Handball

Drittliga-Planungen: Vier Pläne in Tiemanns Schublade

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Für Julian Borchert, Natko Merhar und Christopher Klasmann geht die Vorbereitung erst am 1. Juli los. Bis dahin halten sich die SGSH-Drittliga-Akteure individuell fit.

Schalksmühle – Rien ne va plus: Nichts geht mehr in Sachen Drittliga-Meldung: Seit Freitag liegen dem Deutschen Handball-Bund die Meldungen der potenziellen Starter vor. Am Montagabend will der DHB im Rahmen einer Videokonferenz das Feld sichten und dann am Dienstag die 72 Männer- und 64 Frauen-Mannschaften für das neue Spieljahr 20/21 bekanntgeben.

Vor Juni allerdings wird es keine Staffel-Einteilungen geben, wie Andreas Tiemann im Vorfeld feststellt. Der Spielleiter der vier Drittliga-Staffeln der Männer, der im ostwestfälischen Hille zu Hause ist, muss sich da noch ein wenig gedulden, was gleich mehrere Gründe hat. Zum einen ist es so, dass sich Vereine, die ihre Meldung fristgerecht abgegeben haben, noch bis zum 31. Mai anders entscheiden können und dann einen Platz in der Oberliga oder – im Falle des Leichlinger TV, der gerade an einem tragenden Zukunftskonzept arbeitet – in der Regionalliga (Nordrhein) sicher hätten. 

„Für diesen Fall, dass noch eine der 72 Mannschaften doch nicht antreten sollte, wird es eine Nachrückerliste geben“, sagt Tiemann, der auf jeden Fall die 72 Mannschaften, die angepeilt sind, komplett bekommen möchte. 

Diese Frist ist allerdings nicht der einzige Grund, der zur Geduld mahnt. Mindestens genauso schwer wiegt die ausstehende Entscheidung, wann es überhaupt losgehen kann mit dem Spielbetrieb. Hierbei ist der DHB von den Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene abhängig. Was ist ab wann erlaubt? Eine Hängepartie allemal. „Ich habe vier Pläne in der Schublade“, sagt Tiemann, „einen für einen Saisonstart im September, einen für den Oktober, einen für den November und einen für den Januar. Und wenn es die Adventszeit werden sollte, dann stricken wir auch noch schnell einen fünften…“ 

Sollte die Saison im September oder Oktober beginnen können, dann könnte man normal mit vier 18er-Staffeln für den Männerbereich planen. Ab November würde die Zeit zu knapp, denn die Saison muss – da ist die Spielordnung nicht verändert worden – bis zum 30. Juni 2021 beendet sein. Sollte man erst im November oder gar Januar starten können, dann würde es mehr Staffeln und weniger Teams pro Staffel geben. Mehr ins Detail mag Tiemann nicht gehen. 

Tiemann plant auch den Spielbetrieb für den HV Westfalen

Der Ostwestfale plant nicht nur die Drittliga-Saison, auch in Westfalen hat er seine Tätigkeit als Chef der Spieltechnik verlängert. „Die Aufgabe jetzt in dieser Zeit weiterzugeben, wäre nicht so gut gewesen“, sagt Tiemann, der durch die neue Staffelleiter-Tätigkeit auf DHB-Ebene in Westfalen eigentlich kürzertreten wollte. Diesen Planungen hat die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. So ist der 20. Mai für Tiemann der nächste Tag mit besonderer Bedeutung. Bis dahin müssen alle Teams in Westfalen erklärt haben, ob sie Aufstiege und auch Nicht-Abstiege annehmen. 

Danach wird eine Saison geplant werden müssen, die ob der veränderten Mannschaftszahlen pro Spielebene so schwer zu planen sein wird wie noch nie. In einem Punkt aber sieht Tiemann die Arbeit im HV Westfalen sogar als möglicherweise leichter an: Durch die in Bundesvergleich führende NRW-Rolle in Sachen Corona-Lockerungen hält er einen Saisonstart im September in Westfalen sogar für wahrscheinlicher als in der 3. Liga, in der man alle Einschränkungen in allen Bundesländern bedenken muss. „Vielleicht können wir am Ende ja sogar den 15. September halten“, sagt Tiemann und hofft nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen wieder. Die Hausaufgaben hat er gemacht. Nun bleiben Warten und Hoffen. Immerhin.

SGSH Dragons: Meldung steht, Trainingsstart am 1. Juli

Die SGSH Dragons haben fristgerecht ihre Meldung für die 3. Liga in der Spielzeit 2020/21 abgegeben. „Wir haben eine veränderte Situation und hoffen nun auf einen halbwegs normalen Saisonstart“, sagt Manager Mark Wallmann, „dadurch wäre die Situation etwas entspannter.“ Die Dragons haben in der Corona-Pause ihre Hausaufgaben gemacht: Trainer und Kader stehen unverändert bereit für die neue Saison. 

Wobei auch die SGSH von der Krise natürlich wirtschaftlich betroffen ist. „Das Lob geht da aktuell an die Mannschaft, alle haben zusammengehalten und auch verzichtet“, sagt Wallmann, „ohne das wäre es auch nicht gegangen.“ Den Trainingsstart hat die SGSH auf den 1. Juli verlegt. „Wir wissen noch nicht, wann die Saison beginnt, aber es wird sicher später sein als eigentlich geplant“, sagt Wallmann, „Warum sollen wir die Ersten in der Halle sein? Das muss nicht sein. Natürlich machen die Jungs auch im Moment was und halten sich fit – allerdings noch allein.“

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