Wende in der Relegationsfrage

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Für den Soester TV – hier im Heimspiel gegen die SGSH – gewinnt der Blick auf Tabellenplatz 14 eine neue Bedeutung. Anders als in den Durchführungsbestimmungen festgelegt, lässt die Spielleitende Stelle der 3. Liga unmittelbar nach der Saison eine vorsorgliche Abstiegsrelegation der Tabellen-14. und nicht der Rang-13. spielen.

Schalksmühle - Der Deutsche Handball-Bund und die Abstiegs- und Aufstiegsangelegenheiten in der 3. Liga: Auf der Zielgeraden der Saison sind dies immer spannende Geschichten.

Am Dienstag erreichte die SG Schalksmühle-Halver eine E-Mail von Staffelleiter Michael Kulus. Der Inhalt: Die SGSH wurde angeschrieben als einer der Vereine, auf die eine vorsorgliche Abstiegsrelegation zukommen könnte am 7. und 8. Mai. Allerdings nicht für den Fall, dass die SGSH am Ende Rang 13, also den viertletzten Platz belegt...

Angeschrieben von Kulus wurden alle Vereine, die am Ende möglicherweise 14., also Drittletzter, werden könnten. Auch dies ist rechnerisch für die SGSH durchaus noch möglich. Unsere Zeitung hatte in der Dienstagausgabe von einer vorsorglichen Abstiegsrelegation der Viertletzten beim Südvertreter berichtet. Genauso sehen es die Durchführungsbestimmungen des DHB in Absatz 18.2 vor. Die Relegation der Tabellen-13. werde nötig, heißt es dort, wenn es neben den vier sportlichen Absteigern aus der 2. Bundesliga einen weiteren wirtschaftlichen Absteiger in die 3. Liga gebe. Das könnte aktuell ganz konkret der HSV Hamburg sein. So weit, so gut.

Michael Kulus nun beschreibt in seiner E-Mail an die betreffenden Vereine aber eine Relegation der Drittletzten. Die Gründe hierfür sind nicht näher erläutert. Klar ist aber, dass sich die Vereine bis zum 15. April zurückmelden müssen, um ihre Bereitschaft zur Teilnahme für den Fall des Falles zu erklären. Sollten sich drei oder vier Drittletzte zurückmelden, finden die Spiele am 7./8. Mai beim Südvertreter statt. Sollten es nur zwei Drittletzte sein, so würde die Relegation in Hin- und Rückspiel am 5. und 8. Mai ausgetragen. Klar ist damit aber nun wohl: Selbst auf dem drittletzten Platz gibt es Hoffnung, noch die 3. Liga zu halten.

Hoffnung für Soest und Gummersbach

Etwas mehr Hoffnung aktuell vor allem für Soest und Gummersbach/Derschlag II, deren Rückstand auf den Viertletzten, die SGSH, ja bereits drei bzw. vier Punkte beträgt. In den Durchführungsbestimmungen des DHB heißt es zwar in Absatz 18.2: „Aus jeder Staffel steigen am Ende der Saison zunächst die Mannschaften auf den Tabellenplätzen 14, 15 und 16 (Männer) bzw. 12, 11 und 10 (Frauen) ab…“ Was eindeutig klingt, relativiert der DHB allerdings direkt in Absatz 18.4: „Freie Plätze in der 3. Liga 2016/17 (bei weniger als zwölf Aufsteigern aus den Oberligen und/oder Verzicht/keine Teilnahmemeldung von qualifizierten Mannschaften der 3. Liga bzw. 2. Bundesliga, sonstige frei werdende Plätze) werden zwischen den Tabellen-14. (Männer) bzw. Tabellen-10. (Frauen) der Saison 2015/16 durch Entscheidungsspiele … ausgespielt…“

Was das nun für die Viertletzten bedeutet? Auf Anfrage unserer Zeitung schreibt Kulus, dass „nach dem derzeitigen Stand keine Relegation der Tabellen-13. stattfindet.“ Mit Blick auf die Relegation der Rang-14. weist Kulus ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine vorsorgliche Relegation handele.

Die Durchführungsbestimmungen lassen schlussendlich der Spielleitung ohnehin alle Möglichkeiten, im abschließenden Absatz 18.8 heißt es: „Bei einem Überhang an Teilnehmern in der 3. Liga 2016/17 (höhere Zahl an Absteigern aus der 2. Bundesliga als Aufsteiger aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga) entscheidet die Spielkommission bzgl. weiterer Maßnahmen.“

Dass weniger als vier Mannschaften aus der 3. Liga aufsteigen wollen – dieser Fall allerdings ist vom Tisch. Inzwischen haben sechs Drittligisten die Lizenz-Unterlagen eingereicht und Aufstiegswilligkeit signalisiert – jeweils zwei aus den Staffeln Ost (TV Hüttenberg, HC Elbflorenz), Nord (Dessau-Roßlauer HV, Potsdam) und Süd (HSG Konstanz, SG Leutershausen) und kein einziger Vereine aus der 3. Liga West, in der die SGSH zu Hause ist. Klar ist damit, dass die Meister Ost, Süd und Nord aufsteigen – die jeweiligen Zweitplatzierten treffen sich am 7./8. Mai zur Aufstiegsrelegation, deren Anliegen damit aktuell schon deutlich konkreter ist als in der Abstiegsfrage…

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