Derby in der Enervie-Arena

In Hagen geht es für die SGSH um Bonuspunkte

Rückkehr in die Enervie-Arena: Maciej Dmytruszynski half vor einem Jahr noch der Eintracht, die 3. Liga zu halten. Am Freitagabend möchte er mit der SGSH in Hagen zwei Punkte entführen. - Fotos: Baankreis

SCHALKSMÜHLE - 133 Tage sind vergangen seit jenem letzten Samstagabend im August, an dem sich die SG Schalksmühle-Halver in der Drittklassigkeit zurückgemeldet hat. 24 SGSH-Toren standen seinerzeit 32 Tore für den VfL Eintracht Hagen gegenüber. Es war ein Derby. Und es war eine Demonstration der Stärke des ungeliebten Nachbarn. Ein Einstand, den man sich so nicht wünschen kann.

„Die Hagener haben uns direkt im ersten Spiel etwas vor Augen geführt, was uns die gesamte Hinserie begleitet hat: Die Qualität im Umschalten, die Anforderungen ans Rücklaufverhalten in der 3. Liga“, sagt Mathias Grasediek heute, „in diesen Punkten waren sie diese acht Tore besser. Deshalb ging das Ergebnis auch in Ordnung. Und eines ist klar: Wenn wir es diesmal nicht besser machen in diesem Bereich, dann werden wir auch diesmal gegen Hagen chancenlos sein.“

Aber die SGSH will es am Freitagabend ab 20 Uhr in der Enervie-Arena besser machen – sie will den Favoriten ärgern. Und wenn es dann am Ende einen oder zwei Bonuspunkte gäbe, so würde man den Zuschlag im Gästelager vor den so schweren nächsten Wochen gerne nehmen.

„Die Lage ist relativ komfortabel“, sagt Grasediek, „es ist ein Auswärtsspiel. Hagen steht in der Tabelle vorne. Von uns erwartet man nichts. Aber wir haben den Anspruch, es besser zu machen. Ich weiß, dass wir mehr können als das, was wir im Hinspiel gezeigt haben. Gegen Hagen – das sind doch immer Spiele gewesen, in denen immer alles geht.“

Fernab von Tempospiel und Rücklaufverhalten gibt es zumindest Indizien aus dem Personalbereich, die der SGSH ein bisschen Mut machen. Im Hinspiel fehlte beim Grasediek-Team Daniel Buff, Maciej Dmytruszynski war angeschlagen und spielte nur in der Abwehr. Im Rückspiel nun ist die SGSH komplett. Auch Niklas Polakovs ist nach einer guten Trainingswoche eine Option. Feldmann (Schulterprobleme), Stuhldreher (Knieprobleme) und Brauckmann (Trainingsrückstand) sind nicht ganz fit, aber zur Verfügung stehen letztlich alle 16 Akteure. „Die Entscheidung, wer dabei ist, werde ich erst vor dem Spiel treffen“, sagt Grasediek. Und er ergänzt: „Unserem Umschaltverhalten gilt auch das Hauptaugenmerk bei der Aufstellung der Mannschaft.“ Mit anderen Worten: Es werden die Akteure spielen, die in der Regel am schnellsten zurücklaufen können.

Eintracht ohne Lukas Tebbe

Ein anderer Aspekt ist, dass von jenen zwei Spielern, die der SGSH im Hinspiel die meisten Schwierigkeiten bereitet haben, diesmal einer fehlt: Linkshänder Lukas Tebbe – im Hinspiel sechsfacher Torschütze – fällt bei der Eintracht nach einer Schulter-Operation bereits seit Monaten aus. Der andere SGSH-Problemfall, Eintracht-Spielmacher Simon Ciupinski, dagegen ist dabei. Seine Kreise gerade in der zweiten Welle einzudämmen – das ist eine der Hauptaufgaben, die auf die SGSH-Defensive am Freitagabend zukommen wird und die gelöst werden muss, wenn es zur Überraschung reichen soll.

Dass die SGSH unterschätzt werden könnte – damit rechnet man im Gästelager nicht. Eher schon mit einem hochmotivierten Gastgeber. „Mit den letzten Ergebnissen wird man in Hagen nicht zufrieden sein“, sagt Grasediek, „dazu kommt, dass die Eintracht nur zweimal im Jahr vor so einer Heimkulisse spielt. Die Mannschaft wird darauf brennen, eine eindrucksvolle Leistung abzuliefern.“ Brennen wird indes auch die SGSH. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für ein heißes Derby.

Thomas Machatzke

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