„Unendlich leichte“ Gegentore

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Lutz Weßeling betrieb fast im Alleingang in der Schlussphase der Partie in Korschenbroich noch Ergebniskorrektur, kam auf insgesamt zehn Tore in der Waldsporthalle.

Lüdenscheid - Die Ansprache an die Adresse der Mannschaft hatte sich Dragan Markovic für die Trainingseinheit am Montagabend aufgehoben. „Eine Analyse muss sein“, betonte der Trainer der Drittliga-Handballer der SG Schalksmühle-Halver.

Auch wenn nach der höchsten Saisonniederlage, dem 27:38 in Korschenbroich, der Klassenerhalt dank des Vareler Siegs gegen den jetzt akut gefährdeten Soester TV gesichert ist. „Gott sei Dank ist die Saison gerettet“, atmete Markovic nach der Klatsche vom Niederrhein durch, bei der nach drei Vierteln der Spieldauer der Rückstand der SGSH satte 15 Tore betragen hatte – 15:30 beziehungsweise 16:31 aus Sicht der Gäste. „Eigentlich war es das schlechteste Spiel, seit ich hier bin.“

Besonders ins Gericht ging Dragan Markovic mit der Defensive seiner Mannschaft. „Wir haben in der Abwehr viel falsch gemacht, haben den Korschenbroichern unendlich leichte Tore ermöglicht“, lautete die Analyse des schwäbischen Bosniers. Seinem Gegenüber Ronny Rogawska hatten am Samstag lediglich acht Feldspieler zur Verfügung gestanden. Was auf der Platte stand, hatte trotz des Ausfalls von Maciej Dmytruszynski auf SGSH-Seite beträchtliche Größen-Nachteile gegenüber dem Gast.

So waren Markus Neukirchen (2,04 Meter), Maximilian Schreiner (2,00 Meter) und Tom Wolf (1,94 Meter) bei den Gastgebern nicht dabei, größter Rückraum-Akteur des TVK war am Samstag Justin Müller (1,87 Meter), ihm zur Seite standen Michel Mantsch (1,82 Meter) und Gerrit Stassen (1,80 Meter). Doch allen Zahlenspielen zum Trotz trafen die Korschenbroicher aus dem Rückraum gegen Ruskov, Luciano, Weßeling & Co... Ebenfalls auffällig: Mehrfach schnappten sich die Hausherren unbedrängt Abpraller und netzten per Nachwurf ins SGSH-Tor ein. „Wir haben in der ersten Hälfte die offensive Deckung der SGSH auseinander genommen und waren trotz der körperlichen Unterlegenheit spielerisch überlegen. Justin Müller hat unser Spiel hervorragend gelenkt und geleitet, seine Mitspieler toll in Szene gesetzt“, lautete Rogawskas Fazit.

Kritik am Unparteiischen

Vielleicht wirkte sich aus, dass Mantsch und Linksaußen Max Zimmermann, der in der ersten Halbzeit gleich fünfmal traf, gerade ihre Verträge in Korschenbroich verlängert hatten und mit sichtbar großer Motivation zu Werke gingen. Eine nicht unwichtige Nebenrolle sah Dragan Markovic aber auch bei den Unparteiischen Tobias Marx und Falko Pühler: Die Referees aus dem Bergischen Land zeigten gegen geduldig spielende Gastgeber zwar häufiger Zeitspiel an als gegen die SGSH. Dem gehobenen Arm folgte aber niemals der Pfiff, die TVK-Spieler durften weiter ihre Pässe spielen, bis im Zweifelsfall eben doch ein Mitspieler freistand. „Die Korschenbroicher durften viel länger spielen als wir“, war Markovics Kritik an die Schiedsrichter. Der Blick geht derweil nach vorne: Am Samstag kommt Schlusslicht ATSV Habenhausen zum Saisonkehraus zum Löh. Ein Spiel ohne Druck und doch mit klarer Vorgabe. „Den Fans, die mit in Korschenbroich waren, wollen wir mit einer guten Leistung etwas zurückgeben und das Maximale rausholen“, sagt der Sportliche Leiter der SGSH, Axel Vormann. Trotz Entwarnung im Abstiegskampf wird deshalb noch einmal voll trainiert.

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