SGSH klettert auf Platz drei

SGSH: Nur vier Gegentore in 30 Minuten

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Überragende Leistung: Dominik Formella.

Halver – Die SG Schalksmühle-Halver ist in der 3. Liga West nun schon Tabellendritter: Gegen den bisherigen Rangvierten SV 64 Zweibrücken siegte die SGSH am Samstagabend vor 450 Zuschauern in Halver 23:17 (12:4), zudem verlor Eintracht Hagen in Minden und fiel zwei Wochen vor dem Derby hinter die SGSH auf Rang vier zurück. Neuer Spitzenreiter ist die HSG Krefeld.

Von Thomas Machatzke

Das Heimspiel gegen den Rangvierten aus der Rheinpfalz war vor allem in der ersten Halbzeit eine eindrucksvolle SGSH-Demonstration von Defensiv-Stärke. Nur vier Gegentore in den ersten 30 Minuten – ein neuer Saisonrekord aus einer anderen Handballwelt, lag die Bestmarke für Abwehrreihen doch bisher liga-weit bei acht Gegentreffern.

Natürlich spielte es der SGSH dabei in die Karten, dass Jugendnationalspieler Jerome Müller, Zweiter der Liga-Torschützenliste, aufgrund eines Magen-Darm-Virus daheim das Bett hütete. Zudem schied der bis dahin durch Jacek Wardzinski als Positionsverteidiger komplett neutralisierte Kapitän Aris Wöschler, bisher zweitbester Saisontorschütze des Gastes, in Minute 22 nach einem schmerzhaften Zusammenprall bei einer Abwehraktion gegen Florian Diehl aus. „Es aber allein darauf zurückzuführen, dass bei uns diese Spieler gefehlt haben, das ist mir zu einfach. Eine Mannschaften haben auch immer mal wieder Verletzungsproblematiken“, befand Zweibrückens Trainer Stefan Bullacher, „die Schalksmühler haben viel Video geschaut, waren bestens vorbereitet. Sie haben in der ersten Halbzeit überragend gedeckt und hatten eine überragende Torwartleistung.“

23:17-Sieg der SGSH gegen den SV 64 Zweibrücken

6:0 führte die SGSH nach 14 Minuten. Bis dahin hatte Dominik Formella bereits sieben Bälle pariert, der Gast war in 13 Angriffen ohne Torerfolg geblieben. Erst der 18-jährige Björn Zintel, der in der Rückraum-Mitte den glücklosen Florian Enders ersetzt hatte, traf erstmals zum 6:1. Doch bis zur Pause ging es für den Gast überaus schleppend weiter. Über 9:2 (19., Wardzinski) steuerte die SGSH beim 12:4 zur Pause einer Vorentscheidung entgegen.

Vorentscheidung? Danach hatte es auch in Wiesbaden ausgesehen. „Gut, dass das noch in den Köpfen war“, stellte SGSH-Trainer Mathias Grasediek später fest, "so haben wir zumindest nach der Auszeit noch einmal den Hebel umgelegt." So stolz er auf die erste Hälfte war, so wenig zufrieden war er mit dem zweiten Durchgang. „Wir haben vorne viel zu oft das Konzept verlassen und dann auch gesehen, wie gefährlich dieser Gegner sein kann“, übte Grasediek Kritik. Bis auf 14:8 (36., Hammann) und 16:11 (43., Pohland) kam Zweibrücken über gefälliges Tempospiel heran. Es wäre noch enger gewesen, wenn die Gäste bis dahin nicht noch zwei Siebenmeter (Zintel, Vallet) ausgelassen hätten.

Mathias Grasediek bemühte eine Auszeit (43.), Dominik Formella, der unangefochtene Mann des Abends, parierte gegen Enders noch eine „Marke“. So kamen die Gastgeber bald wieder auf Kurs (19:11, 48.) und führten nach 56 Minuten gar 23:14. Der Rest war noch ein bisschen Ergebniskosmetik für den Neuling vor der 360-Kilometer-Rückreise in die Rheinpfalz. Mathias Grasediek wurmte ein wenig die verlorene zweite Hälfte, aber nur ein wenig – unterm Strich stand ein verdienter Erfolg, der vierte Sieg in Serie. Da darf ein bisschen Vorfreude auf die nächsten Spiele beim Tabellenführer in Krefeld und gegen den Liga-Favoriten aus Hagen erlaubt sein.

Beste SGSH-Schützen:  Jacek Wardzinski (6/1), Malte Müller (4)

Bester SV-Schütze:  Michael Mathieu (6/2)

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