Handball, 3. Liga West

Mannigfaltige Brisanz im Drittliga-Derby

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Der Dominator des Derbys in der Hinserie am Volmewehr: Lutz Weßeling erzielte elf Treffer beim 27:24-Sieg der SGSH beim TuS Volmetal. Trotz dieses Sieges im direkten Vergleich steht das Markovic-Team vor dem Rückspiel deutlich mehr unter Druck als der Liga-Neuling aus Hagen-Dahl. Am Samstagabend in Halver braucht die SGSH vor vollem Haus unbedingt beide Punkte.

Halver - Abstiegskampf und Derby-Flair in der aller Voraussicht nach restlos ausverkauften Halle an der Mühlenstraße in Halver: Am Samstagabend um 19.30 Uhr erwartet die SG Schalksmühle-Halver zum Rückspiel den Nachbarn und Neuling TuS Volmetal zu einem echten Druckspiel für die Schützlinge von Dragan Markovic. Es gibt so viele Aspekte und Anekdoten, die sich rund ums Derby ranken. Ein kleiner Streifzug.

Die Tabellensituation: Fünf Zähler trennen die Teams in der Tabelle. Die Abstiegssorgen der SGSH sind auf dem aktuell drittletzten Platz sehr viel größer die des Tabellenachten Volmetal, die Punkte wären für sie deutlich wichtiger. Sorgenfrei ist aber auch das Neff-Team noch nicht. Ein paar Pünktchen zum sicheren Liga-Verbleib braucht der TuS noch.

Der 24. Oktober: Der Tag wird als ein ganz besonderer in die Geschichte der SGSH eingehen. An diesem Tag gewann die SGSH einerseits dank eines überragenden Lutz Weßeling das Derby beim TuS vor ausverkaufter Halle 27:24. Andererseits war es auch der Tag vor der Nacht, in der der Vorstand den Plan der Trennung von Trainer Mathias Grasediek durchsickern ließ. Der Sportliche Leiter Axel Meyrich trat daraufhin am 25. Oktober zurück. Zwar ruderte der Vorstand am 26. Oktober noch einmal zurück. Der Plan, mit Grasediek und Meyrich als Trainerduo bis zum Saisonende weiterzumachen, war indes belastet. Der 24. Oktober war in dieser Dauerehe der Anfang vom Ende.

Die Wechselspiele: Beim TuS Volmetal spielen mit Niklas Polakovs, Kevin Herzog und Jan Stuhldreher drei langjährige SGSH-Akteure. Auf der TuS-Bank sitzt mit Stefan Neff ein Trainer, der die SGSH ab Sommer in eine bessere Zukunft führen soll. Auf SGSH-Seite gab es in der Vergangenheit mehr Volmetaler Spieler (z.B. Althoff, Pfeiffer). Aktuell wird es mit Co-Trainer Axel Vormann nur einen Protagonisten mit Volmetaler Vergangenheit geben. Vormann arbeitete beim TuS sehr erfolgreich als Trainer, hat ein sehr gutes Verhältnis zu Stefan Neff, weshalb er der Zusammenarbeit in der neuen Saison mit großer Vorfreude entgegensieht. „Ich möchte die zwei Punkte unbedingt haben, egal wie“, sagt Vormann und will allem anderen vor diesem Duell keine Bedeutung beimessen.

Diehl und Luciano angeschlagen, Büchel fällt weiter aus

Die Personalsorgen: Beim TuS fällt Thimo Kirsch (Bandscheibenvorfall) ebenso aus wie Jan Stuhldreher (Knieprobleme). Bei der SGSH fehlen definitiv Natko Merhar (Operation nach Schambein-Entzündung) und Max Büchel (Nasenfraktur aus dem Abschluss-Training vor dem Soest-Spiel), zudem wurde der Vertrag mit Christian Feldmann im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. In Soest zog sich Dominic Luciano einen Bänderriss zu, will aber ebenso spielen wie Florian Diehl, der in Soest auf den Ellbogen gefallen ist und zudem einen schmerzhaften Schlag auf die lädierte Nase erhalten hat. Rechtsaußen Achim Jansen musste zudem im Training aufgrund einer Erkältung passen.

Die Trainer: Für Stefan Neff ist es ein Spiel wie wahrscheinlich kein anderes in seiner Karriere. Neff schreibt aktuell noch seine Erfolgsgeschichte mit dem TuS Volmetal weiter – er führte das Team von Abstiegskampf in der Verbandsliga bis in die 3. Liga. Andererseits wechselt er im Sommer zur SGSH – mit einem Sieg gegen sein neues Team könnte er dieses in noch größere Schwierigkeiten bringen. Für Neff gibt es trotzdem aktuell nur den TuS Volmetal, für den er „120 Prozent“ gibt und absolut fokussiert ist auf einen Derbysieg. Für Dragan Markovic ist es die fünfte Partie als SGSH-Trainer und die Premiere an der Mühlenstraße. „Volmetal hat eine sympathische Mannschaft – sehr gut organisiert. Sie wissen, was sie wollen“, sagt er, „sie stehen sehr gut in der Abwehr, sehr aggressiv im Mittelblock. Die Frage wird sein, was die Schiedsrichter da zulassen.“ Von seinem Team erwartet Markovic vor allem mehr Disziplin. „Unser Problem ist nicht die 6:0-Deckung des Gegners“, sagt er, „unser Problem war fehlende Disziplin.“

SGSH: 1:7-Punkte-Start, dann 12:4-Zähler und danach 4:18

Die unterschiedlichen Formkurven: Unterschiedlicher als bei den Volme-Rivalen TuS Volmetal und SGSH hätte der Saisonverlauf nicht sein können: Die Volmetaler legten als Neuling in der 3. Liga West mit 6:4-Punkten einen guten Start hin, verloren danach bis Ende November aber acht Spiele in Serie. Tief im Tabellenkeller angekommen, startete das Neff-Team danach aber mit dem Heimsieg gegen Minden II Anfang Dezember eine Serie, holte fortan in zehn Spielen 16:4-Punkte und verlor dabei nur unglücklich in der EM-Pause beim aufgerüsteten Kellerkind HS Gummersbach/Derschlag II und daheim gegen die SG Ratingen. Die SGSH legte mit 1:7-Zählern einen Fehlstart in die Saison hin und hatte dann die stärkste Saisonphase: Von Ende September bis Ende November holte das Team 12:4-Zähler in Serie. Danach zeigte die Formkurve wieder nach unten: Beginnend mit der Heimpleite gegen Korschenbroich folgten sechs Niederlagen und bis heute 4:18-Punkte in Serie.

Der Rahmen: Aus Volmetal sollen drei Fanbusse und rund 200 grün-weiße Anhänger nach Halver kommen – es werden somit sogar mehr Gäste als bei Gastspielen von Eintracht Hagen oder Ferndorf sein. So gibt es zwar aktuell noch Karten im Vorverkauf, doch am Samstag dürfte mit einer restlos ausverkauften Halle zu rechnen sein. Wieder dabei: Die Fußballfans des SC Lüdenscheid, die die SGSH bereits im Dezember gegen Krefeld lautstark unterstützt hatten. „Das macht richtig Spaß“, sagt Dragan Markovic, „ich hoffe, es wird ein richtig gutes Handballfest.“ 

SGSH: Plessers, Formella – Diehl, Luciano, Eigenbrodt, Weßeling, Wardzinski, Dmytruszynski, Mayer, Müller, Jansen, Eskericic, Ruskov
TuS: Treude, Quick – Polakovs, Dommermuth, De. Domaschk, Do. Domaschk, Kaufmann, Sackmann, Kowalski, Kersebaum, Schliepkorte, Brüggemann, Herzog

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