29:27-Erfolg im Kellerduell

Ein Abend der Emotionen mit Happyend für SGSH

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Jubel pur bei Malte Müller und Daniel Krüger.

SCHALKSMÜHLE - Es war eines jener Handballspiele, in denen die Sieger besonders ausgelassen feiern und die Verlierer besonders frustriert ins Leere starren: Die SG Schalksmühle-Halver gewann am Samstagabend am Löh das Kellerduell gegen den VfL Gladbeck 29:27 (8:10) – in einer Partie, die die SGSH eigentlich nie und nimmer für sich hätte entscheiden dürfen.

Für Gästetrainer Holger Krimphove war die Schlüsselszene eine scheinbar belanglose im fortgeschrittenen Stadium des ersten Durchgangs: Da verdrehte sich VfL-Rechtsaußen Heiko Brandes bei einem Wurfversuch das Knie. „Instabil – das ging nicht mehr. Irgendwann kannst du das defensiv nicht mehr ersetzen“, sagte Krimphove. Brandes fehlte hinten fortan ebenso wie Jonathan Geukes und Pascal Kunze, die auch passable Abwehrspieler sind, aber verletzt auf der Tribüne saßen. Nach dem Wechsel schied auch noch Sankalla verletzt aus. So bröckelte die VfL-Defensive dahin. Nicht zum Schaden der Gastgeber.

Die VfL-Defensive war das SGSH-Problem der ersten Halbzeit gewesen. Oder der SGSH-Angriff. Oder beides. Feldmann machte in diesem Angriff schon nach neun unglücklichen Minuten für Stuhldreher in der Schaltzentrale Platz. Auch auf den Halbpositionen versuchte sich wechselndes Personal mit sehr mäßigem Erfolg – nach 21 Minuten stand es 3:8. Zu diesem Zeitpunkt war es einzig einer sehr couragierten Abwehrarbeit und einem exzellenten Dominik Formella im SGSH-Tor zu verdanken, dass die SGSH überhaupt noch an etwas Zählbares denken durfte. Offensiv waren es fortan die beherzten Einzelaktionen Daniel Krügers, die die SGSH im Spiel hielten. 8:10 zur Pause – das war nach einer gefühlten 8:18-Halbzeit für die SGSH ein vorweihnachtliches Geschenk.

Wirklich besser wurde es für die Gastgeber aber auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht. Schnell stand es 10:14 (36.), bald 13:18 (42.). Zwar zeichneten sich vorne Verbesserungen ab, aber es schien auf Kosten der Defensiv-Qualität zu gehen. Die Gäste jedenfalls hatten diese Partie im Griff. Bis zum 17:21 (47.). Da waren aber noch 13 Minuten zu spielen.

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Ob es tatsächlich die Tatsache war, dass Sankalla verletzt Platz machte für Toor, oder vielleicht doch der Umstand, dass der VfL praktisch durchspielte mit einer Besetzung? Oder an der Halle, die langsam erwachte? Wahrscheinlich war es die Summe dieser Einflüsse. Dass die erneut eine Spur zu spärlich besetzte Tribüne erwachte, lag zum einen an Florian Diehl, der den Hunger auf diesen so wichtigen Erfolg in jeder seiner Aktionen leidenschaftlich auslebte und mit sieben Toren noch zum besten SGSH-Schützen werden sollte. Zum anderen aber auch weiter den Paraden Formellas. Und ein Stück weit an den Pfiffen des jungen, aber unterm Strich nicht sehr glücklichen Gespanns Brawley/Krämer aus Mainz.

Beim 23:23 (52., Krüger) war für die SGSH jedenfalls der Ausgleich hergestellt, beim 24:23 (54., Diehl) gelang die erste Führung. Nun war die Partie in Sachen Intensität und Dramatik dem Klassiker der alten Rivalen angemessen. Nach dem 27:26 musste Diehl nach dritter Zeitstrafe vom Feld (59.), Mollenhauer glich aus, Dmytruszynski gelang in Unterzahl das 28:27. Da war noch eine knappe Minute zu spielen. Der VfL spielte die Zeit herunter und dann 15 Sekunden vor dem Ende Brandes-Ersatz Andreas Hüsener frei – der aber fand in Formella seinen Meister. Im Gegenzug gelang Stuhldreher noch das 29:27. Dieser Treffer indes wäre gar nicht mehr nötig gewesen, um für maximale Stimmungskontraste vor dem Fest zu sorgen.

Thomas Machatzke

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