Kleine Chance auf das Besondere

+
Im Hinspiel knöpfte Fabian Hecker mit dem Dragons-Team dem Spitzenreiter aus Wilhelmshaven um Ex-SGSH-Kreisläufer Stanko Sabljic (links) einen Punkt ab.

Schalksmühle - Es ist die letzte große Herausforderung der Saison: Am Samstag sind die SGSH Dragons beim unangefochtenen Spitzenreiter der 3. Liga Nord-West, Wilhelmshavener HV, zu Gast. In der Nordfrost-Arena (Anwurf 19.30 Uhr) könnte das Dragunski-Team nach dem kapitalen Fehlstart ins Sportjahr 2020 (vier Spiele, 0:8 Punkte) ein Ausrufezeichen setzen. Ein Signal mit der Botschaft, dass man eigentlich doch viel besser ist als zuletzt gezeigt.

Allerdings hat der Ex-Bundesligist von der Nordsee daheim noch eine blütenweiße Weste. Die Wilhelmshavener streben mit 41:3 Punkten bei sechs Zählern Vorsprung auf Stefan Neffs Hagener einsam dem Meistertitel in der Nord-West-Staffel entgegen und wollen danach auch die Relegation erfolgreich gestalten, um die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga zu realisieren.

Kann ausgerechnet eine zuletzt arg aus dem Tritt gekommene SGSH diesen Überflieger stoppen? „Das ist natürlich brutal schwer gegen den WHV, der gerade zu Hause eine Macht ist mit seiner starken Abwehr und dem guten Tempospiel“, sagt SGSH-Coach Mark Dragunski, „aber es ist ein Spiel, auf das wir uns alle freuen. Partien vor so einer Kulisse – dafür habe ich doch früher Handball gespielt. Die Jungs können ohne Druck an diese Aufgabe herangehen und zeigen, was sie können…“

Kein Druck, dafür die Aussicht auf ein Alleinstellungsmerkmal, das Besondere: An Motivation wird es kaum mangeln angesichts dieser Konstellation und der vergangenen Wochen, die doch sehr am Selbstwertgefühl nagen. Tabellensechster ist das Team nur noch, möchte aber gerne noch auf Rang drei und damit in die DHB-Pokalränge klettern in den letzten acht Saisonspielen. „Was wir brauchen, ist eine besondere Euphorie, ein Teamspirit, der jeden Einzelnen über sich hinauswachsen lässt“, sagt Dragunski, „nur, wenn jeder ein absolutes Topspiel macht, haben wir eine kleine Chance.“

Im Hinspiel gelang den Dragons dies: 28:28 endete das Spiel an der Mühlenstraße. Es war auf der Zielgeraden ein glücklicher, aber nicht unverdienter Punktgewinn. Der WHV ist allerdings mit seinem neuen Ensemble inzwischen mehr als nur einen Schritt weiter (Dragunski: „Die Mannschaft hat sich inzwischen gefunden...“). Die Ergebnisse sind deutlicher als noch in der Hinrunde – gerade daheim gab es zuletzt für die Gästeteams Lektionen der besonderen Art: 35:23 gegen Leichlingen, 39:22 gegen die Bergischen Panther, 39:23 gegen Volmetal. Die 2020er-Bilanz liest sich durchaus eindrucksvoll.

Bangemachen indes gilt nicht: Die Dragons sind ausgeruhter als nach der Weihnachtspause. Durch den witterungsbedingten Ausfall des Gummersbach-Spiels und den Neusser Rückzug hat die SGSH drei spielfreie Wochenenden hinter sich seit dem 21:26 gegen Hagen am 1. Februar. „Wir haben im Training darauf hingearbeitet, wieder in den Wettkampfmodus zu kommen“, sagt Dragunski. Lange Anlaufzeit wird in der Nordfrost-Arena nicht verziehen werden.

Personell sieht es gut aus im Gästelager. Nur David Bleckmann wird weiterhin fehlen, sein Comeback rückt aber auch näher. Ob Cedric Geitmann mitfährt an die Nordsee oder der Verbandsliga-Reserve in Dortmund hilft – die Entscheidung ließ sich Mark Dragunski noch offen. Sie soll kurzfristig fallen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare