Handball, 3. Liga West

SGSH: Meilenstein in Ostfriesland

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Keine Grenzen kannte der Jubel bei der SGSH nach dem Schlusspfiff in Aurich

Aurich - Am Ende stand ein Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt: In der nächsten Zitterpartie des Saisonfinales gewann Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver am Sonntagnachmittag beim OHV Aurich 33:31 (18:16). Nach der Soester Niederlage gegen Leichlingen beträgt der Vorsprung der SGSH auf einen Abstiegsplatz nun vier Spieltage vor dem Saisonende drei Punkte.

Der Sieg der Markovic-Sieben war vor 1320 Zuschauern in der Sparkassen-Arena verdient, weil die SGSH in einem intensiven, temporeichen, aber nicht immer hochklassigen Spiel die etwas bessere Mannschaft war, auch weitgehend in Front lag. Der Gast musste dabei neben Abwehrchef Maciej Dmytruszynski (Gehirnerschütterung) auch noch Florian Diehl ersetzen, bei dem die Knochenhaut-Entzündung am Schienbein neu aufgebrochen ist. Die Hausherren verzichteten dafür in der ersten Viertelstunde auf ihren am Knie lädierten Hauptschützen Kevin Wendlandt.

Die SGSH erwischte so den besseren Start, führte 3:0 (6.) und nach dem zwischenzeitlichem Ausgleich (5:5, 12.) wieder 9:6 (18.). Bei den Hausherren war dabei das Fehlen von Wendlandt zunächst nicht das Hauptproblem - die eigentlich abwehrstarken Ostfriesen bekamen gegen den SGSH-Shooter-Rückraum mit Eskericic, Mayer und einem in der ersten Hälfte nie zu bremsenden Weßeling überhaupt keine Stabilität in die Defensive.

Stancic nicht in den Griff zu bekommen

Die SGSH hatte angesichts der Ausfälle eine 5:1-Abwehr mit Moritz Eigenbrodt auf der vorgezogenen Position gewählt. Das klappte phasenweise gut, in anderen Phasen sah die Abwehr der Gäste gegen das Kreisläuferspiel und vor allem den starken Linkshänder Milan Stancic oft alt aus - Stancic, den Weßeling wie im Hinspiel nicht in den Griff bekam, traf allein in der ersten Hälfte siebenmal. Dank der Offensivkraft der SGSH nahm sie indes ein 18:16 mit in die Pause.

Ein bequemes Ruhepolster war dies vor beeindruckender Kulisse nicht. Der OHV gab denn auch nach dem Wechsel richtig Gas, und als beim 21:21 (38.) alles wieder ausgeglichen war, standen bereits Teile des Publikums. Allerdings war das Blacha-Team an diesem Tag weder konstant noch konsequent. Immer, wenn die Partie aus SGSH-Sicht zu kippen drohte, machten die Gastgeber leichte Fehler oder vergaben große Chancen gegen den in der zweiten Hälfte ganz starken Dominik Formella.

Formella macht den Unterschied aus

Trotzdem blieb es eng, und ausgerechnet in einer von zwei Unterzahl-Situationen des OHV gingen die Gastgeber erstmals in Führung (25:24, 46.). Die Halle kochte, die SGSH aber schlug zurück. Noch in Überzahl konterten Weßeling und Eigenbrodt zum 25:26, drei Formella-Paraden später stand es gar 25:29 (52.). 

Arek Blacha nahm eine Auszeit, versuchte es noch mit einer 4+2-Abwehr und später gar mit einer offenen Manndeckung. Zur Wende aber reichte es für den OHV nicht mehr - selbst als Schweigart per Siebenmeter das 31:32 gelang, noch 37 Sekunden auf der Uhr waren und die SGSH nach Zeitstrafen gegen Ludwig und Mayer in doppelter Unterzahl auf dem Feld stand, spielte das Team die Zeit abgezockt herunter und setzte durch Todor Ruskov sogar noch den Schlusspunkt zum 31:33. Der Rest war rot-weißer Jubel in der Sparkassen-Arena.

"Meine ersten Auswärtspunkte als Trainer in Schalksmühle"

"Es war wieder so ein Spiel: Wir waren besser, aber es war doch bis zum Ende so eng. Es fehlt uns dann einfach auch ein wenig an Wechselmöglichkeiten", bilanzierte ein sichtlich geschaffter Dragan Markovic, "der Sieg war sicherlich verdient, wobei wir am Ende auch keine Kraft mehr hatten, so dass auch ein Unentschieden für die Auricher letztlich nicht unverdient gewesen wäre. Ich bin jetzt erst einmal sehr zufrieden, denn für mich waren dies die ersten Auswärtspunkte als Trainer in Schalksmühle."

Sein Gegenüber Arek Blacha stellte fest: "Natürlich bin ich nach so einem Spiel zu Hause vor so einer Kulisse sehr enttäuscht. Die Abwehr war heute unser Problem, das ist eigentlich ungewöhnlich, denn über 30 Tore kassieren wir zu Hause eigentlich nicht. Aber wir haben gegen die drei Schützen einfach kein Mittel gefunden, die SGSH hat das taktisch sehr gut gemacht. Wir haben gekämpft, aber die größere Durchschlagskraft aus dem Rückraum hat die Partie heute entschieden."

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