SGSH: Erfreuliches und Ausbaufähiges

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Gute Premiere: Natko Merhar.

Schalksmühle -  Es hätte ein Saisonstart nach Maß werden können, wurde es aber nicht: Nach dem 28:28 (15:12)-Remis gegen die HSG Lemgo II dominierte im Lager der SG Schalksmühle-Halver das Hadern mit einer verpassten Gelegenheit.

„Die letzten Minuten sind einfach ärgerlich. Wir haben uns solide abgesetzt, die Führung mühselig erarbeitet“, stellte Cheftrainer Mathias Grasediek mit dem Abstand von zwei Tagen fest, „bis zur 45. Minute war das alles okay, und dann haben wir das Spiel selbst zerlegt.“

In Sachen Konzentration und Motivation attestierte der Herdecker seinem neu formierten Team trotzdem einen sehr guten Auftakt: „Was gefehlt hat, das waren 20 Minuten der Aufgabenerfüllung“, sagt Grasediek, „20 Minuten, in denen einfach nur gemacht wird, was vorgeben wird. Das hat uns am Ende diesen Punkt gekostet.“

So war das Kräftemessen mit dem Gast aus dem Lipperland ein typisches Einerseits-Andererseits-Spiel: Einerseits war da die Freude über die positiven Aspekte. Darüber, dass Kristian Eskericic trotz seiner Fußverletzung eine so eindrucksvolle Pflichtspiel-Premiere (sieben Tore) hingelegt hatte. Darüber, dass Natko Merhar direkt auf der linken Außenbahn den Turbo gezündet hatte. Und auch darüber, dass Lutz Weßeling direkt den Beweis angetreten hatte, dass er Dinge mitbringt, die dem SGSH-Spiel in der Vergangenheit gefehlt haben und die ihm in Zukunft gut tun werden. Gerade in Zeitspiel-Situationen ist der Abschluss über den Mann, der die rustikale und doch versierte Torwurf-Option verkörpert, ein willkommene Alternative.

Andererseits bemängelte der Trainer, dass es so viele Situationen gegeben hatte, in denen die SGSH in Zeitspielnot gekommen war. „Das war vielleicht nicht immer berechtigt, aber wir haben es durch unsere langsame Spielweise nach vorne auch teilweise provoziert“, sagt Grasediek, der den Referees Florian Becker und Marco Nickel eine unaufgeregte, insgesamt sehr gute Leistung attestierte. In die gleiche Richtung wie die Zeitspiel-Bewertung ging auch die Bewertung der Zeitstrafen. Acht an der Zahl hatte die SGSH gesammelt. Und wenngleich Grasediek die vorletzte, durchaus richtungsweisende gegen Christian Feldmann als Fehlentscheidung brandmarkte, sah er doch viele als sehr berechtigt an. „Wir haben uns in bereits klar verlorenen Zweikämpfen blöd angestellt, das geht gar nicht“, sagte Grasediek und war mit seiner Kritik eindeutig – in die eigene Richtung.

Baustellen im Zentrum der Abwehr und im zentralen Rückraum

Noch nicht wirklich weiter ist die SGSH bei zwei Sorgenkindern der Vorbereitung. Bei der Verteidigung gegen das Kreisläuferspiel des Gegners und zudem in der zentralen Rückraum-Mitte, in der weder Christian Feldmann noch Bastian Munkel ein glückliches Spiel ablieferten. So war vieles vielversprechend und vieles ausbaufähig am Samstagabend. Bereits am Freitag wartet die nächste Aufgabe – um 20 Uhr beim ersten Spitzenreiter der Saison in Leichlingen. 35:25 gewannen die Lorenzet-Schützlinge beim Neuling ATSV Habenhausen, zerlegten die Bremer in der ersten Halbzeit 18:6. Die Pirates sind damit der am besten gestartete Mitfavorit. Es dürfte für die SGSH gewiss kein leichteres Spiel werden als die Startpartie gegen die Bundesliga-Reserve aus dem Lipperland.

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