Erleichterung bei SGSH nach Derbysieg

Mit viel Leidenschaft und Lutz Weßeling

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Rote Karte in der 47. Minute: SGSH-Spielmacher Christian Feldmann.

Hagen-Dahl - Es war ein Lokalfight mit allen Derby-Attributen: Die SG Schalksmühle-Halver siegte am Samstagabend in der bis auf den allerletzten Platz besetzten Sporthalle am Volmewehr in Hagen-Dahl beim Drittliga-Neuling TuS Volmetal 27:24 (11:10) und war am Ende vor allem eines: durch und durch erleichtert.

Nach den Niederlagen in Minden und gegen Soest war die Woche am Löh unruhig gewesen - die SGSH-Mannschaft schaffte es am Samstagabend indes, die richtige Antwort zu geben. Kämpferisch war dem Grasediek-Team überhaupt nichts vorzuwerfen - genauso wie den Gastgebern.

Und so war es ein Derby, bei dem Kampf, aber auch intensive Abwehr-Arbeit Trumpf waren. Zudem ein Derby, bei dem nicht der Wille entschied, denn den zeigten beide Seiten. Es entschied am Ende die individuelle Klasse, allen voran die von Lutz Weßeling. Der Neuzugang der SGSH war die spielbestimmende Figur eines Handballabends, der hüben wie drüben viele starke Leistungen hervorbrachte, aber keine war so "outstanding" wie die des Ex-Emsdetteners, der es am Ende auf elf Treffer brachte.

SGSH gewinnt Derby beim TuS Volmetal 27:24

Die Partie begann nach nur 94 Sekunden mit der frühen ersten Zeitstrafe - es traf Christian Feldmann, der eine Art Zeichen gesetzt und Niklas Polakovs mit einer Ellbogencheck so unsanft gebremst hatte, dass er mit der Zeitstrafe sogar gut bedient war. Unterzahl-Situationen sollten derweil ein Thema bleiben für die SGSH im ersten Durchgang. Zur Pause waren mit Luciano und Feldmann bereits zwei SGSH-Akteure mit zwei Zeitstrafen belastet. Eine Hypothek.

Treude und Formella mit tollen Paraden

Sportlich war es auf beiden Seiten ein zähes Ringen um jedes Tor, weil zum einen die Mannschaften großen Spaß am Verteidigen hatten, weil zudem aber auch Manuel Treude und Dominik Formella tolle Tagesform zeigten.

Treude in den ersten 30 Minuten sogar noch eine Spur spektakulärer und die Stimmung anheizender als Formella, dem es allerdings gelang, die Rückraum-Schützen des TuS sehr gut auszugucken und ihnen die Gefährlichkeit zu rauben.

Die Stimmen zum Spiel

So setzte sich kein Team ab, beim 7:5 und 8:6 für den TuS betrug die Führung einmal zwei Tore (17.), beim 9:10 (28.) lag aber wieder der Gast vorne und nahm dank Weßelings finalem Tor zum 10:11 eine knappe Führung mit in die Pause.

So ging es weiter. Die Neff-Schützlinge deckten ähnlich wie zuletzt Soest mit einer laufintensiven, offensiv ausgelegten 6:0-Formation, ließen zudem noch weniger als die Bördestädter Platz für Kreisläufer-Anspiele. Die SGSH wich relativ bald vom 6:0-System ab und beorderte Feldmann als Positionsverteidiger vor die Abwehr, um vor allem die Kreise von Silas Kaufmann zu stören. Dmytruszynskis zweite Zeitstrafe machte die Aufgabenstellung in der Defensive für den Gast noch kniffliger. All das bei einem Spiel, das jeder Zeit in beide Richtungen hätte kippen können, so beim 18:18, als Plessers einen Polakovs-Siebenmeter entschärfte, aber auch beim 19:20, als Formella zweimal gegen die völlig freien Herzog und Sackmann von den Außenpositionen siegreich blieb.

Julian Mayer schnürt den Sack zu

Es waren Big Points, die der SGSH ein wenig Luft verschafften. Nach der dritten Zeitstrafe gegen Feldmann (47:33), der eine Verwechselung zu Grunde lag (der Sünder war Merhar), wurde es auch offensiv noch kniffliger. Doch Weßeling machte weiter sein Ding, zudem zog Grasediek nun die Option des noch frischen Eskericic im rechten Rückraum. So wurde aus dem 19:20 ein 20:24 (55., Eskericic).

Die Volmetaler fighteten zurück zum 22:24, und spätestens nach Dmytruszynskis dritter Zeitstrafe (56:10) deutete sich ein Herzschlagfinale an. Doch die hohe Intensität des Lokalfights hatte viel Kraft gekostet. Die Volmetaler wussten nicht mehr nachzulegen, vor allem Silas Kaufmann war nun völlig platt. Die SGSH konterte zum 22:26 (57:05, Merhar), der TuS bäumte sich ein letztes Mal auf (24:26, Kirsch, 58:05). Ein Freiwurftor von Julian Mayer gut eine Minute vor dem Ende zum 24:27 bei angezeigtem Zeitspiel aber räumte die letzten Zweifel am SGSH-Derbysieg aus. Der Rest war SGSH-Jubel - und rot-weiße Erleichterung in der "grünen Hölle" am Volmewehr.

TuS Volmetal: Manuel Treude, Sydney Quick (ab 53.) - Dominik Domaschk (5), Silas Kaufmann (5), Kevin Herzog (4), Thimo Kirsch (3), Frederik Kowalski (3), Niklas Polakovs (3/2), Luca Sackmann (1), Philipp Brüggemann, Philipp Dommermuth, Dennis Domaschk, Thomas Kersebaum, Timon Schliepkorte

SGSH: Dominik Formella, Nicholas Plessers (bei einem Siebenmeter) - Lutz Weßeling (11/3), Natko Merhar (4), Julian Mayer (2), Dominic Luciano (2), Achim Jansen (2), Christian Feldmann (2), Maciej Dmytruszynski (2), Malte Müller (1), Kristian Eskericic (1), Malte Müller, Jacek Wardzinski

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