SGSH: Nun fällt auch noch Lutz Weßeling aus

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Rippenfraktur: Lutz Weßeling fällt gegen Fredenbeck aus.

Schalksmühle - Zweites Heimspiel für die SGSH in der 3. Liga West und Saisonpremiere in der Sporthalle Löh: Am Samstagabend kommt der VfL Fredenbeck, und die SGSH hat einen weiteren personellen Rückschlag zu verkraften.

Wer wie die SG Schalksmühle-Halver in zwei Sporthallen zu Hause ist, hat streng genommen auf zwei Heimpremieren: Die erste hat vor zwei Wochen in Halver ein 28:28-Remis gegen die HSG Lemgo II gebracht. Am Samstag nun folgt die zweite am Schalksmühler Löh – um 19.30 Uhr gegen den Liga-Neuzugang VfL Fredenbeck.

Fredenbeck ist nicht neu in der 3. Liga, nur die Westvereine kennen den Ex-Bundesligisten aus dem Norden noch kaum. Ausnahme: Liga-Mitfavorit HSG Krefeld, der vor zwei Wochen zum Start 20:29 im Geestland böse unter die Räder kam. Danach siegte der VfL auch noch gegen Habenhausen klar. So trifft die SGSH am 3. Spieltag – die Aussagekraft mal außen vor gelassen – zum zweiten Mal auf einen Spitzenreiter.

Der einzige SGSH-Akteur, der eine gemeinsame Vergangenheit mit dem VfL Fredenbeck hat, ist Lutz Weßeling. Mit dem Oranienburger HC spielte Weßeling in der vergangenen Saison zweimal in der Nordstaffel gegen den VfL. In Fredenbeck erzielte er in der letzten Minute den Treffer zum 29:29-Endstand, daheim gewann er mit Oranienburg 30:26 und war dabei mit neun Treffern bester Werfer seines Teams. Es sind gute Erinnerungen, die Lutz Weßeling an den samstäglichen SGSH-Gegner hat. In der Gegenwart allerdings ist Weßeling das nächste große Sorgenkind der SGSH. In Leichlingen musste der Königstransfer passen – der Verdacht: herausgesprungene Wirbel. Nach einem MRT-Termin in dieser Woche nun hat sich der Verdacht nicht bestätigt. Vielmehr hat der Münsterländer eine Rippenfraktur. „Unser Teamarzt Carsten Lueg wollte sich noch einmal zusätzlich absichern – ich kann da noch nichts Genaues sagen“, erklärte Chefcoach Mathias Grasediek zwei Tage vor dem Spiel. Sicher aber ist, dass Weßeling am Samstag keine Tore gegen Fredenbeck werfen wird. Wahrscheinlich auch danach gegen Varel und Ratingen nicht.

Die Personalsorgen bei der mit einem 18er-Kader gestarteten SGSH werden damit immer größer. Neben Weßeling stehen ja bereits Diehl, Jansen, Ruskov und Eskericic auf der Ausfall-Liste. Gegen Fredenbeck wird die SGSH ohne Hilfe aus der Reserve nicht mal mehr den Spielbericht voll bekommen, zumal in der ersten Wochenhälfte auch Plessers (krank) und Fleischhauer (geschwollener Fuß) im Training passen mussten.

Grasediek: "Müssen mit den Kräften haushalten"

„Wir müssen nun mit unseren Kräften haushalten und sehen, dass wir in dieser schwierigen Phase ein paar Pünktchen mitnehmen“, sagt Mathias Grasediek. Mit den Kräften haushalten – das gilt allen voran im Rückraum, in dem Maciej Dmytruszynski auf einmal viel mehr Spielanteile und Verantwortung erhält als es geplant war und vielleicht angesichts der Anforderungen an sein Engagement im Abwehrblock gut ist. Es ist ein personeller Tanz auf dem Drahtseil. Im Rückraum werden auch die Dortmunder Max Büchel und Moritz Eigenbrodt wieder ihre Anteile bekommen. „Die Youngster können nun ihre Chance nutzen“, sagt Grasediek, „sie haben das in Leichlingen gut gemacht. Sie dürfen auch Fehler machen.“

„Mit Ausnahme von der Linksaußen-Position stehen alle Akteure, die wir bewusst geholt haben, um uns an bestimmten Stellen zu verbessern, nicht zur Verfügung“, sagt Grasediek sichtlich geschafft ob der Problematik. Die „alte SGSH“ plus Natko Merhar sollen es nun also wie schon in Leichlingen federführend richten. Immerhin macht die Leichlingen-Erfahrung Mut. „Da hat mir taktisch vieles schon sehr gut gefallen“, sagt Grasediek, „wir müssen sehen, dass wir gegenüber diesem Spiel noch einmal einen Schritt weiterkommen. Ob das dann gegen einen Gegner wie Fredenbeck reicht? Man wird es sehen.“

Fredenbeck: Ein Ex-Hammer als Regisseur und ein Lette im Tor

Mit dem 29:20 gegen Krefeld und dem 32:27 gegen Habenhausen ist der VfL Fredenbeck optimal gestartet. Das Team ist aktuell praktisch das selbe wie im Vorjahr. Spielmacher-Zugang Sasa Todosijevic, ein Schwede, hat bisher noch nicht gespielt. So setzt Trainer Andreas Ott auf ein eingespieltes Ensemble, das vom Ex-Hammer Zweitliga-Spieler Zdenek Polasek, der via Oslo in Fredenbeck gelandet ist, als Regisseur geführt wird. Auch der beste Torschütze der Vorsaison, Lars Kratzenberg, wurde entgegen anderer Planungen gehalten. Der Tabellensechste der Nordstaffel hat so ein schlagkräftiges Team zusammen, das viel Spaß am Abwehrspiel hat (vor Keeper Edgars Kuksa, Nachfolger von Mareks Skabeikis im Tor der lettischen Nationalmannschaft) und auch aufs Tempo drückt. Neu für Fredenbeck sind die Reisen. Zum Start mögen die VfL-Handballer davon profitiert haben, dass Krefeld eine 370-Kilometer-Anreise in den Knochen stecken. Nun reisen die Norddeutschen selbst 350 Kilometer an die Volme und wollen zeigen, dass sie dies besser verkraften.

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