SGSH: Merhar nächster Ausfall

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Laufduell zweier nun Verletzter: Natko Merhar (links) wird der SGSH am Samstag beim Gastspiel in Ratingen aufgrund einer Bauchmuskelzerrung fehlen. „Gaddi“ Xhafolli (rechts), Linkshänder der HSG Varel, hat es noch schlimmer getroffen – er hat sich gegen die SGSH das Wadenbein gebrochen.

Schalksmühle - Beim Handball geht es für gewöhnlich um Tore, um Spielkonzepte und Abwehrsysteme, um Strategie und um Taktik. Beim Drittligisten SG Schalksmühle-Halver dreht sich derweil weiter vieles um medizinische Diagnosen.

Im Blickpunkt Woche für Woche: die Magnetresonanz-Tomographie, kurz: MRT.

Vor dem Gastspiel am Samstagabend um 18 Uhr beim „Löwenrudel“ der SG Ratingen hatte zum Beispiel Florian Diehl unter der Woche einen dieser viel zu zahlreichen MRT-Termine. Es ging um sein Kahnbein der linken Hand, und die Diagnose war frustrierend: Die Durchblutung ist besser geworden, zusammengewachsen ist der Knochen nicht. Das bedeutet: Weitere vier Wochen im Wartestand für den jungen Polizisten bis zum nächsten MRT-Termin. Bitter.

Der nächste Patient: Bei Natko Merhar war gerade eine Entzündung dabei abzuklingen, da zog sich der Linksaußen im Training die nächste Verletzung zu. Der Verdacht: eine Bauchmuskelzerrung. Endgültigen Aufschluss soll eine MRT geben. Klar aber ist, dass in Ratingen neben Todor Ruskov, Kristian Eskericic (ist in dieser Woche ins Lauftraining eingestiegen, Hoffnung auf den ersten Einsatz gegen Neuss), Achim Jansen, Lutz Weßeling (hat wieder locker trainiert, könnte am ehesten ein Überraschungs-Comebeck feiern, was aber auch unwahrscheinlich ist) und Florian Diehl auch Natko Merhar fehlen wird. Auch bitter.

Herbst der Verletzungs-Seuche

Der Herbst 2015 ist der Herbst der Verletzungs-Seuche für die SGSH. Dass die sportliche Bilanz mit 1:7-Zählern entsprechend ist, rückt da fast in den Hintergrund. Ein Befreiungsschlag wäre was, die SG Ratingen aber ist nicht die Art von Gegner, gegen den ein solcher leicht zu realisieren wäre.

Die Schützlinge von Ex-Nationalspieler Richard Ratka hatten schon in der vergangenen Saison ein starkes Team, und sie haben personell noch einmal nachgelegt. Der Start allerdings war durchwachsen, die Niederlage in Neuss überdeutlich, die Heimschlappe gegen den TSV GWD Minden II zudem eine böse Überraschung. 4:4-Startpunkte dürften auch in Ratingen niemanden zufrieden stimmen. „Natürlich wollen wir alles reinlegen in dieses Spiel, aber natürlich es auch wieder eine sehr schwere Aufgabe“, sagt Cheftrainer Mathias Grasediek, „was mich positiv stimmt: Ich habe bei uns eine Entwicklung feststellen können in den vergangenen Spielen. Partien wie in Leichlingen oder Aurich hätten wir im vergangenen Jahr noch mit zehn Toren verloren. Wir sind kämpferisch weiter, und auch spielerisch.“

Für den SGSH-Rückraum wird es eng

Allein um die Substanz ist es nicht gut bestellt. Mögliche Alternativen? „Ich werde es mit Axel Meyrich und Dirk Pfaffenbach besprechen, aber dort, wo uns am meisten fehlt, ist das schwierig“, sagt Grasediek. Mit anderen Worten: Für die linke Außenbahn gibt der Kader mit Eigenbrodt oder Büchel Alternativen für den nun einzig gelernten Linksaußen Fleischhauer her, für den Rückraum aber wird es eng, da aber ist der Sprung für einen Landesliga-Rückraum-Spieler aus der Reserve in die 3. Liga ein sehr großer. So bleibt das Prinzip Hoffnung. Die Hoffnung, dass die SGSH ihr Potenzial am Niederrhein abruft und zusätzlich vielleicht auch das zuletzt so schmerzlich vermisste Quäntchen Glück hat. Zur Erinnerung: In der Vorsaison unterlag die SGSH einerseits zwar zweimal gegen die SG Ratingen, die Bilanz ist eine schlechte. Andererseits macht die gemeinsame Geschichte der SGSH auch Mut: Im Hinspiel in Halver im Herbst 2014 – da kam die SG Ratingen nach vielen tristen Wochen voller Verletzungsprobleme und ohne Punkte ins Sauerland und feierte ihren ersten Saisonsieg. Es war die Art von Befreiungsschlag, die sich die SGSH heute für sich wünscht.

Breitere Aufstellung im Ratinger Rückraum

Es ist das vermeintlich schwere zweite Jahr für die SG Ratingen in der Drittklassigkeit, dafür allerdings hat sich das Team vom Niederrhein gut aufgestellt, nämlich gezielt verstärkt: Vom Liga-Rivalen TuS Ferndorf wechselte mit Simon Breuer ein absoluter Leistungsträger des Meisters zur SG. Damit ist das „Löwenrudel“ auf der Spielmacher-Position neben Dominic Kasal nun doppelt stark besetzt. Im linken Rückraum steht neben etablierten Kräften wie Rommelfanger und Giela mit Yannick Eckervogt aus Soest eine weitere Alternative zur Verfügung. So ist die SG, die mit Ben Schütte und André Schulz weiter ihre gefürchtete Flügelzange hat, vor allem im Rückraum breiter aufgestellt, agiert inzwischen häufiger mit einem Rechtshänder statt Oesterwind im rechten Rückraum.

Auch der dritte Neuzugang kam von einem Liga-Rivalen: Keeper Malte Jaeger von der HSG Krefeld. Jaeger ist nach der schweren Verletzung von Mathis Stecken besonders in der Pflicht, wobei die Ratinger auf den längerfristigen Ausfall ihres Stammkeepers bereits reagiert haben: Mit Jan Benninghoff wurde der Ex-Keeper von Adler Königshof kurzfristig verpflichtet. Er war bereits in Soest spielberechtigt.

SGSH: Formella, Plessers – Feldmann, Büchel, Eigenbrodt, Müller, Mayer, Dmytruszynski, Fleischhauer, Wardzinski, Luciano, Munkel

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