SGSH: Wider den klaren Kodex

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Machte der SGSH-Defensive Probleme: David Oppong.

Schalksmühle - Die Tabelle in der 3. Liga West hat aktuell noch wenig Aussagekraft, gleichwohl kann der SG Schalksmühle-Halver Platz 13 mit 1:5-Zählern nach drei Spieltagen natürlich ganz und gar nicht gefallen.

Am Samstagabend nach dem 27:31 gegen Fredenbeck war die Laune dann trotz der kämpferisch guten Leistung auch eine eher durchwachsene bei Trainer Mathias Grasediek. Auf die Auftaktfrage bei der Pressekonferenz, dass man sich einen so tollen 6:0-Punkte-Traumstart, wie ihn die Fredenbecker hingelegt hatten, auch bei der SGSH gewünscht hätte, reagierte der Diplom-Sportlehrer entsprechend. „Wovon träumen wir?“, entfuhr es ihm da, „6:0-Punkte – nur die größten Träumer können bei unserem Auftaktprogramm von so etwas sprechen...“

Realität sind 1:5-Punkte und eine erkleckliche Verletztenliste. „Bis zum Spiel in Varel wird sich nichts gravierend verbessern“, stellte Mathias Grasediek mit zwei Tagen Abstand zum Spiel am Samstag fest. Bereits am Samstag hatte er die Fans um Nachsicht und Geduld für noch vier bis fünf Spiele gebeten. Erst dann dürfte die SGSH annähernd das personelle Gesicht haben, das sich die Verantwortlichen vorgestellt haben. Ohne ein Drittel des 18er-Kaders waren die Alternativen am Samstag rar gesät. Trotzdem war die SGSH keineswegs chancenlos gegen den Ex-Bundesligisten.

„Nach dem 10:7 stimmte einiges nicht – da sind wir von demjenigen, der den Gegner überrascht, zum vom Gegner Überraschten geworden“, haderte Grasediek, der schon direkt nach dem Spiel hart Kritik geübt hatte am Umgang untereinander bei Rückschlägen und Misserfolgen in dieser Phase. Unter anderem Christian Feldmann hatte sich nach dessen Zeitstrafe stark lamentierend auf dem Feld gezeigt. „Wir haben uns einen klaren Kodex erarbeitet, wie mit so etwas umzugehen ist, was vom Spieler erwartet wird“, sagt Grasediek, „daran haben sich nicht alle gehalten. Das werden wir aber intern besprechen.“

Es wird also eine interessante Woche, an deren Ende die erste Nordtour der Saison steht. Am Sonntag um 17 Uhr ist die SGSH bei der HSG Varel gefordert. Bis dahin dürfte Tobias Fleischhauer wieder dabei sein, der am Samstag nach Magen-Darm-Infekt geschwächte Jacek Wardzinski wieder fitter. Mit viel mehr aber ist nicht zu rechnen. „Trotzdem müssen wir sehen, dass wir nun diesen beiden schweren Spielen in Varel und Ratingen ein paar Pünktchen holen.“

Fredenbecker Trainer "verliebt in sein Team"

Aus der Not eine Tugend zu machen – das riet Gästetrainer Andreas Ott der SGSH am Samstagabend angesichts der großen Personalnot beim Pressegespräch im Foyer, die jungen Spieler einfach mal reinzuwerfen – Ott war euphorisiert vom Momentum seines Teams und so stolz auf seine Jungs. Ott wohnt in Fredenbeck nur 200 Meter von der Halle entfernt und hat Teile seines Kaders schon in der C-Jugend unter seinen Fittichen gehabt. Auch wenn er seinen VfL in dieser Saison eher um den Klassenerhalt als um die Spitze kämpfend sieht, kam er am Löh ins Schwärmen.

„Wenn ich bedenke, dass wir vor eineinhalb Jahren ums nackte Überleben gekämpft haben, dann im letzten Jahr nach toller Rückrunde Sechster geworden sind und ich nun auf ein Spiel wie unser erstes gegen Krefeld schaue, in dem wir den Gegner bei 20 Toren halten“, sagte Ott in einer Pressekonferenz der Stimmungs-Gegensätze, „dann kann ich diese Mannschaft einfach nur lieben...“

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