SGSH nicht konsequent, aber erfolgreich

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Starke Leistung in Duisburg: Maciej Dmytruszynski.

Duisburg - Es war eine günstige Gelegenheit, und die SG Schalksmühle-Halver hat sie genutzt: 28:26 (13:13) setzte sich der Handball-Drittligist aus dem Sauerland am Sonntagnachmittag bei der SG OSC Löwen Duisburg durch. Es war ein verdienter Sieg – obwohl die SGSH keine Leistung zeigte, die gehobenen Ansprüchen genügt hätte.

Von Thomas Machatzke

So bekam die SGSH die Punkte, die Löwen dagegen bekamen das Lob. Sie hatten gleich drei sehr wichtige Spieler zu ersetzen gehabt und überhaupt nur zehn Spieler im Kader. Neben dem langzeitverletzten Rückraumlinken Michael Heimannsfeld war auch Linksaußen und Abwehrstütze Marcel Wernicke nicht dabei. Neu zudem auf der Verletztenliste: Haupttorschütze Maik Handschke – der Spielmacher fiel aufgrund einer Prellung aus. So schien die Richtung vorgezeichnet. Exakt das aber war die Gefahr des Nachmittags. Das Team von Jörg Förderer legte sich von der ersten Minute an mächtig ins Zeug. Die SGSH legte sich auch ins Zeug, nur mächtig mochte man das nicht nennen.

SG OSC Löwen Duisburg - SG Schalksmühle Halver

Es waren jene paar Prozente, die fehlten, um eine ähnliche Leistung wie vor zwei Wochen beim TV Korschenbroich abzurufen. „Wir haben viel zu oft die falschen Entscheidungen getroffen“, beklagte Trainer Mathias Grasediek, „wir sind rausgetreten, wenn es gar nicht nötig war, und nicht rausgetreten, wenn es nötig war.“ So war es keine Defensivleistung, die den Coach erfreute. Vor allem gegen Linkshänder Kevin Christopher Brüren hatte die SGSH ihre liebe Mühe. Immer wieder kam er aus Kreuzbewegungen zum Wurf – und immer wieder schlugen seine Würfe im Tor der Gäste ein. Insgesamt traf Brüren zwölfmal.

Formella mit schönen Paraden

Die Unfähigkeit, seine Kreise einzudämmen, verwunderte auch deshalb, weil die Duisburger ansonsten gar nicht so viele Spieler besaßen, auf die man ein verschärftes Auge hätte haben müssen. Handschke-Vertreter Christian Ginters war immer wieder gefährlich, ansonsten aber hielt sich die Gefahr in Grenzen. Nach dem 6:5 (11.) schien die Partie denn auch langsam zu kippen. Bis auf 8:11 enteilte der Gast nun auch dank des ganz starken Maciej Dmytruszynski (21.). Doch dem Hoch folgte wieder ein kleines Tief. Die Löwen blieben lästig und hatten damit Erfolg. Zur Pause war beim 13:13 alles offen.

Nach dem Wechsel – nun mit Dominik Formella im Tor, der sich gleich mit einigen Paraden gut einführte – schien die Partie zum zweiten Mal auf dem Wege zu einer Vorentscheidung. Gefällig zog der Gast bis auf 15:20 davon (39.). Doch wieder ging die Konsequenz langsam verloren. „Zu wenig Gefahr aus dem Rückraum“, klagte Mathias Grasediek. Immer, wenn die SGSH nicht traf, versuchte es der Gastgeber übers Tempospiel, nicht selten mit Erfolg. So war beim 19:20 (45.) wieder alles offen. Bis zum 23:24 (53.).

Die Entscheidung im zweiten Anlauf

Danach nutzte die SGSH eine Auszeit, um durch zwei Krüger-Tore auf 24:27 davonzuziehen (57.). Selbst das war aber kein Ruhekissen: Janus und Ginters verkürzten auf 26:27 – in der Schlussminute dann holte Jacek Wardzinski gegen Ginters einen Siebenmeter und eine Zeitstrafe heraus. Die Entscheidung 40 Sekunden vor dem Ende? Ja, aber sie fiel erst im zweiten Versuch: Jansen vergab den Siebenmeter gegen den guten Reckzeh, den Abpraller aber erkämpfte sich Daniel Krüger und machte den Sack zu – eine Szene symptomatisch für die gesamten 60 Minuten.

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