Handball, 3. Liga

Das Derby als „hässliches Spiel“

Handball 3. Liga West SGSH Dragons
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Luca Jannack (links) im Duell mit Brian Gipperich: Vor allem der Ex-SGSH-Keeper zeigte im Derby eine starke Leistung.

Am Ende stand für den Handball-Drittligisten SGSH Dragons am Freitagabend ein 23:19 (10:9)-Derbysieg in der Sporthalle am Habicht im Mendener Stadtteil Lendringsen. Der Saisonstart ist mit 4:0 Punkten damit rundherum gelungen. Ein sportlicher Leckerbissen war das Gastspiel der Dragons bei der SG Menden Sauerland Wölfe allerdings zu keinem Zeitpunkt.

Menden - „Ein hässliches Spiel“, stellte Gästecoach Mark Schmetz nach den 60 Minuten fest: „Aber auch die muss man erstmal gewinnen.“ Tatsächlich sprach vieles vor dem Anpfiff für die Gäste, die zwar auf Diehl und Bleckmann verzichten mussten, aber immerhin Linkshänder Gipperich, dessen Einsatz lange fraglich war, dabei hatten. Die Gastgeber hatte es relativ härter getroffen, denn bei ihnen waren beide etatmäßigen Spielmacher zum Zuschauen verurteilt: Bei Christian Klein ging gar nichts, Tim Brand warf nur die Siebenmeter. In der Rückraum-Mitte führte so Markus Schmitz Regie, der im Sommer aus Bommern gekommen war.

Als dazu nach vier Minuten Hauptshooter Max Klein nach einem harten Einsteigen der Gästeabwehr erst einmal für eine gute Viertelstunde angeknockt pausierte, war für die SGSH die Video-Vorbereitung irgendwie nutzlos. Auf einmal stand ihr nämlich ein ganz anderes Team gegenüber. Wölfe allerdings, die kämpften wie Löwen. Und die einen Schalksmühler in ihren Reihen hatten, der es seinem Heimatverein besonders schwer machte: Luca Jannack blieb in vielen 1:1-Duellen teils spektakulär Sieger, auch dreimal beim Siebenmeter. Eine Klasseleistung des Youngsters.

Ex-SGSH-Keeper Luca Jannack mit starker Leistung

So entwickelten sich die Dinge viel zäher für den Gast als es die Konstellation eigentlich versprochen hätte. Zur Pause stand dank des treffsicheren Tobias Schetters nur eine knappe 10:9-Führung zu Buche. Und auch nach dem Wechsel wurde es nicht besser, im Gegenteil. Die Mendener hatten Lunte gerochen. Angesichts der stumpfen Waffen in der Offensive hatte sich Trainer Ingo Stary schon vor dem Wechsel für den konsequenten Einsatz des siebten Feldspielers in der Offensive entschieden. Das machte aus dem Wölfe-Angriff auch nichts wirklich Furchteinflößendes, aber es änderte den Charakter der Partie.

„Wenn es nach mir ginge, könnte man morgen den siebten Feldspieler verbieten“, stellte Mark Schmetz fest, „ich habe noch nie ein attraktives Spiel damit gesehen. Das Spiel wird breit und langsam. Aber ich verstehe Ingo Stary natürlich. Es war das richtige Mittel aus seiner Sicht.“

Schmetz-Team im Kollektiv zum Erfolg

Die Partie blieb so bis zum 18:19-Zwischenstand (52., Schneider) völlig offen. Vielleicht wäre für die Wölfe sogar noch mehr drin gewesen, wenn sie nicht so häufig Pech mit Pfosten und Latte gehabt hätten, zudem Ante Vukas wie sein Gegenüber Jannack eine starke Leistung zeigte. So jedenfalls bog die SGSH mit Vukas, einem nach dem Wechsel starken Christopher Klasmann und nun auch viel Kampfgeist im Kollektiv doch noch auf die Zielgerade ein.

Nach Kleins 19:21 (55.) holte sich erst der Mendener Hüne einigermaßen dumm beim Zurücklaufen eine Zeitstrafe ab, dann entschärfte SGSH-A-Jugend-Keeper Michal Gorlas einen Siebenmeter von Tim Brand. Kleine Mosaiksteine zum Happyend für den Gast. Gegen die finale offene Manndeckung der Mendener machten Michel und Dommermuth mit ihren Treffern dann endgültig alles klar.

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