Handball: 3. Liga West

23:24! SGSH gibt Partie in Wiesbaden aus der Hand

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Wiesbaden - Es war ein "Fest der Endorphine" in der Sporthalle am Elsässer Platz in Wiesbaden gewesen. Sehr zum Leidwesen der SG Schalksmühle-Halver. 17:9 führten die Drittliga-Handballer aus dem Sauerland bei der HSG VfR Wiesbaden zur Pause und hatten die Partie scheinbar sicher im Griff. Am Ende aber gewann die Leidenschaft der Gastgeber, ging die Partie 24:23 an die HSG.

Von Thomas Machatzke

Es war eines jener Handballspiele, die eigentlich nicht zu begreifen sind. Eines der Spiele, die Trainer und Verantwortliche sprachlos zurücklassen. Nach dem 3:1 für Wiesbaden und einer zählen Startphase hatte die SGSH im Hessenland die Vereinsfahrt mit zwei Bussen zu einer Triumphtour machen wollen. Beim 4:4 (16., Kaplan) war das Spiel letztmalig ausgeglichen. Was dann folgte, war eine Demontage der Gastgeber.

Die erste Viertelstunde war im Grunde von beiden Seiten keine gute gewesen. Die SGSH hatte wieder Probleme gehabt, aus dem gebundenen Spiel zu Toren zu kommen. Doch dann lief es wie am Schnürchen. Der schon vorher starke Jacek Wardzinski war in den ungewohnten rechten Rückraum gerutscht, Matti Rydz in den zentralen und Maciej Dmytruszynski in den linken. Ein rein polnischer Rückraum sorgte für eine SGSH wie im Rausch. Aus dem 4:4 wurde ein 6:11 (22.) und zur Pause ein 9:17. Es war ein Spiel, in dem ein Gastgeber am liebsten durch die Hintertür verschwindet.

SGSH verliert 23:24 bei der HSG Wiesbaden

Die Schützlinge von Stephan Metz aber verschwanden nicht, im Gegenteil. Sie entschieden sich dafür, einfach weiter Gas zu geben, zu kämpfen, was das Zeug hält. Und sie beorderten Luis Garbo als Indianer vor die Abwehr. Das reichte, um der SGSH alle Sicherheit zu rauben. Der Gast verzichtete nun auf den mit zwei Zeitstrafen belasteten Jacek Wardzinski. Aus dem 9:17 wurde ein 17:20 (40.) - da reagierte Mathias Grasediek, nahm eine Auszeit und brachte Wardzinski zurück.

So einfach aber war es nicht. Mit dem Linkshänder kehrte die Sicherheit nicht zurück, der Angriff blieb ohne Durchschlagskraft, erst recht, als der zwischen der 31. und 46. Minute fünfmal erfolgreiche Feldmann nach einem Gegenstoß verletzt raus musste. Auf Feldmanns 18:22 (46.) sollte nur noch ein Müller-Tor folgen - zu wenig.

Beim 23:23 durch Teuner (55.) glich die HSG erstmals aus - und hatte nun die Halle hinter sich und allen Rückenwind. Engels 24:23 zählte nicht, weil er den Kreis betreten hatte, doch Kaplan schaffte in Minute 59 das 24:23. Die SGSH - ihre besten Schützen hießen im Hessischen Jacek Wardzinski (9/1) und Christian Feldmann (5/2) - dagegen blieb in den letzten zwölf Minuten ohne Tor. Und verlor ein Spiel, das eigentlich nie und nimmer zu verlieren war.

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