Handball: 3. Liga West

SGSH Dragons: Mit Vorfreude, Stolz und Respekt ins absolute Topspiel 

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Mit breiter Brust ins Gipfeltreffen: Stefan Neff und die Dragons-Drittliga-Handballer freuen sich auf den Samstagabend in Krefeld. „Es ist eine Ehre für uns als Mannschaft, dieses Spiel so bestreiten zu dürfen“, sagt Neff.

Schalksmühle - Am Samstag um 19 Uhr schaut die 3. Liga West der Handballer in die altehrwürdige Glockenspitzhalle nach Krefeld. Es ist am 14. Spieltag Zeit fürs Gipfeltreffen.

Auf der einen Seite die HSG Krefeld (24:2-Punkte), auf der anderen Seite die SGSH Dragons (23:3). Ein Spiel, auf das sich beide Seite am Vorabend des ersten Advents freuen wie Schneekönige. „Es ist eine Ehre für uns als Mannschaft, dieses Spiel so bestreiten zu dürfen. Es macht uns auch stolz“, sagt Stefan Neff vor der Reise an den Niederrhein, „so ein Spiel muss man genießen, aber eben nicht nur. Wir wollen dort auch etwas holen, keine Frage.“ Am liebsten die Tabellenführung.

Ein Sieg in der Glockenspitzhalle würde die Dragons wohl – vorausgesetzt ein Heimsieg im letzten Hinrundenspiel gegen Northeim – zum Halbzeitmeister machen. Auf der anderen Seite wäre die HSG mit einem Sieg schon vor dem Hinrundenfinale Halbzeitmeister, hätte dann ein bequemes Polster von drei Punkten. „Wir werden uns aufs Spiel fokussieren, ohne uns verrückt zu machen“, sagt Ronny Rogawska, der Däne auf der Krefelder Bank, der sich wie Stefan Neff riesig auf dieses besondere Spiel freut, „wir wollen im Training die richtige Mischung finden, uns gut auf den Gegner einstellen und dann versuchen, am Samstag alles auf den Punkt zu spielen.“ 

Dass Rogawska sein Team gut vorbereiten wird, daran hat Neff gar keinen Zweifel. „Bei ihm lohnt es sich immer, Video zu schauen. Er stellt seine Mannschaften immer taktisch richtig gut ein, das war auch schon in Korschenbroich so“, sagt Neff, der den Trainerkollegen sehr schätzt. Überhaupt ist das Gipfeltreffen im Vorfeld sehr vom gegenseitigen Respekt geprägt. Und natürlich noch von etwas anderem. 

Ein Dutzend Siege in Folge

„Auf beiden Seiten könnte die Brust wohl gar nicht breiter sein“, sagt Neff. Die Krefelder haben ein Dutzend Spiele in Serie gewonnen. Die SGSH Dragons sind noch ungeschlagen, haben nur dreimal in der Fremde unentschieden gespielt. Wenn in der Halle am Samstag an etwas kein Mangel sein dürfte, dann an Selbstvertrauen. 

Was aber wird das Topspiel entscheiden bei zwei Kadern, die ihre außergewöhnliche Qualität nachhaltig unter Beweis gestellt haben? „Natürlich auch die Tagesform“, sagt Neff. Marcel Görden, Kapitän der Krefelder, tippt zwar einen HSG-Sieg mit zwei bis drei Toren Vorsprung, aber er ist sich auch sicher, dass es ein extrem enges Spiel werden wird. Görden sieht sein Team nah an „seinem Saisonziel“, auch wenn es noch früh ist. Auch Rogawska hat im Sommer vom Ziel Platz eins gesprochen. Für die Gäste muss das nicht verkehrt sein, es erhöht den Druck auf die HSG. 

Und das Personal? Die Situation ist nicht dazu angetan, ein Team in die Favoritenrolle zu drängen. Zwar fehlt bei Krefeld definitiv Abwehrspezialist Damian Janus (Schulteroperation), doch zuletzt löste die HSG dies im Innenblock neben Görden mit Vonnahme oder Hansen sehr gut. Auf der anderen Seite ist bei den Dragons der Einsatz von Luca Sackmann, auch eine feste Defensiv-Säule, weiter fraglich. Er saß zwar gegen Leichlingen bereits auf der Bank. Sein Okay müsste allerdings noch Dr. Bernd Lasarzewski, der Teamarzt der SGSH Dragons geben. Dasselbe gilt indes auch auf HSG-Seite für Lars Jagieniak, den die Krefelder gestern als Neuzugang mit Zweitspielrecht – der Linksaußen von Bayer Dormagen soll beim Nachbarn Spielpraxis sammeln – vorstellten und der bereits morgen spielberechtigt ist.

Und selbst wenn, bliebe die Frage, ob ein Kaltstart nach einem kompletten Monat Pause Sinn machen würde. Ein Faktor im Gipfeltreffen dürfte das Heimrecht sein. „In so einem Spiel ist es ja nie verkehrt, zu Hause zu spielen“, sagt Neff, das hat die jüngste Erfahrung im so engen Match gegen Leichlingen gezeigt, dass die Dragons am Ende auch mit Hilfe des eigenen Anhangs für sich entschieden. 

"Normale Rituale - und dann volle Attacke"

Dass viele Fans aus dem Sauerland an den Niederrhein reisen werden, gilt als sicher. Doch der Zuspruch der HSG ist in dieser Saison auch riesig. Erwartet wird eine vierstellige Teilnehmerzahl. Dazu die riesige, für den Gast eher ungewohnte Sporthalle, in der es schon mal länger dauert, den Ball ins Spiel zu bringen und Tempo zu machen. Das ist gewiss ein Vorteil für den Spitzenreiter. 

Die Dragons nehmen’s sportlich. Es geht darum, an der Herausforderung zu wachsen, im ganz besonderen Spiel das ganz Besondere zu zeigen. Nur die Vorbereitung, die wird nicht besonders sein. Zwar fährt das Team mit zwei Kleinbussen vor, damit im großen Bus mehr Platz für Fans ist, doch das ist das einzig Ungewohnte. „Es ist keine weite Fahrt, wir gehen deshalb nicht noch vorher Kaffeetrinken oder so was“, sagt Neff, „wir werden unseren normalen Ritualen treu bleiben – und dann volle Attacke…“ 

HSG: Nippes, Jäger, Keutmann – Wöstmann, Zimmermann, Hansen, Vonnahme, Gentges, Ciupinski, Schiffmann, Brüren, Roosna, Liesebach, Hampel, Görden, Kuhfuss, Jagieniak
Dragons: Vukas, Plessers – Merhar, Schetters, Diehl, Klasmann, Bleckmann, Hüller, Brüning, Hecker, Ruskov, Jorajuria, Sackmann (?), Prior, Luciano 
Schiedsrichter: Christian Moles/Lutz Pittner (Heddesheim/Hemsbach)

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