Florian Diehl erzielt beim Comeback zwei Tore

Bayer-Handballer zeigen der SGSH die Grenzen auf

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Zwei Tore beim Comeback: Florian Diehl.

SCHALKSMÜHLE – Es war ein ungleiches Kräftemessen mit einem verdienten Sieger: Der TSV Bayer Dormagen setzte sich am Samstagabend vor 300 Zuschauern in der Sporthalle Löh bei der SG Schalksmühle-Halver auch in dieser Höhe verdient 33:23 (17:11) durch. Der Vorjahresmeister der 3. Liga West zeigte dabei eine hochkonzentrierte Leistung, wirkte schneller und technisch stärker. Die SGSH dagegen zeigte eine eher unterdurchschnittliche Leistung.

Probleme hatten beide Seiten vor diesem Duell gehabt. Bei der SGSH war zwar Florian Diehl erstmals wieder dabei, dafür mussten Julian Mayer (Zahn-OP) und Alex Brauckmann (krank) passen. Marc Oberste stand zwar auf dem Spielbericht, kam aber wegen seiner Entzündung im Zeh nicht zum Einsatz. Beim Gast vom Niederrhein fehlten vier Spieler aus der Stammsieben, u.a. Junioren-Nationalspieler Simon Ernst und Dennis Marquardt, der wie Oberste auf der anderen Seite auf dem Spielbericht auftauchte, aber nach seinem Muskelfaserriss geschont wurde.

Das konnte sich der Gast gut leisten. Die Dormagener waren am Löh von Beginn an hellwach, aggressiv in der Abwehrarbeit und entschlossen, jede Chance zum Tempospiel zu nutzen. Wie schon gegen andere Topteams im ersten Saisondrittel hatte die SGSH in der Rückzugsphase arge Probleme, schnell genug die Ordnung zu finden, kassierte so viel zu viele Gegentore über die erste und zweite Welle des Bayer-Teams. So stand es schon nach elf Minuten 2:6. Der SGSH-Start-Rückraum mit Dmytruszynski, Stuhldreher und Herzog fand selten eine Lücke in der 5:1-Abwehr. Später stellte Bayer um auf ein 6:0-System, was der SGSH noch mehr Probleme bereiten sollte.

Beim 5:7 (14.) war die SGSH nach der ersten Überzahl der Partie noch einmal halbwegs auf Schlagdistanz. Dann aber ging alles ganz schnell. Bis zur 25. Minute zog der Gast auf 7:15 davon. Kreisläufer Alexander Kübler (am Ende sieben Tore) war für die SGSH-Defensive dabei ebensowenig auszuschalten wie der schnelle Rechtsaußen Robin Doetsch, der unterm Strich elfmal traf. Dritte Siegversicherung des TSV war zudem Keeper Sven Bartmann, der das Duell gegen Ex-Bayer-Keeper Dominik Formella im SGSH-Tor für sich entschied.

Das 11:17 zur Pause war für die SGSH angesichts des Geschehens auf dem Feld ein Zwischenresultat, mit dem man gut bedient war. Es blieb noch eine Halbzeit – in den zweiten 30 Minuten hatte das Team zuletzt in Aurich eine tolle Aufholjagd gezeigt. Das ließ sich gegen eine Mannschaft von der Qualität Dormagens aber nicht wiederholen. Im Gegenteil: Beim 15:26 (47.) drohte sogar ein noch schlimmeres Debakel. Immerhin hielt die SGSH dagegen – vor allem Youngster Niklas Polakovs suchte nach der Pause entschieden seine Chancen und traf viermal, war damit nach Daniel Krüger (6/2) zweitbester SGSH-Werfer des Abends.

Allerdings war die Partie inzwischen kein wirkliches Kräftemessen auf Biegen und Brechen mehr. Vielmehr trudelte diese Partie, in der Jonathan Eisenkrätzer nach einem Foul beim erweiterten Gegenstoß gegen Stuhldreher noch die rote Karte sah (58.), aus. Bis zum 23:33-Endstand. Ein Abend zum Vergessen für die Gastgeber. Es hat schon Topteams gegeben, die von der SGSH mehr geärgert worden sind als der TSV Bayer Dormagen.

Thomas Machatzke

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