SGSH fahndet nach mentaler Stärke

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Vor dem Gastspiel in Gladbeck stellt die SGSH um Trainer Mathias Grasediek das Miteinander, die Gemeinsamkeit und den Teamspirit in den Mittelpunkt. Gemeinsam soll im Ruhrgebiet die Wende zum Guten geschafft werden.

Schalksmühle - Ist das schon wieder Abstiegskampf? Am Samstagabend trifft die SG Schalksmühle-Halver in der 3. Liga West um 19.30 Uhr in der Riesener-Sporthalle auf den VfL Gladbeck. Ein Duell der alten Rivalen, das seit dem Wochenende wieder unverhofft an Brisanz gewonnen hat.

Von Thomas Machatzke

Tabellenelfter contra -zehnter: Das sagt die Tabelle auf. Die Gladbecker haben noch drei Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze, die SGSH fünf Zähler. Eigentlich war ja geplant gewesen, dass wenigstens entweder Duisburg oder Neuss am vergangenen Wochenende verliert, die SGSH Wiesbaden bezwingt. Dann wären es nun neun Punkte. Falsch gedacht. „Mich haben ja alle für einen Zweckpessimisten gehalten“, sagt Mathias Grasediek, „aber wir haben doch schon alle so viele Endphasen einer Saison erlebt. Mich überrascht das nicht. Die einen werden nachlässig, die anderen sind noch richtig heiß. So kommen Ergebnisse zustande, die keiner erwartet hat. Das heißt aber auch, dass wir auf der Zielgeraden auch noch Teams schlagen können, gegen die man so nicht damit rechnet.“

Der Reinarz-Jäger aus Gladbeck

Die Sache mit der Torjäger-Krone ist noch nicht entschieden in der 3. Liga West. Noch sieht es zwar so aus, als ob Hagens Linksaußen Jens-Peter Reinarz seinen Titel aus der Vorsaison verteidigen könnte – doch die Gefahr droht aus Gladbeck: Max Krönung hat mit 153 Saisontoren derzeit „nur“ 18 Tore Rückstand auf Reinarz. In neuer Krönung-Lesart heißt das: So einen Rückstand könnte er in einer Partie aufholen. Vor zwei Wochen beim Gladbecker Heimsieg gegen Krefeld setzte Max Krönung nämlich genau diesen Maßstab: 18 Tore in nur einem Spiel erzielte er und war der Vater des Sieges. „Sensationell“, nannte Krefelds Trainer Olaf Mast den Krönung-Auftritt. Beim 33:36 in Zweibrücken am Vorwochenende fehlte Krönung dann – der 24-jährige Polizist musste Dienst schieben beim Revierderby zwischen dem BVB und Schalke. Ohne Krönung war es ein ausgezeichnetes Resultat fürs Deffte-Team. Ohne Krönung trat der VfL auch am 18. Oktober am Löh an, seinerzeit war der Polizist beim Schalker Abendspiel gegen Hertha BSC Berlin gebunden. Die SGSH siegte 25:22. Am Samstag gegen ein Gladbecker Team mit Krönung dürfte die Aufgabe noch weitaus schwieriger werden für die SGSH.

So weit will Grasediek indes gar nicht denken. „Wir konzentrieren uns ganz aufs nächste Spiel, volle Pulle“, sagt er, „gegen Gladbeck geht immer alles. Das wissen wir nur zu gut.“ Trotz der Heimschlappe gegen Schlusslicht Wiesbaden möchte der Trainer sein Team sogar in einigen Punkten an den Auftritt anknüpfen sehen. „Kämpferisch war das gut“, sagt er, „aber 20 technische Fehler sind absoluter Highscore für uns.“ Für das Gastspiel in Gladbeck fordert er deshalb: Mehr Präzision und weniger Risiko. Dazu eine so engagiert arbeitende Abwehr wie zuletzt, eine gute Torwartleistung und vor allem eine deutliche Steigerung im Abschluss. „Da merkt man einfach, dass das Selbstvertrauen fehlt“, sagt er, „da helfen nur Erfolgserlebnisse.“

Konkret am Gegner festgemacht heißt dies für den Samstagabend: Die Abwehr – ganz gleich in welchem Format – wird die Kreise des besten Rückraumduos der Liga (Max Krönung/153 Saisontore und Thorben Mollenhauer/130) einengen müssen. Vorne wird die SGSH Lösungen gegen die 3:2:1-Abwehr des Deffte-Teams finden müssen. Beim 25:22 im Hinspiel gelang dies nur bedingt. Diesmal ist Christian Feldmann wieder dabei. Das freut Grasediek, doch der Umstand, dass ihm im Rückraum mit Diehl und Rydz sein „dynamischer Teil“ weiter fehlt, macht ihm auch Kopfzerbrechen. „Mateusz hat bisher nur lockeres Lauftraining absolviert, aber wenn es für fünf bis zehn Minuten möglich ist, werden wir es probieren. Das würde uns helfen“, sagt der Coach, „denn vorne sind wir von unseren Möglichkeiten aktuell schon sehr begrenzt.“

Ansonsten setzt die SGSH auf der Zielgerade der Saison auf mehr Teamspirit. „Wir müssen enger zusammenrutschen“, sagt Mathias Grasediek, „mehr auf Gemeinsamkeit und das Miteinander setzen.“ Letzteres ist das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung von Mannschaft, Trainerstab und Vorstand am Dienstag. Teamspirit, Selbstvertrauen – die mentale Komponente soll es nun richten. Nach 4:18-Punkten in Folge wäre ein Sieg in Gladbeck nicht nur einfach ein Sieg. Er wäre vor allem eine sehr süß schmeckende Medizin.

SGSH: Skabeikis, Formella – Feldmann, Rydz (?), Dmytruszynski, Wardzinski, Jansen, Krüger, Fleischhauer, Müller, Mayer, Buff, Luciano, Oberste

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