Nicht mehr als eine "blöde Momentaufnahme"

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Variante mit zwei Kreisläufern: Gegen Gladbeck setzte Mathias Grasediek im Angriff in der zweiten Halbzeit gleichzeitig Daniel Buff (beim Wurf) und Malte Müller (im Hintergrund) ein. Sicherlich auch eine Option für die Partie in Neuss.

Schalksmühle - Es ist das Gastspiel des Tabellensechsten beim Schlusslicht, wenn die SG Schalksmühle-Halver am Samstagabend um 19 Uhr beim Neusser HV gastiert. Klar getrennte Fronten, klar verteilte Rollen also? So einfach ist es nicht.

Von Thomas Machatzke 

„Solange ich in Schalksmühle bin, war Schalksmühle immer gut dafür, den Spitzenreiter zu schlagen und gegen den punktlosen Letzten zu verlieren“, sagt Trainer Mathias Grasediek, der inklusive seiner Zeit als Spieler seit rund 20 Jahren am Löh zu Hause ist, „allerdings ist es diesmal etwas anderes.“ Etwas anderes, weil der Neusser HV kein klassischer Tabellenletzter sei. „Man muss sich nur die Ergebnisse anschauen“, sagt Grasediek. 30:35 in Hagen, 29:33 gegen Ferndorf, 30:34 in Leichlingen, 29:30 gegen Krefeld. Viermal mitgehalten gegen Topteams, viermal knapp verloren. „Das ist eine Riesentruppe. Ich hätte ihr den Anschluss an die Spitzengruppe zugetraut“, sagt Grasediek, „man kann eigentlich nicht erklären, warum sie so wenig Punkte haben.“

Eine „blöde Momentaufnahme“ nennt der Diplom-Sportlehrer so den letzten Tabellenplatz des Witte-Teams. Doppelt blöd sogar – blöd für Neuss ohnehin, aber eben auch blöd für die SGSH, weil das Umfeld gegen ein Schlusslicht eher einfach denkt und einen Sieg erwartet. Was auch sonst? Einen Sieg hätte auch Mathias Grasediek gerne. Es wären die Pluspunkte elf und zwölf. Es wäre ein Signal in Richtung erweiterte Spitzengruppe. Aber zur Umsetzung wird in der Sporthalle Hammfeld wohl auch eine Leistung notwendig sein, die eines Spitzenteams würdig ist. „Die letzten beiden Leistungen werden auf gar keinen Fall reichen“, sagt Grasediek, „selbst mit einer Leistung wie in der ersten Hälfte in Wiesbaden dürfte es eng werden.“

Feldmann-Einsatz weiter fraglich

Wohl und Wehe der Partie am Niederrhein werden natürlich auch damit zusammenhängen, wie die SGSH personell aufgestellt sein wird. Diehl hat trainiert, nicht beschwerdefrei, aber immerhin. Mit ihm plant Grasediek. Dmytruszynski hat Lauf- und Krafttraining absolviert – nichts aber, wofür er die lädierten Hände gebraucht hätte. Bei Oberste ist ein Einsatz unwahrscheinlich. Das größte Fragezeichen aber steht hinter Feldmann (Fersenverletzung). Er hat sich bis zum Donnerstag komplett geschont – im Abschlusstraining soll die Entscheidung fallen. Das Fehlen des Taktgebers wäre besonders schmerzlich.

So wird Grasediek abwarten müssen, was personell geht, und einen Matchplan entwickeln, in dem an erster Stelle die Defensive steht. Auf die kommen ein Rückraum mit viel Durchschlagskraft, zwei starke Außen und ein guter Kreisläufer zu. Aber die SGSH muss ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen – nach acht Spielen ist die SGSH-Defensive die beste der Liga. Es ist das Pfund, mit dem gewuchert werden soll, damit das Schlusslicht ein Schlusslicht bleibt. Zumindest bis in den November hinein.

SGSH:  Formella, Skabeikis - Krüger, Fleischhauer, Buff, Luciano, Müller, Mayer, Dmytruszynski (?), Feldmann (?), Oberste (?), Diehl, Wardzinski, Rydz, Jansen

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