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Erster Punktverlust im ersten Spiel ohne Cheftrainer Stefan Neff

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Von: Thomas Machatzke

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Christopher Klasmann, bester SGSH-Werfer des Abends, gratuliert Kevin Wendlandt zum Punktgewinn, der Rest der Auricher ist außer Rand und Band. © Thomas Machatzke

Schalksmühle – Böse Überraschung: Vier Tage nach der Beurlaubung von Cheftrainer Stefan Neff kam Handball-Drittligist SGSH Dragons gegen den Liga-Neuling OHV Aurich nicht über ein 23:23 (11:8)-Unentschieden hinaus. Es ist der erste Verlustpunkt für die Dragons in dieser Saison, nach dem am Ende über allem die Frage stand: Wäre das mit Stefan Neff auch passiert?

Natürlich war dem neuen Trainerduo Hans-Peter Müller/Matthias Reckzeh das Remis nicht anzulasten – dass es eine Folge der Woche war, betonte Müller aber sehrwohl. „Von halb acht bis neun war heute bei uns die komplette Unruhe. Wir waren nervös, haben nie zu unserer Ruhe gefunden“, sagt der erfahrene Übungsleiter und gratulierte dem Gast fair, „dieser Punkt ist hochverdient. Wir haben heute nicht gegen einen Neuling gespielt, sondern gegen den Tabellenvierten…“

Zur Wahrheit des Abends gehörte allerdings auch, dass dieser Tabellenvierte lange vor allem offensiv nicht wie ein Topteam auftrat. Die Dragons-Defensive hatte den OHV-Rückraum gut im Griff, die Außen trafen kaum. Und vom Siebenmeterpunkt behielt Julian Borchert, der überraschend den Vorzug vor Ante Vukas bekommen hatte, dreimal gegen Schweigart, Pliuto und Crnic die Oberhand und avancierte zum Mann der ersten Halbzeit. Die Dragons brannten zwar kein Feuerwerk ab, aber sie führten 6:2 (14.) und 8:3 (18.). Es roch nicht nach einer Überraschung.

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Drei gehaltene Siebenmeter in Durchgang eins: Julian Borchert. © Thomas Machatzke

Als Kai Bekston schon nach 22 Minuten die zweite Zeitstrafe kassierte, kam der Gast auf 8:7 und 9:8 heran. Die SGSH baute die Defensive und mit ihr auch den Angriff um, der OHV legte seine Scheu ab, justierte im Rückraum nach. Dass Diehl und Klasmann zum 11:8 zur Pause trafen, war nach holprigen 30 Minuten fast zu hoch. Doch das Gefühl, dass die Gastgeber trotz aller Probleme die Oberhand behalten würden, blieb auch in Durchgang zwei.

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Als Cedric Geitmann für Kai Bekston kam, rückte Florian Diehl vom Kreis in den Rückraum und machte seine Sache gut. © Thomas Machatzke

Die zweite Halbzeit sollte offensiv die noch deutlich schlechtere werden. Die Rechtsaußen-Position blieb tot, dem Rückraum-Spiel hätte nun Kapitän Alexandre Brüning in der Spielsteuerung gut getan, doch der fehlte aufgrund einer Halsentzündung. So war es nun vor allem ein starker Christopher Klasmann, der das Spiel mit Einzelaktionen trug, und daneben immerhin noch Natko Merhar. Die übrigen SGSH-Werfer scheiterten immer wieder am ausgezeichneten Frederick Lüpke, dem vielleicht besten Akteur des Abends.

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Starke zweite Halbzeit: Christopher Klasmann (8/2). © Thomas Machatzke

Bis zum 15:14 (41.) blieb die Partie extrem zäh, dann schien das Pendel zugunsten der SGSH auszuschlagen, was auch mit drei sehr glücklichen Pfiffen in Folge zu tun hatte (Stürmerfoul Wendlandt, technischer Fehler Schweigart, Zeitstrafe Wendlandt). Es war eigentlich das Matchglück, dass die Dragons brauchten. Sie sagten danke und legten wieder auf 18:14 vor (47.). Und doch kehrte auch jetzt keine Ruhe ein. Im Gegenteil: Der Vorsprung schmolz erneut, beim 22:22 glich der gute Groß 54 Sekunden vor dem Ende aus.

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Eiskalt vom Siebenmeterpunkt: Jonas Schweigart. © Thomas Machatzke

Hans-Peter Müller nahm die letzte Auszeit 37 Sekunden vor Schluss. Die Dragons spielten die Uhr danach herunter und Lukas Hüller am Kreis frei, der vier Sekunden vor Schluss zum 23:22 traf. Alles perfekt. Doch der OHV schlug zurück – schnelle Mitte, Schweigarts Kreisanspiel auf Maxim Pliuto, die SGSH-Defensive im Raum. Die Zeit war um, doch der Gast bekam einen Siebenmeter, an dessen Berechtigung es nichts zu beanstanden gab.

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Konnte es nicht mitansehen: Hans-Peter Müller. © Thomas Machatzke

Die Zuschauer standen, die Halle kochte, doch Jonas Schweigart blieb eiskalt und verwandelte zum 23:23-Endstand. Das war gerecht, allerdings eine Punkteteilung, die nur eine Seite ausgelassen feierte. Für die andere fühlte sich dieses 23:23 nach einer schweren Woche an wie eine Niederlage. 

Beste SGSH-Werfer: Klasmann (8/2), Schetters (5), Hecker (3) – beste OHV-Werfer: Schweigart (8/4), Staszewski (3)

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