Handball, 3. Liga West

Verletzung, erste Heimniederlage, Pfiffe

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Geknickt und enttäuscht nach der ersten Heimniederlage der Saison: Lukas Hüller.

Halver - Heimnimbus gebrochen, im Titelkampf an Boden und womöglich zudem einen wichtigen Leistungsträger für die nächsten Wochen verloren: Handball-Drittligist SGSH Dragons bezog am Samstag vor 450 Zuschauern an der Mühlenstraße in Halver beim 22:24 (9:9) gegen Aufsteiger TuS Spenge die erste Heimniederlage der Saison. Der Rückstand auf Spitzenreiter HSG Krefeld beträgt damit sieben Spiele vor dem Saisonende sechs Punkte.

Es war ein packendes Handballspiel, allerdings eines mit zu vielen negativen Assoziationen für die Hausherren, als dass es positiv in Erinnerung bleiben könnte. Höhepunkt war die öffentliche Pressekonferenz im Foyer, als Stefan Neff zu Beginn seines Statements von einigen Fans lautstark ausgepfiffen wurde. „Ich möchte gar nicht wissen, was hier los ist, wenn wir mal mehrere Spiele in Folge verlieren“, kommentierte Neff kopfschüttelnd und sichtlich verärgert, und auch Gästecoach Heiko Holtmann zeigte sich arg verwundert.

Die 60 Minuten, die mit Verspätung begonnen hatten (Spenge hatte nach der Vollsperrung auf der A45 im Stau gestanden), waren ähnlich wie im Heimspiel im Dezember gegen die Bergischen Panther ein beidseitiger großer Abwehrkampf gewesen. Die Dragons deckten stark, hatten mit Ante Vukas einen ausgezeichneten Keeper hinter dieser Abwehr, doch sie machten wenig daraus, kamen selten ins Tempospiel und taten sich im aufgebauten Angriff unendlich schwer. Erst recht nach dem Ausscheiden von Christopher Klasmann, der bereits in der zwölften Minute in der Rückzugsphase umgeknickt war. Er versuchte es später noch einmal, doch es ging nicht mehr. Der Knöchel war am Ende dick angeschwollen.

Die Abwehrreihen verrichteten am Samstagabend auf beiden Seiten Schwerstarbeit.

Auch ohne Klasmann führte die SGSH 7:4 (16.), machte dann aber in 14 Minuten nur noch zwei Tore. Katastrophal war vor allem das Überzahlspiel - sechsmal durfte das Neff-Team mit einem Mann mehr agieren. Zu sehr lag zudem generell der Fokus darauf, Kreisläufer Stanko Sabljic zu suchen. Hier fehlte oft ein wenig die Geschwindigkeit. Die Gäste hatten sich hierauf gut eingestellt. Sabljic und Luciano blieben ohne Tor. Unter diesem Kleinklein litt der gesamte Angriff. Die Spenger glichen so durch Holland nach 30 Minuten aus.

Das Aus nach zwölf Minuten: Christopher Klasmann mit Physiotherapeut Marvin Schreyer.

Die zweite Hälfte sah die Dragons direkt wieder 11:9 vorne, doch von Dauer waren offensive Erfolgsstrategien an diesem Abend nicht. Beim 12:15 - einem Empty-Net-Goal vom guten TuS-Keeper Räber - war die Partie bald gedreht (40.). Fortan war es für die Gastgeber die Suche nach den richtigen Stellschrauben, um die Niederlage doch noch irgendwie zu verhindern. Neff brachte Luciano für Sabljic, Jorajuria für Hecker (Sackmann rückte in den Rückraum), Brüning für Hüller und Hüller bald wieder für Brüning. Er stellte nach 49 Minuten (16:19) die Abwehr um und ließ Brüning auf der Spitze decken. Diese Umstellung und Jorajurias Offensivakzente (vier Tore) waren die einzigen Maßnahmen, die griffen. Unterm Strich aber zu wenig gegen einen Gast, der an diesem Abend Kampfkraft mit Spieldisziplin meisterlich kombinierte.

Ausgelassener Jubel beim TuS Spenge nach dem Auswärtscoup in Halver. 

So überstand das Holtmann-Team letztlich auch die letzten Minuten, in denen neben Nils Prüssner (Rote Karte nach hartem Einsteigen beim Gegenstoß gegen Jorajuria, 46.) auch der ganz starke Oliver Tesch (fünf Tore, Rote Karte nach 3. Zeitstrafe, 55.) nicht mehr dabei war. Brezinas 20:24 gegen die offene Manndeckung der Hausherren machte den Auswärtssieg perfekt (59.), die letzten beiden Treffer von Lukas Hüller (mit fünf Treffern bester SGSH-Werfer) kamen zu spät. Die Punkte waren da bereits auf dem Weg nach Ostwestfalen.

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