Ein unerquickliches Stimmungsgemenge

+
Auf dem Zahnfleisch: Lutz Weßeling musste am Samstag vorne wie hinten 60 Minuten lang durchhalten. Am Ende fehlten ihm die Kräfte, die Partie für die SGSH zu entscheiden.

Schalksmühle - Die Euphorie des Momentes ist dahin. Nach vier Siegen in Folge hat es die SG Schalksmühle-Halver am Samstag in der 3. Liga West gegen den TV Korschenbroich beim 24:31 wieder erwischt.

Doch was schwerer wog als die Niederlage, war die Erkenntnis, dass die Saison eine ziemlich lange werden könnte vor dem Hintergrund eines unerquicklichen Stimmungsgemenges. „Ich bleibe dabei: Wir waren zu dünn besetzt. Nur ein Abwehrspieler mehr hätte uns andere Möglichkeiten eröffnet“, stellte Trainer Mathias Grasediek mit dem Abstand zweier Nächte, in denen er schlecht geschlafen hatte, fest und mochte – auch um kein Öl ins Feuer zu gießen – nicht konkreter werden.

Damit war er angesichts der sechs Ausfälle im eigenen Kader allerdings auch ohne konkrete Worte wieder bei der Frage nach den Alternativen und der Hilfe von unten angekommen. Alex Trimpop hatte in der Vorwoche in Gummersbach ein Topspiel gemacht in der 3:2:1-Abwehr, sollte nun aber nicht im Drittliga-Team festgespielt werden, um so nicht für das Landesliga-Topspiel in Halingen am Samstag auszufallen. So hatte es der Vorstand nach Gesprächen mit allen Beteiligten verfügt.

Fernab der Frage, welche Seite recht hat, zeigte die Thematik, wie schwierig aktuell trotz der vier Siege in Folge der Umgang miteinander ist. Das Trainerduo hatte die Entscheidung nicht verstanden und damit auch öffentlich nicht hinterm Berg gehalten. Letzteres wiederum soll der Führungsriege nicht gefallen haben. Sei’s drum: Sportlich war die Niederlage nüchtern betrachtet eine erklärliche. So lange die Kraft reichte, hielt das Not-Team mit. Als dann aber gerade bei Lutz Weßeling in der entscheidenden Phase nach 45 Minuten Volldampf die Kräfte schwanden, traf der Rückraum-Linke nicht mehr so zuverlässig und war auch hinten arg verwundbar. Wie Weßeling gingen auch andere Spieler, die keine Pausen erhielten, auf dem Zahnfleisch.

Trimpop am Sonntag wieder frei fürs Drittliga-Team

Mathias Grasediek ärgerte dies gerade vor dem Hintergrund weiterer Verletzungsgefahr. „Ich sorge mich um Spieler wie Malte Müller oder Lutz Weßeling, weil sie einfach durchhalten müssen und so die nächsten sein könnten, die sich verletzen. Eine Alternative wäre einfach auch gut gewesen, um diese Spieler zu schützen.“

Am Sonntag dürfte es im Gastspiel beim Schlusslicht in Habenhausen zumindest etwas Besserung geben: Alex Trimpop kann dann einen Tag nach dem Halingen-Spiel wieder oben aushelfen, zudem hofft Grasediek, dass es vielleicht bei Maciej Dmytruszynski für ein paar Einsatzminuten reichen könnte. Ob damit auch eine Verbesserung der Stimmungslage einhergeht, das scheint allerdings zumindest fraglich.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare