Viele offene Fragen nach dem Spielabbruch

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Für den verletzten Keeper Tobias Mahncke sucht der VfL Eintracht Hagen aktuell einen Ersatz.

Schalksmühle - Ereignisreicher Jahresausklang trotz kleinen Programms – die SGSH war spielfrei – in der 3. Liga West: Das Wochenende, das am Freitag mit dem Spielabbruch in Duisburg begann, endete am Sonntag mit einer furiosen Aufholjagd.

Von Thomas Machatzke 

Die HSG Krefeld sah beim Stand von 23:27 gegen Korschenbroich vor 550 Zuschauern in Königshof schon wie der sichere Verlierer aus, doch dann drehte das Mast-Team auf und gewann das Niederrhein-Derby noch 33:31, zementierte damit den dritten Platz.

Das Hagener Gastspiel bei den Löwen in Duisburg dagegen endete abrupt nach der schweren Verletzung von Kevin-Christopher Brüren (47.), der nach einem Foul von Sebastian Schneider böse mit dem Ellbogen auf dem Hallenparkett aufgeschlagen war. Der befürchtete Armbruch war es nicht, die Diagnose lautete am Samstag: Der rechte Ellenbogen ist ausgekugelt, der Knochen hat sich verschoben. Ein MRT-Termin für Brüren steht aus.

Und noch andere Dinge stehen aus: Wie zum Beispiel wird das Spiel gewertet? Eine Wertung für Hagen ist sehr wahrscheinlich, mit welchem Ergebnis aber, das ist offen. Die Duisburger hatten die Partie nicht mehr fortführen wollen, die Schiedsrichter hatten das Spiel nicht von sich aus abbrechen wollen. Einen Abbruch im beiderseitigen Einvernehmen lehnten die Hagener ab. Also traten die Löwen nicht mehr an. Dafür sah Wolfgang Klinz als Teamverantwortlicher die rote Karte. Ihm droht nun eine Sperre, dem Verein zudem eine Geldstrafe. Klar, dass sich dafür das Verständnis der Duisburger in Grenzen hielt. Der SG-Vorsitzende Klaus Schuppert kritisierte im Nachgang, dass es für einen solchen Fall keinerlei Regularien im Verband gebe.

Offen ist zudem, wie lange Sebastian Schneider nach seiner roten Karte mit Bericht gesperrt wird. Der erst vor wenigen Wochen aus Hamm zum VfL Eintracht zurückgekehrte Schneider entschuldigte sich am Wochenende noch einmal in einem längeren Telefonat bei Brüren. In zehn Bundesliga-Jahren hat Schneider nie eine rote Karte gesehen, war entsprechend geschockt, zumal der Zweikampf ohne den so unglücklichen Aufprall des 21-jährigen Linkshändern nach Hagener Darstellung keiner war, der im Handballsport völlig ungewöhnlich ist. Sei’s drum: Nun ist der Staffelleiter am Zug. Zusätzliche Arbeit über die Weihnachsfeiertage...

Die Hagener spielen zwar erst am 24. Januar wieder, bis dahin sind allerdings auch sie gefordert, denn in Wiesbaden droht dann nicht nur der Ausfall von Schneider – auf der Torwartposition wird auf jeden Fall auch weiter Tobias Mahncke fehlen, der sich bekanntlich in Zweibrücken einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Für ihn, so verlautete am Wochenende aus Hagener Kreisen, wolle man bis zum 24. Januar einen Ersatz präsentieren – der Verein stehe mit möglichen Kandidaten in Verhandlungen.

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