Handball

Eine Reise in die Geschichte

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Dragan Tubic strebt mit den SGSH Dragons am Sonntag in Nordhemmern den dritten Sieg im dritten Spiel an. Der letzte Sieg der Handballer aus Halver und Schalksmühle in Nordhemmern liegt fast zehn Jahre zurück.

Schalksmühle – Als die SGSH noch nichts mit Drachen zu tun hatte, gab es eine Zeit, in der LIT Nordhemmern quasi ein Dauerrivale der Handballer aus dem Sauerland war. Es gab feurige Regionalliga-Duelle, einen packenden Oberliga-Zweikampf um den Aufstieg, später Drittliga-Duelle zwischen den Ost- und Südwestfalen. Das ist lange her.

Das letzte Drittliga-Gastspiel der SGSH in der kleinen, aber feinen Grundschulhalle im Hiller Stadtteil Nordhemmern datiert vom 20. November 2010. Die SGSH stieg am Ende der Saison unglücklich ab und kehrte bald in die Drittklassigkeit zurück. LIT verabschiedete sich eine Saison später (11/12) als chancenloses Schlusslicht aus der Drittklassigkeit und verbrachte fortan sieben Spielzeiten im westfälischen Oberhaus. An jenem November-Samstag im Jahr 2010 führte ein gewisser Daniel Gerling LIT zum 25:24-Sieg. Dieser Tage sitzt Daniel Gerling, der torgefährliche Spielmacher von einst, auf der LIT-Bank und ist als Trainer der Vater der neuen Erfolgsgeschichte. Im rechten Rückraum spielt heute Jannik Gartmann. Der war seinerzeit sehr jung, steuerte aber 2010 auch schon immerhin ein Tor zum knappen LIT-Sieg bei.

Am Sonntag um 17 Uhr also gibt die SGSH ihre neue Visitenkarte mit dem Dragons-Symbol auf dem platten Land ganz tief in Ostwestfalen ab. Es hat sich vieles geändert. Auch LIT Nordhemmern (seinerzeit noch LIT Nordhemmern/Mindenerwald) hat einen neuen Namen, heißt nun LIT Tribe Germania, was ein sperriger Kunstname ist. Der VfB Holzhausen zählt inzwischen auch zu den Stammvereinen. Es ist vieles neu und doch ein Duell mit viel Geschichte, allerdings einer, die die heutige SGSH-Entourage zum Großteil, wenn überhaupt, nur aus Erzählungen kennt. In der Gegenwart trifft der Tabellenführer vom Löh in Hille auf den Tabellenfünften. LIT ist mit einem Sieg gegen Volmetal und einem Remis in Augustdorf (nachdem man lange Zeit klar geführt hatte) gut gestartet. Stefan Neff überrascht das keineswegs. „Ich traue Nordhemmern als Aufsteiger eine ähnlich starke Rolle zu wie im vergangenen Jahr dem TuS Spenge“, sagt der SGSH-Trainer, „auf jeden Fall ist das für uns im bisherigen Saisonverlauf die höchste Hürde, die es zu überspringen gilt.“

Erfahrener Lette im Abwehr-Innenblock

Der Aufsteiger, der mit 48:4-Punkten überaus überlegen den Aufstieg realisierte, hat eine gewachsene Truppe. Der 39-jährige Lette Evars Klesniks, der in seiner Blütezeit für Wetzlar, Essen, Minden und Eisenach auf höchstem Niveau spielte, ist noch immer ein Qualitätsfaktor, gerade als Chef im Abwehr-Innenblock der 6:0-Deckung. Die Linkshänder Jannik Oevermann und Jannik Gartmann (ehemals im erweiterten Nettelstedter Kader) bilden eine ganz starke rechte Angriffsseite. Am Kreis ist mit Moritz Rodenkirchen ein gestandener Drittliga-Akteur vom TSV GWD Minden II dazu gekommen, der nach dem Karriere-Ende von Dauerbrenner Stefan Möhle diese Vakanz ausfüllen soll.

Kurzum: Die Aufgabe in Hille wird eine knackige für die SGSH Dragons. „Nordhemmern ist nicht Wilhelmshaven, wir wollen den Gegner nicht größer reden als er ist. Natürlich wollen wir am Ende vor dieser Mannschaft stehen und haben auch das Ziel, beide Punkte mitzunehmen“, sagt Stefan Neff, „aber unter den vorherrschenden Bedingungen wird das am Sonntag ganz sicher kein Zuckerschlecken.“ Ein Zuckerschlecken waren derweil Siege in Hille eigentlich nie. Der letzte Drittliga-Sieg übrigens ist fast zehn Jahre alt: Die SGSH gewann am 27. September 2009 mit einem überragenden Christian Feldmann (8) und einem ganz starken Daniel Buff (7) in Nordhemmern 31:29. Es war ein Nachmittag im September, so wie diesmal. Vielleicht ein gutes Omen für den Drittligisten aus Halver und Schalksmühle.

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