SGSH: Emotionslos in der Enervie-Arena

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Derby-Niederlage, na und? Die SGSH zeigte sich am Freitagabend in der Enervie-Arena für einen Lokalfight ungewohnt emotionslos: (von links) Mareks Skabeikis, Achim Jansen, Daniel Buff, Mateusz Rydz und Dominic Luciano.

Hagen - Am Ende war es nur eine Mogelpackung gewesen: Wo am Freitagabend in der Enervie-Arena „Derby“ draufstand, war ganz wenig Derby drin. Das 23:31 (11:19) der SG Schalksmühle-Halver beim VfL Eintracht Hagen war aus Gästesicht ein überaus ernüchternder Abend.

Von Thomas Machatzke

Davon, auf der Zielgerade der Saison die Bilanz noch mit einem Sieg beim Erzrivalen aufzupolieren, war die SGSH sportlich und gedanklich meilenweit entfernt.

„Ich habe den Jungs vorher gesagt, dass es selten eine so gute Chance auf einen Derbysieg gegeben hat wie diesmal“, sagte Mathias Grasediek nach einem sehr enttäuschenden Abend, „die Hagener hätten sich doch mit Blick auf die Relegation gar nicht wehtun wollen.“ Das mussten sie aber auch gar nicht. Die SGSH mochte es am Freitagabend auch lieber weitestgehend körperlos und war in dieser Konstellation chancenlos.

Splitter

Aufstieg perfekt:  Der TuS Volmetal hat den Aufstieg in die 3. Liga perfekt gemacht. Am Samstag verloren die Schützlinge von Stefan Neff in Jöllenbeck zwar 21:30, doch weil Nachbar Eintracht Hagen II am Nachmittag bereits den Tabellenzweiten Spenge 42:28 besiegt hatte, gab es trotzdem Anlass für eine Riesen-Aufstiegsparty.

Dicht vorm Ziel: Dem TuS Ferndorf fehlt in der 3. Liga West nur noch ein Punkt zum Meistertitel. Am Sonntag löste das Wudtke-Team seine Aufgabe bei den Löwen in Duisburg beim 32:25 (18:10) ohne größere Mühe. Beste Ferndorfer Werfer an der Krefelder Straße in Rheinhausen waren Koke (7/5), Barkow (6) und Johnen (5). J TM

„Die Saison trudelt aus – da kommst du einfach nicht mehr dazwischen“, sagte Grasediek, der Rydz, Dmytruszynski, Müller und auch Oberste aus der Kritik ausnahm. Nach dem Wechsel war es zudem Dominik Formella, der mit seinen Paraden das eigentliche Ausmaß der SGSH-Unterlegenheit ein wenig kaschierte. Das 23:31 war nämlich gefühlt eher ein 20:35 gewesen.

Fernab der SGSH-Indisponiertheit war es allerdings auch Abend gewesen, in dem die Hagener eindrucksvoll ihre Stärken gezeigt hatten. Matthias Aschenbroich hatte mit Urgewalt beeindruckt, Jens-Peter Reinarz hatte gezeigt, dass er nicht nur ein guter Goalgetter, sondern vor allem ein ungemein kompletter Handballer mit einem richtig guten Auge für die Situation ist. Altmeister Almantas Savonis im Tor hatte toll gehalten. Und dann gibt es noch den vielleicht unterschätztesten Hagener: Dirk van Walsem, der in bester Buchhalter-Manier die Defensive organisiert und alle Löcher mit einer unfassbar unauffälligen Akribie stopft. Die Eintracht scheint gerüstet für ihre Dresden-Reise. Wenn, ja wenn da nicht die personelle Pechsträhne wäre.

Ciupinski spielt für die Reserve

„Ich habe nur froh, dass sich nicht noch ein Spieler verletzt hat“, sagte Lars Hepp nach dem Derbysieg. Am Donnerstag hatte sich auch noch Linksaußen Peer Pütz von seinen Relegations-Ambitionen verabschieden müssen: Bandscheiben-Vorfall. Der vierte Ausfall nach Tobias Mahncke, Johannes Krause und Lukas Tebbe. Immerhin: Simon Ciupinski spielte gegen die SGSH nur deshalb nicht, weil er am Samstag in der Oberliga-Reserve eingesetzt werden sollte und das Kellerkind gegen Spenge zum Sieg führte. Sein Stellvertreter Johannes Sonnenberg machte seine Sache allerdings auch gut.

Für die SGSH war der personelle Aspekt derweil einer, der das 23:31 fast zur Demütigung machte. Tebbe und Ciupinski, mit denen die SGSH in der Vergangenheit die meisten Probleme hatte, gar nicht dabei. Dazu Schneider nach der Pause komplett geschont. Und die Ex-Leichlinger Reinarz und Aschenbroich – noch vor einem Jahr keine Konditionsweltmeister – dem Gros der SGSH-Akteure konditionell überlegen. Ein Abend, der die SGSH ein wenig sprachlos zurückließ.

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