Handball, 3. Liga West

Erleichterung und ein blaues Auge

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Florian Diehl ackerte und rackerte in der letzten Viertelstunde im Abwehrinnenblock und vorne am Kreis - ein wichtiger Schachzug beim Zittersieg der Dragons beim Schlusslicht in Langenfeld.

Langenfeld - Am Ende war es eher schon Erleichterung als Freude: Erleichterung darüber, beim Tabellenletzten mit einem blauen Auge davongekommen zu sein: 26:25 (12:12) gewann Handball-Drittligist SGSH Dragons am Samstagabend vor 280 Zuschauern beim Schlusslicht SG Langenfeld und verteidigte so die Tabellenspitze.

„Ich habe es die ganze Woche gespürt, aber da kannst du noch so dagegen anreden“, stellte Trainer Stefan Neff nach den 60 Minuten sichtlich geschafft fest. Dass es ein langer Abend werden könnte, wenn die Dragons diesen Vergleich überheblich oder hochnäsig angehen würden, hatte Neff gewarnt. Und dann waren zwei Minuten gespielt, es stand 3:0 für das Becker-Team, diesen vermeintlich biederen Neuling, der auch noch erstmals ohne Toptorjäger Maurice Maurer (verletzt) spielen musste. Der Grundstein war gelegt für den langen Abend, den Neff nicht haben wollte.

Die Langenfelder deckten im 5:0+1-Format mit Positionsverteidiger gegen Lukas Hüller. Die SGSH (ohne Merhar und Brüning, beide verletzt) war darauf vorbereitet – und wenngleich es ungewohnt war, war das Abwehrsystem des Gastgebers nicht das Problem. Der Primus spielte sich Chance auf Chance heraus – und scheiterte immer wieder am starken Alexander Riebau im SGL-Tor. „Nach diesem Spiel wird er glauben, dass er auch Bundesliga spielen kann“, stöhnte Stefan Neff – seine Schützlinge hatten Riebau bei Gegenstößen, von Außen (hier wurde die Abschlussqualität Merhars vermisst) und bei anderen 1:1-Situationen zum Helden geworfen. 

Dazu kam, dass die Dragons-Torhüter unterdurchschnittlich hielten. Zwar wurde aus dem 3:0 und 5:1 (10.) ein 9:9 (21.), doch zur Pause stand es 12:12. Es war nicht das Ergebnis, dass sich der Favorit gewünscht hatte. 

Nach dem Seitenwechsel wurde es nicht besser. Bleckmann und Hecker setzten immerhin in beherzten Einzelaktionen wichtige Akzente. Doch nach 40 Minuten führte trotzdem die SGL 17:15. Nach 49 Minuten stand es 21:21. 

Als richtig und wichtig erwies sich in den letzten 15 Minuten des Spiels eine Umstellung beim Gast: Florian Diehl ersetzte am Kreis und im Abwehrinnenblock Dominic Luciano. Hinten hielt Diehl den Laden nun zusammen, vorne holte er Siebenmeter und Zeitstrafen heraus. Bei der durchaus wichtigen (und berechtigten) Rote Karte gegen den fünffachen Langenfelder Torschützen Henrik Heider (50.) war es indes David Bleckmann, der in der 1:1-Aktion grob gefoult wurde. 

Heider fehlte dem Schlusslicht auf der Zielgeraden. Nicht nur deshalb haderten die Langenfelder in der hektischen Partie auch mit den Referees. „Sie haben regelkonform gepfiffen, aber Heimschiedsrichter waren es sicher nicht“, stellte Stefan Neff fest. Sei's drum: Nach dem 24:23 (55.) machten die Dragons durch Klasmann, Sackmann und Bleckmann drei Treffer in Folge und führten erstmals wieder mit zwei Toren Vorsprung. Ein Vorsprung, den der Spitzenreiter hauchdünn ins Ziel rettete. 

Beste SGL-Werfer: Felix Korbmacher (6), Henrik Heider (5)
Beste Dragons-Werfer: Tobias Schetters (5), Inigo Jorajuria (4/4), Fabian Hecker (3), David Bleckmann (3), Lukas Hüller (3)

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