SGSH-Heimspiel mit verdeckten Karten

+
Sein furioses Comeback in Köln-Chorweiler war der vielleicht entscheidende Überraschungsmoment beim 28:27-Sieg. Florian Diehl hofft mit der SGSH am Samstagabend, den Neuling auch beim zweiten Vergleich in die Knie zwingen zu können.

Schalksmühle - Der Abstiegskampf und mithin das Fernduell mit der Konkurrenz aus Gummersbach und Soest geht weiter: Am Samstagabend erwartet Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver am Löh den Aufsteiger Longericher SC. Anwurf ist um 19.30 Uhr.

Nach dem Gastspiel in Soest und dem denkwürdigen Derby gegen Volmetal ist es für die SGSH ein Stück weit eine Rückkehr in den Alltag. Die Brisanz ergibt sich diesmal allein aus der Tabellensituation. Die Kölner haben nach dem knappen Heimsieg gegen Varel mit 23 Pluspunkten eine relativ komfortable Ausgangslage im Abstiegskampf, werden gleichwohl vor Ostern mit einem Sieg alle Zweifel ausräumen wollen.

Der SGSH könnte am Samstag etwas gelingen, das bisher noch gegen keinen Gegner gelang: eine Vier-Punkte-Ausbeute. Das Hinspiel gewann das Team in Köln 28:27, es war vor allem für die SGSH eine sehr emotionale Partie nach den Geschehnissen rund ums Trainerduo Grasediek/Meyrich nach dem Volmetal-Hinspiel, zudem feierte seinerzeit in Chorweiler Florian Diehl ein furioses Comeback. Für den LSC war es die erste Heimniederlage nach mehr als zwei Jahren. Die SGSH (17:31-Punkte) hofft natürlich darauf, die Abstiegsplätze mit einem Heimsieg zu verlassen.

Konkurrent Soest (18:30) hat beim Topteam in Fredenbeck die deutlich schwerere Aufgabe vor der Brust, der Tabellenvorletzte Gummersbach (15:33) hat bei den mit Fredenbeck punktgleichen Krefeldern ebenfalls ein anderes Kaliber als Gegner – so könnte es das Wochenende der SGSH in diesem Dreier-Vergleich werden.

Markovic: "Jedes Spiel lebenswichtig"

„Für uns ist jetzt jedes Spiel lebenswichtig“, sagt Dragan Markovic und hat vor den Gästen aus Longerich denselben Respekt wie vor allen anderen Gegnern der Spielklasse, die der Bosnier ob ihrer Ergebnisse „Überraschungsliga“ nennt. Wenngleich die Gäste vom Rhein nach ihrem furiosen Start auch aufgrund erheblicher Verletzungsprobleme inzwischen auf Rang neun abgerutscht sind, so bringen sie doch einen Spitzenreiter mit: Benjamin Richter ist aktuell bester Torschütze der 3. Liga West, liefert sich an der Spitze einen Zweikampf mit Fredenbecks Jürgen Steinscherer. „Über Richter läuft alles“, sagt Markovic, mag sich aber noch nicht in die Karten schauen lassen, wie er den torgefährlichen Spielmacher mit Wurzeln in Ostwestfalen zu bekämpfen gedenkt.

Personell hat die Grippe in dieser Woche Station gemacht bei der SGSH. Wen es stärker und wen weniger stark getroffen hat – auch das bleibt derweil geheim. Im zähen Ringen um jeden Punkt will Markovic nach den fünf Niederlagen in sechs Spielen als SGSH-Trainer dem Gegner keinerlei Anhaltspunkte für etwaige Schwächen geben. Der Bosnier hofft derweil ebenso wie der Sportliche Leiter Axel Vormann darauf, dass bis zum Samstag mit Ausnahme der Langzeitausfälle Feldmann und Merhar sowie Max Büchel (Nasenfraktur) alle Akteure dabei sein werden. Alle bis auf einen – Vormann selbst weilt ab Samstag im Skiurlaub. Seine Aufgaben rund um die Partie übernimmt ausnahmsweise der verletzte Youngster Max Büchel.

Verbandsaufsicht am Löh

Nach den Vorkommnissen rund um das Derby gegen den TuS Volmetal wird am Samstag in der Sporthalle Löh eine Verbandsaufsicht die Partie beobachten. WHV-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle hat diese Maßnahme angeordnet. Besonders beobachtet werden soll der Ordnerdienst, nachdem am Samstag in der Halle Mühlenstraße nicht nur der verletzte SGSH-Akteur Natko Merhar beim allgemeinen Handgemenge von der Tribüne aufs Feld gelaufen war und mitgemischt hatte. Dazu trugen die Referees in den Spielbericht ein, dass zum Teil Sitzkissen aufs Feld geflogen waren, dass zudem auch der allgemeine Konfetti-Regen in beiden Fanblöcken nicht nur für Konfetti auf der Tribüne gesorgt hatte. Kurz vor dem Ende war zudem eine Zuschauerin des TuS Volmetal mir einer Fahne und dem Smartphone direkt hinters SGSH-Tor gelaufen, um dort diesen letzten Siebenmeter zu filmen.

Natko Merhar hat derweil seiner Ankündigung Taten folgen lassen und gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden der SGSH, Ken Börner, am Dienstag das Training des TuS Volmetal besucht und sowohl TuS-Kreisläufer Philipp Dommermuth, den er angegriffen hatte, als auch TuS-Coach Stefan Neff um Entschuldigung gebeten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare