Erste SGSH-Niederlage der Saison

Drastischer Formabfall in der Defensive

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Machte am Kreis ein starkes Spiel: Malte Müller.

Schalksmühle – Die SG Schalksmühle-Halver hätte nach den Niederlagen von Leichlingen (29:30 in Korschenbroich) und Minden II (25:31 gegen Ferndorf) nach drei Spieltagen der neue Spitzenreiter der 3. Liga West sein können. Ist sie aber nicht, denn das Grasediek-Team musste im dritten Saisonspiel gegen die HSG Lemgo II beim 33:35 (16:19) die erste Saison-Niederlage hinnehmen.

Von Thomas Machatzke

Vor nur 350 Zuschauern am Löh war die Niederlage eine verdiente. Wie die SGSH vor Wochenfrist völlig verdient in Korschenbroich beide Punkte entführt hatte, so entführten diesmal die Youngster aus dem Lipperland korrekterweise beide Zähler vom Löh – nur die Partie war eine völlig andere, geprägt diesmal von geballter Angriffswucht und nicht von starken Abwehrreihen und starken Torhütern. Einen starken Torhüter gab es genau fünf Minuten lang am Löh. Er hieß Felix Hendrich und machte auf der Zielgeraden nach dem 31:31 den Unterschied.

In der ersten Hälfte sah die SGSH ideenlos zu, wie allen voran Georg Pöhle, der noch am vergangenen Wochenende im Lemgoer Bundesliga-Team gespielt hatte, die 6:0-Abwehr der Gastgeber fast im Alleingang knackte. Neben Pöhle trafen auch Löhr, Vorlicek und von Boenigk mit beherzten Aktionen nach Belieben. Die Hausherren bekamen in den Zweikämpfen keinen Zugriff, die Torhüter im Wechsel keine Hand an den Ball. Immerhin lief es vorne ordentlich, traf vor allem Julian Mayer aus dem Rückraum exzellent. 16:19 zur Pause – so viele Gegentore waren es zuletzt am Niederrhein nach 60 Minuten gewesen.

Positionsverteidiger gegen Pöhle

Nach dem Wechsel beorderte Mathias Grasediek mit Jacek Wardzinski einen Positionsverteidiger zu Georg Pöhle und streute damit zumindest etwas Sand ins Getriebe der Schützlinge von 2007er-Weltmeister Florian Kehrmann. Die Torhüterleistung indes blieb bescheiden, der Gast damit bis zum 24:27 (44.) auf der Siegerstraße. Dann folgte der erste von drei Siebenmetern, die alles hätten verändern können. Leif Anton trat an und traf SGSH-Torwart Dominic Formella mit voller Wucht am Kopf. Formella fiel um wie ein Baum, Anton sah die rote Karte (46:43). Und obgleich dies eine falsche Entscheidung war – Formella hatte sich sichtlich zum Ball bewegt – tobte die Halle, hatte der Gast zudem einen entscheidenden Spieler verloren. Den Schwung nutzte die SGSH zur ersten Führung in Halbzeit zwei (29:28 durch Feldmann, 52.).

SGSH verliert 33:35 gegen HSG Lemgo II

Beim 31:31 (55.) folgten die Siebenmeter zwei und drei. Diesmal hielt Formella zunächst gegen Zerbe – die Referees aber ließen die „Marke“ wiederholen, weil Formella ihrer Ansicht nach zu weit aus dem Tor gekommen war. Eine Entscheidung, wie man sie überaus selten antrifft in den Handballhallen dieser Welt. Die Halle kochte zum zweiten Mal – nun trat Löhr an, doch wieder parierte Formella, der zumindest als Siebenmeter-Töter glänzte gegen seinen alten Klub. Die Halle brodelte. Es war die Steilvorlage, um die Partie vor eigenem Publikum für sich zu entscheiden.

Sechs Angriffe ohne Tore

Es kam indes anders: Sechs SGSH-Angriffe und vier Hendrich-Paraden später stand der SGSH-Zähler immer noch bei 31 Toren. Die Lipperländer hatten dagegen vier Treffer in Folge nachgelegt zum 31:35. Ein Krüger-Doppelschlag zum 33:35 war nur noch Ergebniskosmetik. Wie in der Vorwoche tanzten die Gäste auf fremden Parkett – nur dass dies der SGSH diesmal überhaupt nicht schmecken wollte.

SGSH: Dominik Formella, Mareks Skabeikis (17.-42.) - Julian Mayer (8), Jacek Wardzinski (6/2), Daniel Krüger (6), Malte Müller (4), Christian Feldmann (4/1), Tobias Fleischhauer (2), Florian Diehl (2), Mateusz Rydz (1), Dominic Luciano, Daniel Buff, Maciej Dmytruszynski, Achim Jansen (n.e.)

HSG II: Felix Hendrich, Mattias Ende (13.-50.) - Philipp Vorlicek (8), Yannik Löhr (8), Georg Pöhle (7), Jan von Boenigk (4), Dominik Ebner (3), Leif Anton (3), Michael Binder (2), Lukas Zerbe, Marvin Pfeiffer, Soenke Brass, Dominik Waldhof

Schiedsrichter: Jürgen Aniol und Holger Gillmann (Düsseldorf)

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