23:25-Schlappe in Bremen

SGSH unterliegt beim Schlusslicht

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Mehr Schatten als Licht im rechten Rückraum: Kristian Eskericic.

Bremen - Irgendetwas an der Weser bekommt den Handballern von der Volme nicht: Nach dem TuS Volmetal war es das Drittliga-Team der SG Schalksmühle-Halver, das dem Tabellenletzten ATSV Habenhausen als zweiter Gegner einen doppelten Punktgewinn gestattete. Nach dem 23:25 (12:15) waren die Sauerländer am frühen Sonntagabend restlos bedient.

SGSH-Trainer Mathias Grasediek verspürte schon beim Aufwärmen ein ungutes Magendrücken. „Heute war keine Körpersprache da“, sah der Diplom-Sportlehrer seine Schützlinge nicht mit dem nötigen Biss bei der Sache. Die Quittung folgte prompt nach Anpfiff: Marcel Fischer legte eine 2:0-Führung für die Bremer vor. Erst zweimal Lutz Weßeling, dann Dominic Luciano hielten die Gäste bis zum 4:3 (6.) auf Tuchfühlung, doch danach nahm aus Sicht der Gäste das Unheil seinen Lauf.

Die SGSH verliert beim Schlusslicht in Habenhausen

Während sich Weßeling alsbald immer mehr ATSV-Spieler entgegen stellten, war die Option, den Abschluss über die rechte Rückraumseite zu suchen, vorerst gar keine für die SGSH. Julian Mayer und später Kristian Eskericic verfehlten das Gehäuse jeweils mehrfach, waren ihre Würfe – und auch einige Weßeling-Versuche – aufs Ziel gerichtet, stand ATSV-Keeper Olaf Abshagen im Weg. Hinzu kam, dass die Abwehr der SGSH trotz Vorteilen in der Körpergröße immer wieder einfache Rückraum-Tore der Hanseaten zuließ.

Das 6:3 gelang dem ATSV in der neunten, das 9:5 in der 17. Minute. Danach nahm Grasediek eine Auszeit, beorderte Nicholas Plessers für Dominik Formella ins Tor, probierte es zudem mit Youngster Eigenbrodt für Weßeling. Besserung beim Gast? Nur kurz durch Eskericics Tor mit Brachialgewalt, danach erhöhten die Gastgeber durch vier Tore in Serie auf 13:6 (23.), verteidigten den Sieben-Tore-Vorsprung beim 14:7 (25.). Weßeling und der mit großem Einsatz, aber nicht immer glücklich agierende Verlegenheits-Spielmacher Malte Müller reduzierten den Abstand mit je zwei Treffern bis Minute 27 auf ein etwas erträglicheres Maß (14:11). Mit 15:12 ging's in die Kabine.

Dmytruszynski in Halbzeit zwei auch im Angriff dabei

Im zweiten Durchgang spielte der zuvor fast nur in der Defensive eingesetzte SGSH-Kapitän Maciej Dmytruszinski auch in der Offensive – als Linksaußen anstelle von Ersatzmann Sebastian Schneider –, doch eine wesentliche Verbesserung aus Sicht des Favoriten sollte sich nicht einstellen. Wardzinskis 16:14 (34.) und Lucianos 17:15 (38.) gaben etwas Hoffnung, dann setzte sich Habenhausen aber nach und nach wieder ab: 19:15 durch Mattes Helbigs Unterhand-„Beinschuss“ (42.), 22:17 durch Linksaußen Tim Steghofer, der manchmal viel zu viel Platz hatte (46.).

Die Gastgeber fingen an, an die Möglichkeit des zweiten Saisonsiegs zu glauben, die 150 Zuschauer tauten auf – und Eskericics Lattenkracher wurde zu allem Überfluss noch zum „Gegenstoß-Pass“ für Hauke Marien (25:20, 55.). Lag es an nachlassenden Kräften der Bremer gegen die ab der 40. Minute 5:1 deckenden Gäste? Erst in den letzten fünf Minuten zwang die SGSH-Abwehr jedenfalls den ATSV regelmäßig in Zeitnot. Jansen, Weßeling, dann 2:07 Minuten vor Schluss Eskericic verkürzten auf 25:23. Doch erst warf Weßeling eine Minute vor der Sirene genau auf Mann, dann fing Marien Plessers’ letzten Gegenstoß-Pass – und zum zweiten Mal durfte die Sieben von der Weser jubeln, als ein Team aus dem Volmetal in der Hinni-Schwenker-Halle zu Gast war.

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