SGSH: Die Sorgen werden realer

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Die Körpersprache stimmte am Sonntag bei Achim Jansen (links), Nicholas Plessers und der SGSH, doch für Zählbares reichte es im Gastspiel bei der HSG Lemgo II trotzdem nicht. J Foto: Machatzke

Schalksmühle - Die Wochenenden im Advent sind in der 3. Liga West nicht die Wochenenden der SG Schalksmühle-Halver gewesen. Vier Niederlagen kassierte das Grasediek-Team in Serie und hat nun mit 13 Pluspunkten gerade noch zwei Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Weihnachts-Tristesse.

Advent, Zeit der Ankunft – angekommen ist die SGSH vorerst wieder im erweiterten Tabellenkeller. Die neuen Sorgen sind sehr reale. Es geht nicht mehr nur darum, dass die eigenen Ziele ob der Verletztenmisere aus den Augen verloren worden sind, es geht auch nicht mehr um Stimmungen oder Imagefragen. Es geht ganz konkret gegen den Abstieg. Ein aus den vergangenen Jahren vertrautes Thema, das die SGSH doch eigentlich hinter sich gelassen zu haben schien.

Die Niederlage in Lemgo passte in diesem Kontext gut zu den verkorksten vergangenen Monaten. Nicht alles war schlecht, was die SGSH ablieferte, im Gegenteil. Auch kämpferisch war dem Team kein Vorwurf zu machen. Und doch reichte es nicht, hatten die jungen Lipperländer der Schlussviertelstunde die besseren Antworten. „In der entscheidenden Phase haben wir auch zwei, drei entscheidende Pfiffe gegen uns nach einer über 40 Minuten sehr guten Leistung der beiden Schiedsrichter“, stellte SGSH-Trainer Mathias Grasediek fest, „das ist bitter. Aber unterm Strich müssen wir auf uns selbst schauen. Wir werfen da zweimal den Ball ins Aus, bringen in doppelter Überzahl keinen Ball im Tor unter. Wir machen einfach zu viele Fehler.“

Eine mentale Frage? Ein Problem ist jedenfalls die aktuell fehlende Fähigkeit, in jenen Phasen, in denen enge Partien entschieden werden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Unter dem wachsenden Druck, dass jeder Fehler das Spiel in eine bestimmte Richtung lenken kann, gelingen der SGSH Dinge nicht mehr, die vorher noch gelungen sind. Es fehlt ein Stück weit die Abgezocktheit und vielleicht nach der jüngsten Niederlagen-Serie auch ein Stück weit Sicherheit. Sicherheit, die die jungen Spieler der HSG Lemgo II hatten.

Natürlich spielt auch der Mangel an Alternativen eine Rolle. „Die anderen Mannschaften registrieren es auch, dass wir seit Wochen ohne gelernten Linksaußen spielen...“, sagt Grasediek. Genauso schmerzt das Fehlen eines gelernten Regisseurs. Nicht generell, denn Malte Müller macht seine Sache ja durchaus ordentlich. In engen Phasen aber fehlt dem jungen gelernten Kreisläufer noch die Erfahrung, das Spiel der SGSH konkret in die richtige Richtung zu lenken. Seine Nebenleute – allen voran Lutz Weßeling – sind ebenso jung und meist ebenso kräftemäßig gezeichnet von 45 bis 50 Minuten Volldampf.

Florian Ludwig bleibt beim Drittliga-Team

So hofft Grasediek nun mit der Pause auf die Rückkehr des Personals. Anfang Januar sollten auf jeden Fall Maximilian Büchel und Florian Diehl wieder voll ins Training einsteigen. Und auch die Premiere von Todor Ruskov im SGSH-Trikot steht bevor. Gerade Ruskov mit seiner Erfahrung und seinen Abwehrqualitäten dürfte ein ganz wichtiger Eckpfeiler in den nächsten Monaten werden. Wann dagegen Natko Merhar (Schambein-Entzündung) und Christian Feldmann (Schulterverletzung, Hüftprobleme) zurückkehren, ist fraglich.

Feldmann saß in Lemgo auf der Bank. Zehn Minuten das Spiel ordnen, vielleicht mal einen Siebenmeter werfen – das war die Idee. Am Ende aber entschied sich Grasediek auch des Spieltempos, das Spezialistenwechsel sehr stark einschränkte, gegen diese Option. Sollte Feldmann tatsächlich noch länger ausfallen, so würde Max Büchel im neuen Jahr wohl mehr mit in die Verantwortung rücken. Neben Eigenbrodt und Büchel soll zudem mit Florian Ludwig ein weiterer Spieler, der gerade der Jugend entwachsen ist, im Kader bleiben. Ludwig ist da aktuell der einzige gelernte Linksaußen, er soll weiter seine Chance bekommen.

Ins Training steigt die SGSH nach einer kurzen Pause am 5. Januar wieder ein. Das nächste Spiel findet am 16. Januar gegen den Tabellendritten Leichlingen in Halver statt. Danach geht es zum Halbzeitmeister nach Fredenbeck. Es ist nicht der Auftakt, den sich ein Team wünscht, das im Abstiegskampf steckt. Eher das genaue Gegenteil.

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