Handball: 3. Liga West

Vor dem Fest geht es für die Dragons an die Nordsee

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Das Hinspiel gegen die Handballer aus Varel gewannen Fabian Hecker und die Dragons am Löh deutlich 29:21.

Schalksmühle - Seit dem Saisonstart am 26. August hat Handball-Drittligist SGSH Dragons wie alle Liga-Konkurrenten exakt ein spielfreies Wochenende gehabt: Am 5./6. Oktober ruhte der Handball für die SGSH.

Der Jahreskehraus bei der HSG VTB Altjührden am Samstag um 17 Uhr ist das 17. Spiel am 18. Wochenende in Folge. „Ja“, sagt Trainer Stefan Neff, „wir freuen uns jetzt auf die Pause. Das war schon eine lange Strecke. Alle anderen freuen sich auch.“ Die Gastgeber aus Varel – gespielt wird in der Manfred-Schmidt-Sporthalle – hatten ihre kleine Zäsur am 10./11. November. Ansonsten ging es auch für sie nonstop durch eine Spielzeit, die in den ersten vier Monaten aufgrund der Heim-WM im Januar noch enger getaktet war als üblich. 

Für Stefan Neff und seine Dragons sind es vier äußerst erfolgreiche Monate gewesen, zu denen zum Abschluss eine Niederlage an der Nordsee gar nicht passen würde. Der Neuling aus Altjührden ist mit 7:25 Punkten Drittletzter und steuert der Rückkehr in die Nordsee-Oberliga entgegen. Mithin ein Gegner, gegen den ein Tabellenzweiter gewinnen sollte. „Wir fahren auch nicht mit Angst nach Varel“, sagt Neff, „aber unsere Antennen sind aufgestellt nach dem Altjührdener Punktgewinn in Leichlingen. Diese Aufgabe wird sehr unangenehm. Da bin ich sicher. Mit der Mannschaft aus dem Hinspiel ist die HSG nicht mehr zu vergleichen.“ 

Letzteres hat zwei Gründe: Zum einen hat sich der Verein nach der schwachen Hinserie von Trainer Ivo Warnecke getrennt. Seit drei Spielen ist Co-Trainer Ralf Koring in der Verantwortung, hat schon so manches probiert. Neuerdings gehört eine 4+2-Abwehr zum Repertoire der Nordlichter, eine Abwehr, die dem LTV Probleme machte. Zwar übergibt Koring Anfang Januar an Christian Schmalz und tritt wieder ins zweite Glied zurück, gegen die Dragons indes ist er noch der verantwortliche Coach. Der zweite erhebliche Unterschied zum Hinspiel: Man hat an der Nordsee nach dem Fehlstart nachgerüstet und Lukas Kalafut beim Zweitliga-Nachbarn Wilhelmshavener HV losgeeist, damit das maue Rückraum-Spiel nachhaltig belebt (77 Tore in elf Spielen, bester Torschütze der HSG). 

Der Slowake Kalafut ist zurückgekommen zu seinem Verein – dorthin, wo sein Vater Peter Kalafut die Vareler Handballer einst zurück in die 2. Bundesliga führte. Altjührden und die 2. Bundesliga: Das hatte eine lange Tradition. 24 Zweitliga-Spielzeiten stehen in der Vereins-Historie, mehr Jahre in der 2. Bundesliga weisen nur Emsdetten, Hüttenberg und Aue vor. Allerdings ist das lange her. In der Gegenwart hat man in Varel gerade den sportlichen Super-GAU, den Abstieg in die Viertklassigkeit, hinter sich. Und nun gestalten sich die Dinge in der 3. Liga West mit einer jungen Mannschaft schwierig. 

Immerhin: Unter Koring gab es in drei Spielen nur eine Niederlage, daneben zwei Unentschieden gegen Langenfeld und in Leichlingen. Mutmacher. Unangenehm findet Stefan Neff die Aufgabe auch wegen der Halle und der Fans im Norden. „Hölle des Nordens“ hieß die 1000 Zuschauer fassende Sportstätte einst zu Zweitliga-Zeiten. Die SGSH gastierte dort bislang zweimal: Im Oktober 2013 siegte die SGSH als Aufsteiger in Varel 27:23. Im September 2015 verlor man 23:25. Und nun? Das Hinspiel dominierten die Dragons beim 29:21 eindeutig. 

Im Rückspiel wartet ein Underdog, der mit „Mut, Herz und Leidenschaft ins letzte Spiel des Jahres gehen“ will (O-Ton Sportchef Christopher Deters). Neff, der mit der SGSH erstmals in Varel spielt, weiß um den zu erwartenden Widerstand, fordert aber noch einmal Vollgas und zwei Punkte auf der bisher weitesten Saisonreise. Bereits um 10 Uhr geht’s los am Samstag. Vor Weihnachten und WM-Pause wartet noch einmal ein langes Miteinander im Bus auf das Dragons-Ensemble. Eine letzte lange Reise vor der wohlverdienten Pause.

Ohne Hüller und Bleckmann

Der Kader SGSH Dragons für das Spiel in der Manfred-Schmidt-Sporthalle ist derselbe, der zuletzt gegen die HSG Bergische Panther nicht über ein 22:22 hinausgekommen ist. Lukas Hüller fehlt aufgrund seines Nasenbeinbruchs ebenso wie David Bleckmann aufgrund seines Kahnbeinbruchs in der linken Hand. „Wir sind aber so stark genug aufgestellt, wissen um unsere Stärken“, sagt Trainer Stefan Neff. Als Ausreden werden die beiden Ausfälle nicht gelten gelassen. 

Dragons: Vukas, Plessers – Merhar, Schetters, Diehl, Klasmann, Brüning, Hecker, Ruskov, Sackmann, Jorajuria, Luciano, Prior

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