Auf dem Weg zum Traumstart

Zähes Ringen: SGSH bezwingt Gummersbach

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Zehn Tore beim Heimsieg gegen den VfL Gummersbach: Daniel Krüger.

SCHALKSMÜHLE – Es war kein traumhafter Handballabend, aber die Startbilanz ist doch ein ziemlich traumhafter für den Drittliga-Neuling SG Schalksmühle-Halver. Nach dem 26:24 (11:11)-Heimsieg der Grasediek-Schützlinge gegen den VfL Gummersbach II weist das Team nach drei Spielen 4:2-Zähler auf und darf sich nun auf völlig drucklose Vergleiche gegen die Titelaspiranten TuS Ferndorf und Wilhelmshavener HV freuen.

„Es war ein echter Arbeitssieg, aber auch darauf kann man aufbauen“, brachte SGSH-Trainer Mathias Grasediek die 60 Minuten am fortgeschrittenen Samstagabend bei der Pressekonferenz im Foyer der Löh-Halle auf den Punkt. Die Botschaft: Hauptsache gewonnen. Grasediek: „Dass es leicht werden würde gegen diesen Gegner, das habe ich auch nie gedacht.“

Dabei waren die Gummersbacher Youngster nicht jene Art von Gegner, die sich mit reiner Präsenz und Wucht direkt großen Respekt verschaffen. Das Gegenteil war der Fall. Das Team wirkte auf den ersten Blick wenig wuchtig und furchteinflößend, doch es arbeitete redlich und unermüdlich und stellte der SGSH eine Aufgabe, an der sie sich lange Zeit mit sehr mäßigem Erfolg abarbeitete. Die Aufgabe hieß: Knacke diese 6:0-Abwehr.

Die SGSH experimentierte freudig auf der Suche nach der Lösung. Ein Shooter-Rückraum mit Dmytruszynski, Mayer und Oberste als Spielmacher war genauso wenig der Weisheit letzter Schluss wie ein Rückraum ohne den echten klassischen Shooter (Stuhldreher, Feldmann, Diehl). Auch Mischformen beider Varianten gab es mehrere – zudem mit wechselnden Kreisläufer (erst Müller, dann Buff, später Luciano), aber auch mit sehr wechselhaften Erfolg.

Immerhin durfte sich die SGSH weitgehend auf ihre Defensive verlassen. Mit ähnlichen Vorzeichen. Meist deckte die SGSH im 6:0-System mit viel körperlicher Präsenz. „Dagegen ist uns zu wenig eingefallen. Da muss mehr kommen“, haderte Gästecoach Georgi Sviridenko nach dem Schlusspfiff. Bis zum 8:7 setzte sich so kein Team ab, dann gelang dies der SGSH bis zum 11:7 (21.). Diese Führung hatte mindestens zwei Väter – zum einen den ungemein treffsicheren Daniel Krüger (sieben Tore in Halbzeit eins), zum anderen den guten Dominik Formella im Tor. Ein Buff-Zeitstrafe brachte den Gastgeber dann jedoch aus dem Tritt. Neun Minuten gelang kein Tor. Die Gummersbacher glichen zum 11:11 aus. Das Versuchsaufstellung durfte in den zweiten 30 Minuten wieder bei 0:0 beginnen.

SGSH feiert ersten Heimsieg - 26:24 gegen den VfL Gummersbach II

Der zehnfache Torschütze Daniel Krüger – wer sonst? – beendete in Minute 33 die insgesamt zwölftminütige Torflaute der SGSH zum 12:13, doch Vorteile hatte nun zunächst der Gast. Die SGSH bekam den kräftigen Kreisläufer Andreas Heyme nicht wirklich in den Griff, zudem entdeckte nun Linkshänder Tobias Schröter seine Torgefährlichkeit. So führte der Gast nach 43 Minuten 19:17, und es sah nicht gut aus für die SGSH.

Die Minute 43 war indes eine entscheidende: Beide Teams nutzten diese Minute, um den Torwart zu wechseln. Bei der SGSH ersetzte Mareks Skabeikis Dominik Formella, beim VfL kam Nicholas Plessers für Lukas Puhl. Das hatte durchaus Einfluss aufs Spiel. Bei den Gästen war die 6:0-Abwehr ohne den starken Puhl nurmehr die Hälfe wert. Plessers blieb in zehn Minuten komplett glücklos. Mareks Skabeikis dagegen hielt stark und setzte beim 21:21 mit seiner Klasseparade beim Teppich-Gegenstoß ein Zeichen. Es war eine Aktion, die die Halle wecken und ein Team beflügeln kann. Für ein paar Minuten war die Partie nun eine andere. Auch deshalb, weil die Gastgeber mit Marc Oberste im linken Rückraum offensichtlich spät die beste Variante des Abends entdeckt hatten.

Die SGSH traf (2x Mayer, 2x Oberste) zum 25:21, die Gummersbacher haderten – allen voran Tobias Schröter, der sich beim Stande von 22:21 die erste Zeitstrafe wegen Meckerns, beim 25:22 (56.) eine weitere 2+2-Minuten-Strafe – wieder wegen Meckerns – einfing und die rote Karte sah. Sich in weniger als zehn Minuten komplett aus der Partie heraus zu lamentieren, es war ein rekordverdächtiger Auftritt, der dem Gast nicht schmecken konnte.

Die SGSH führte also 25:22, es war noch etwas mehr als vier Minuten zu spielen, und die SGSH hatte davon vier Minuten einen Mann mehr. Was sollte da noch anbrennen? Eigentlich nichts, doch im VfL-Tor stand nun wieder Puhl und ließ keinen einzigen Ball mehr passieren. Die Überzahl war zudem nach einer Luciano-Zeitstrafe für zwei Minuten dahin. So verkürzte der VfL auf 25:24 und hatte durch Strohl sogar die Chance zum Ausgleich. Skabeikis aber parierte, auf der Gegenseite räumte Maciej Dmytruszynski Sekunden vor dem Ende mit dem 26:24 die letzten Zweifel aus.

Thomas Machatzke

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