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Das Derby als Machtdemonstration der Dragons

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Von: Axel Meyrich

3. Liga SGSH Dragons TuS Volmetal
Einer von etlichen Faktoren, die im Derby glasklar für die SGSH Dragons sprachen: Torhüter Ante Vukas zeigte eine ganz starke Leistung. © Sebastian Lahmer

So etwas nennt man wohl eine sportliche Machtdemonstration. Mit 36:23 (17:11) entschied Handball-Drittligist SGSH Dragons am Samstagabend das Derby gegen den TuS Volmetal für sich. Der Gast aus Hagen-Dahl war chancenlos, während die Schmetz-Sieben es schaffte, Feiermodus und seriöse Konzentration auf das Wesentliche bis zum Ende zu einer erfolgreichen Symbiose zusammenzuführen.

Halver - Allenfalls zwei Wermutstropfen gab es an diesem Abend aus Sicht der Gastgeber. Zum einen den Umstand, dass Publikumsliebling Natko Merhar, der in seine kroatische Heimat zurückkehrt, das letzte Spiel vor den eigenen Fans bestritt. Zwei Treffer gelangen dem Kroaten, der während und nach dem Spiel frenetisch gefeiert wurde. Zweiter Punkt: die Zuschauerzahl. Gerade einmal 400 Fans wollten das Derby sehen. Die, die da waren, sorgten für Klasse-Stimmung, doch der fehlende Zuspruch zeigt auch, dass die Corona-Pandemie tiefe Spuren hinterlassen hat.

Wildunfall der Schiedsrichter

Wie dem auch sei: Die SGSH begann im 5:1-Abwehrsystem mit Jan König auf der Spitze und wusste im hellwachen Kollektiv zwei Akteure in ihren Reihen, die sofort heiß liefen. Torhüter Ante Vukas und Linkshänder Fabian Hecker agierten vom verspäteten Anpfiff an - den Unparteiischen Matthias Hallmann und Lars Lieker war auf der Fahrt nach Halver ein Wildschwein vors Auto gelaufen - mehr als nur hellwach. Vukas hielt, Hecker traf und die SGSH führte bei Volmetals erster früher Auszeit nach nicht einmal einer Viertelstunde mit 9:4.

Man kann ein Derby verlieren, aber man darf sich nicht dermaßen abschlachten lassen.

Marc Rode (Trainer TuS Volmetal)

Um Nuancen wurde es anschließend besser bei den Gästen, die inzwischen die 6:0-Abwehr zugunsten eines 5:1-Systems verlassen hatten, doch Zugriff auf die Partie bekam die Rode-Sieben nie wirklich. Drei vergebene Siebenmeter, technische Fehler, Schwächen im Abschluss von den Außenpositionen - die Problemfelder waren große. Der Coach selbst brachte es anschließend auf den Punkt. „Die Niederlage geht auch in dieser Höhe in Ordnung“, so Rode, „klar ist aber auch: Man kann ein Derby verlieren, aber man darf sich nicht dermaßen abschlachten lassen.“

Handball, 3. Liga SGSH Dragons Tobias Schetters
Top-Torschütze im Derby für die Dragons: Linksaußen Tobias Schetters, dem zehn Treffer gelangen. © Sebastian Lahmer

Denn genau das passierte mit leichter Verzögerung nach Wiederanpfiff. Volmetal suchte sein Heil im Tempohandball mit einer noch offensiveren Abwehr und zwischenzeitlich auch mit dem siebten Feldspieler, verkürzte durch Kai Ferber auch noch einmal auf 20:16, doch was in der Vorbereitung noch gut funktioniert hatte, lief an diesem Tag letztlich ins Leere. Die SGSH nämlich blieb gelassen, fand Lösung über Lösung. Passsicheres Durchstoßen bis zu den Außen - hier trafen Top-Torschütze Tobias Schetters und Moritz Frenzel nach Belieben - oder einlaufende Außen: Mehr brauchte es nicht, um die TuS-Abwehr auszuhebeln. Und weil im Rückraum Christopher Klasmann und Fabian Hecker den Kollegen auf den Flügeln in kaum etwas nachstanden, wurde es immer deutlicher.

Die Fans jedenfalls hatten ihren Spaß und Mark Schmetz tat alles, um diese Stimmung noch zu pushen. Natko Merhar bekam seine Abschiedsminuten vor eigenem Publikum, Florian Diehl feierte sein Comeback nach langer Verletzungspause und der eingewechselte Torhüter-Youngster Tjark Döscher wurde für drei schöne Paraden bejubelt.

Handball, 3. Liga: Natko Merhar SGSH Dragons
Abschied vom Publikumsliebling: Natko Merhar bestritt im Derby gegen den TuS Volmetal sein letztes Spiel vor den eigenen Fans. © Sebastian Lahmer

Und dann war Schluss. Geknickte Gäste, für die der Druck vor dem Leichlingen-Spiel deutlich wächst, auf der einen Seite und ein Drachen-Team, das immer mehr Gefallen an dieser Saison zu finden scheint, gleich nebenan - die Derby-Kontrahenten haben spätestens seit Samstag gänzlich unterschiedliche Wege eingeschlagen.

Beste Torschützen: Tobias Schetters (10/3), Fabian Hecker (7) und Christopher Klasmann (6) für die Dragons sowie Kai Ferber, Julius Blümel und Dominik Domaschk (alle je 4) beim TuS.

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