Punkt im Derby

Feldmann behält in den Schlussekunden die Nerven

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Ließ in der ersten Halbzeit noch zu viele Großchancen ungenutzt: SGSH-Youngster Florian Diehl, der sich beim Remis in Hagen nach Wiederbeginn aber wie die Teamkollegen steigerte.

HAGEN - Ein verwandelter Siebenmeter von Christian Feldmann acht Sekunden vor dem Ende sicherte der SG Schalksmühle-Halver am Freitagabend vor 1200 Zuschauern in der Enervie-Arena einen Punktgewinn beim VfL Eintracht Hagen. So glücklich dieser Teilerfolg auf der Zielgerade war, so verdient war er mit Blick auf das gesamte Drittliga-Derby.

Von Thomas Machatzke

Die erste Halbzeit war geprägt davon, dass beide Teams vor allem die Stärken des anderen einzudämmen versuchten. Die SGSH opferte den normalen Spielaufbau einer Variante mit zwei Kreisläufern (Buff, Luciano). Das war der Abwehr-Aufstellung und einer schnellen Rückzugsphase ohne Wechsel geschuldet. Die Hagener beorderten ihrerseits Sonnenberg und Kraus als Positionsverteidigern zu Diehl und Dmytruszynski. Die Folge daraus: Die SGSH-Angriffsdarbietung war ein zunächst uninspiriertes Suchen nach Lösungen. Dazu kam, dass Mayer und Krüger zwei Siebenmeter ausließen.

Hinten hatte der Gast trotz großer Leidenschaft und einem guten Tempo im Rückzug zunächst Probleme mit den Schlagwürfen von Simon Ciupinski. Nach 21 Minuten machte Skabeikis für Formella im Tor Platz, und der nahm den Hagenern fortan diese gefährliche Waffe. So verkürzte die SGSH, die ab dem 2:6 (16.) lange deutlicher zurückgelegen hatte, peu a peu bis zum 9:11-Pausenstand. Es hätte sogar ein Pausenremis sein können, wenn Florian Diehl auch nur die Hälfte seiner Großchancen an Keeper Nippes vorbeigebracht hätte.

Nach der Pause änderte sich im Spiel der SGSH vieles zum Besseren. Die Partie war nun nicht mehr gar so zerfahren wie in den ersten 30 Minuten. Das spielte dem Gast in die Karten. Die Defensive vor einem ganz starken Formella stand weiter ausgezeichnet. Beim 12:12 durch Julian Mayer war der erste Ausgleich geschafft. Auch zahlreiche Wechsel brachten eher frischen Wind als dass der Faden verloren gegangen wäre.

Die Hagener dagegen hatten große Mühe im aufgebauten Angriff, und das Tempospiel war weitestgehend abgemeldet. Beim 15:17 (Buff, 47.) schien die SGSH sogar auf die Siegerstraße einzubiegen. Eine doppelte Zeitstrafe gegen Buff und Luciano löste bei der Eintracht aber kurzzeitig die Blockade (18:17, 49.). Dann aber kehrte die SGSH zu ihrem Spiel zurück und drehte den Spieß durch Polakovs, Müller und Feldmann zum 18:20 (52.), die SGSH-Anhänger standen nun – das Team aber blieb danach sieben Minuten lang ohne Tor. Bis auf 22:20 (Berblinger, 59.) enteilte so der Favorit. Die Partie schien nun verloren. Und es passte zu einem hektischen Derby-Abend, dass sie es doch nicht war. Diehls 22:21 konterte Sonnenberg noch zum 23:21. Da waren es nicht mal mehr 40 Sekunden. Die aber reichten der SGSH. Krüger und Feldmann – mit dem ersten Siebenmetertor im vierten Versuch – sorgte für rot-weiße Glücksgefühle am Ischeland.

Eintracht: Nippes, Halfmann – van Walsem, Kraus (4), Szymanowicz (3), Pütz (4/3), Renninger (4), Wilhelm (1), Ciupinski (3), Lütgenau, Sonnenberg (2), Berblinger (2/1), Henkels

SGSH: Formella, Skabeikis – Diehl (5), Dmytruszynski (3), Oberste, Krüger (2), Hermann, Luciano (2), Stuhldreher, Buff (3), Mayer (3), Müller (1), Feldmann (3/1), Polakovs (1)

Schiedsrichter: Brückner (Bottrop) und Zimmermann (Königsforst)

Zeitstrafen: Eintracht 2+ rote Karte gegen Pütz (59:52) wegen Verhinderung einer klaren Torchance – SGSH 5 Beste Spieler: Nippes, Kraus (1. HZ), Renninger – Formella, Buff,

Zuschauer: 1200

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