Personelle Durststrecke für SG Schalksmühle-Halver

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Malte Müller (rechts) machte im ungewohnten zentralen Rückraum am Samstag eine sehr ordentliche Partie. Und auch Daniel Buff (daneben) zählte im Heimspiel gegen Neuss zu den guten SGSH-Akteuren.

Schalksmühle - Es gab am Samstagabend nicht nur einen positiven Aspekt im Spiel der SG Schalksmühle-Halver, aber diesen einen betonte Trainer Mathias Grasediek ganz besonders: „Wir haben den direkten Vergleich gewonnen“, sagte der Herdecker, „und das war mir ganz besonders wichtig.“

Von Thomas Machatzke 

Nach dem 31:27-Sieg im November beim Neusser HV war das 19:21 im Heimspiel gegen das Witte-Team nicht das, was man sich erhofft hatte. Aber es war angesichts der personellen Engpässe eine erklärliche Niederlage – und sie war mit Blick aufs Nicht-Punkten der Konkurrenz auch ein Stück weit zu verschmerzen. Sechs Spiele vor dem Saisonende beträgt der Vorsprung auf den Drittletzten weiterhin sieben Punkte, der Viertletzte ist noch vier Punkte entfernt. Zumindest der Sonntag (Niederlagen von Gummersbach und Duisburg) und der Freitag (Gladbecker Niederlage) spielten dem Grasediek-Team ergebnistechnisch in die Karten.

Die Neusser liegen seit Samstag nur noch drei Punkte hinter der SGSH. Allerdings sind es eigentlich vier Punkte, denn der direkte Vergleich kommt ja nun auch noch hinzu. Wobei es momentan ein Stück weit abenteuerlich ist, eine Konstruktion zu finden, in der Neuss und die SGSH am Ende gleichauf liegen werden auf einem Rang, auf dem ein direkter Vergleich irgendeine Bedeutung hat. Aber immerhin – es könnte vieles passieren. Wenn es gerade dieser Fall sein sollte, hat die SGSH eine Sicherheit mehr.

Positiven Trend aus Gladbeck fortgesetzt

Fernab des Ergebnisses und der Tatsache, dass es kein Spiel für Handball-Ästheten gewesen war in der Halle Mühlenstraße, setzten die Hausherren den positiven Trend aus Gladbeck fort. Mit beherztem Kampf und einem guten Matchplan machte es das SGSH-Rumpfteam dem Gast schwer. Die offensive Abwehr raubte dem NHV zu Beginn die Sicherheit. Wenn die SGSH zwei Rechtsaußen in Normalform auf dem Parkett gehabt hätte – es hätte auch in dieser Besetzung gegen das Team vom Niederrhein reichen können.

Wobei der Neusser HV weiterhin eines der größeren Rätsel der Liga bleibt. Neben einem Spielmacher von gehobener Qualität (Handschke) hatte das Team zuletzt noch mit einem Sportpsychologen aus Düsseldorf für den Abstiegskampf nachgerüstet. Die individuelle Klasse und das Rundum-Paket des Niederrhein-Meisters von 2013 stehen indes in krassem Gegensatz zur Teamleistung auf dem Parkett. Vieles beim NHV wirkte auch am Samstag unausgegoren. Das Witte-Team scheint wie ein Angreifer, der ein riesiges Waffen-Arsenal zur Verfügung hat, der aber gar nicht recht damit umzugehen weiß.

"Rückraum" nur in Fragmente an Bord

Die SGSH dagegen hatte kaum Waffen. Ohne die verletzten Feldmann (Schulter), Diehl (Hand), Dmytruszynski (Verdacht auf Muskelfaserriss) und Oberste (Rücken) waren nur Fragmente des Rückraums an Bord. Das droht so zu bleiben am Löh gegen Soest, denn bei keinem SGSH-Akteur ist Entwarnung fest einplanbar. Für Feldmann spricht Co-Trainer Axel Meyrich immerhin von einem „Minifunken Hoffnung“.

Kurzfristiges Nachrüsten scheidet zudem praktisch auch aus. Es ginge nur, wenn ein Spieler ohne Verein auf dem Markt wäre. Auf Jan Stuhldreher trifft dies zu. Er allerdings hat sein September nicht mehr gespielt und befindet sich nach langer Verletzungspause im Aufbautraining. Eine kurzfristige Rückkehr Stuhldrehers, der bis dato nur leichtes Lauftraining absolviert hat, ist wohl keine Option. So wird es mit einem Rumpfteam weitergehen müssen.

SGSH unterliegt Neusser HV 19:21

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