Handball, 3. Liga Nord-West

23:34-Packung: Dragons ergeben sich in der Nordfrost-Arena in ihr Schicksal

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Ernste Blicke: Kapitän Alexandre Brüning und Co-Trainer Hans-Peter Müller.

Wilhelmshaven - Die fünfte Niederlage im fünften Spiel des Kalenderjahres 2020 war eine erwartbare: 23:34 (13:17) unterlag Handball-Drittligist SGSH Dragons beim Liga-Überflieger Wilhelmshavener HV und verpasste das erhoffte sportliche Ausrufezeichen.

Auf der Zielgeraden der Saison bestimmt nicht selten die Addition verschiedener Faktoren das Ergebnis. In der Nordfrost-Arena trafen Zweitliga-Potenzial mit hohem Fokussierungsgrad aufs Ziel Aufstieg auf 0:8-Punkte-Verunsicherung mit Fokussierung aufs Saisonziel Klassenerhalt der Reserve - Brian Gipperich und Cedric Geitmann sollten lieber der Verbandsliga-Reserve helfen und verhalfen ihr auch tatsächlich zum 28:25-Sieg in Hombruch, was SGSH-Trainer Mark Dragunski am Ende als positivsten Aspekt des Abends herausstellte. Auf jeden Fall war der Gast vor gut 1000 Zuschauer in der Nordfrost-Arena am Ende komplett chancenlos.

Am Anfang sah es sogar noch recht manierlich aus für das Dragunski-Team. Bis zum 5:5 verlief die Partie ausgeglichen, kam der WHV nicht recht ins Rollen, dafür traf Tobias Schetters für die SGSH traumhaft sicher. Als sich dann Florian Diehl beim Defensiv-Zweikampf gegen Bartosz Konitz einen Cut über dem Auge zuzog und ausschied, nahm das Schicksal seinen Lauf.

Für Diehls Aufgabenbereich gab es keinen adäquaten Ersatz im Kader. Weder für die Abwehrmitte im 6:0-Block neben Kai Bekston noch für die Kreisläufer-Rolle in der Offensive, in der sich bis zur Pause Kai Bekston versuchte, nach einem kurzen Diehl-Comeback in Durchgang zwei Natko Merhar. Notlösungen. Doch Notlösungen sind gegen einen Gegner mit dem Potenzial des Köhrmann-Teams selten das Mittel der Wahl.

Bis zur Pause führte der Spitzenreiter mit seinem Tempo die SGSH-Defensive phasenweise vor und warf ein 17:13 heraus. Offensiv hatte immerhin Dominik Spannekrebs, der für Christopher Klasmann gekommen war, viele gute Momente, so dass das Ergebnis zur Pause noch achtbar war.

Dragunski: "Aber man muss bis zum Ende kämpfen..."

Nach dem Wechsel verkürzte der im Abschluss sehr sichere Frenzel vom Siebenmeterpunkt auf 17:14, doch dann zogen die Gastgeber auf 23:16 davon (39.). Wenn es zur Pause noch Zweifel am Sieger des Abends gegeben hatte, waren diese nun ausgeräumt. Und damit folgte die Phase des Spiels, die Mark Dragunski nachhaltig verärgerte.

„Wilhelmshaven ist im Grunde ein Zweitliga-Team, keine Frage“, stellte der Ex-Nationalspieler fest, „dagegen darf man verlieren, aber man muss bis zum Ende kämpfen. Das habe ich nicht gesehen, und darüber werden wir reden müssen.“

Borchert-Paraden und die alltägliche Überlegenheit des Überlegenen

Beeindruckt und desillusioniert fügte sich die SGSH nun in ihr Schicksal. Delic, Drechsler, Stabljic und Co bauten den Vorsprung bis zum 34:23-Sieg aus und mussten sich dafür gar nicht besonders strecken, im Gegenteil: Beim Gegenstoß ließen sie noch zweimal den eingewechselten Julian Borchert glänzen, und auch sonst war es kein WHV-Rausch, eher die alltägliche Überlegenheit des Überlegenen. Nichts Besonderes unterm Strich, vom erhofften Besonderen waren die Dragons an diesem Abend ganz weit entfernt…

Beste WHV-Werfer: Delic (6/3), Pust (5), Konitz (4), Schauer (4) - beste SGSH-Werfer: Klasmann (6/2), Schetters (5), Frenzel (5/2), Spannekrebs (4)

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