einem Abwehrversuch den Ellenbogen seines Gegners auf der Nase spürte und mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ausschied.

SGSH unterliegt beim TSV Bayer Dormagen

Der SGSH tat dies vor allem offensiv weh, weil fortan Daniel Buff die Lücke am Kreis nicht zur Zufriedenheit von SGSH-Coach Mathias Grasediek stopfte. Zur Pause stand es 15:11 für die Gastgeber, die sich vorher von DSHS-Sternchen Fabienne Rothe auf ihr erstes Aufstiegsendspiel hatten einstimmen lassen. Es war keine perfekte Halbzeit für Bayer gewesen, aber eben auch keine, die Anlass zur Sorge bereitete.

Lucianos Bärendienst

Nach der Pause bauten die Hausherren um einen nun immer agileren B-Nationalspieler Simon Ernst die Führung bald so weit aus, dass der Restabend wenig Spannung versprach. So wäre die Partie womöglich bis zum Ende vor sich hingeplätschert, wenn da nicht Dominic Luciano gewesen wäre. Der nutzte eine Unterzahl, um gegen Marquardt ein Zeichen besonderer Robustheit und Härte zu setzen. Es war indes ein Bärendienst für sein Team: Fortan gab der TSV Bayer doppelt Gas - und wurde von wütenden Fans dabei angefeuert.

So schlidderte die SGSH am Ende in ein 21:33-Debakel, verlor letztlich sogar höher als im Hinspiel, das über 60 Minuten gesehen deutlich eindeutiger verlaufen war. All das war indes wenig später egal - als die Kunde aus Heepen kam, hellten sich die Mienen im Gästelager merklich auf. Der Klassenerhalt - er ist nun mehr noch als vor dem Spieltag zum Greifen nahe. Noch nicht perfekt, gewiss. Aber nun müsste schon einiges schief gehen, wenn die SGSH doch noch in die Abstiegsrelegation rutschen sollte.

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