Handball, 3. Liga Nord-West

SGSH Dragons: Das erste Drittliga-Derby in Corona-Zeiten

+
Mit breiter Brust ins Derby: Die SGSH Dragons sind in Menden der Favorit.

Schalksmühle – Doppelte Premiere für Handball-Drittligist SGSH Dragons: Am Samstagabend um 19 Uhr wartet in der Kreissporthalle in Menden das erste Auswärts-Pflichtspiel in Corona-Zeiten unter entsprechenden Auflagen und gleichzeitig das erste Derby in Zeiten der Pandemie.

Vieles wird neu sein im Kräftemessen mit der SG Menden Sauerland Wölfe. Allen voran die Zuschauerzahl: Mutierte die Kreissporthalle in der Vergangenheit gerne zu einer Art Hexenkessel, wenn die Handballer aus Halver und Schalksmühle zu Gast waren, so wird die 1200 Zuschauer fassende Sportstätte nun spärlich besetzt sein. Im vergangenen Heimspiel gegen Minden II waren 290 Zuschauer dabei. Gästefans sind nicht erlaubt.

Sei’s drum: Der Dragons haben dieser Tage andere Probleme. Der Ausfall von David Bleckmann (Mark Schmetz: „Dass es sich nur als Innenbandanriss herausgestellt hat, ist ja sogar fast eine gute Nachricht. Trotzdem ist es eine bittere Erfahrung für David. Es ist so traurig für ihn, er hatte sich gerade herangekämpft…“) dezimiert den kleinen Kader weiter. Ohne Bleckmann und Bekston umfasst dieser gerade noch zwölf Aktive. Dazukommen könnte A-Jugend-Youngster Christopher Börner, der in dieser Woche mit der 1. Mannschaft trainiert hat.

Dafür fehlten im Training andere: Natko Merhar (krank) ebenso wie Brian Gipperich (krank). Florian Diehl stieg am Montag ins Training ein, bekam dann aber einen Schlag in die Bauchregion ab und brach das Training ab. Dazu blieb am Montag ein Auto mit drei Spielern auf dem Weg zum Training liegen. „Das war eine schwierige Trainingswoche“, sagt Trainer Mark Schmetz, „man kann da nur in der Kleingruppe arbeiten, ein Spiel kann kaum simuliert werden…“ Der Niederländer bleibt trotzdem positiv. 

Noch in dieser Woche will er sich mit Axel Vormann, Mark Schür und Jan Schulz zusammensetzen und ausloten, welche Möglichkeiten es gibt, beim Kader vielleicht doch noch einmal nachzubessern. „Aber auch da muss man sehen, was der Markt überhaupt hergibt“, sagt er, „gibt es überhaupt was? Gibt der Verein das Okay? Was macht Sinn? Das sind die Fragen. Wenn, dann würden wir auf jeden Fall irgendwo einen jungen Perspektivspieler suchen, den man heranführen kann.“ In Menden wird Schmetz mit dem vorhandenen Kader arbeiten müssen – und bleibt auch da positiv. „Wir haben bisher Gutes geleistet. Ich habe das Vertrauen, dass wir auch in Menden Gutes leisten werden. Wir haben noch genug Leute, um das Spielfeld zu besetzen. Das kriegen wir schon hin.“ 

Nach Videoanalyse: "Das ist eine gefährliche Mannschaft"

Die Aufgabe im Nordkreis („Ein Derby ist immer etwas Besonderes…“) hält er dabei durchaus für gefährlich, auch wenn die Gastgeber in dieser Saison ein noch jüngeres Team (siehe Info-Kasten) aufs Parkett bringen als in der Vergangenheit und nach ihrem 2:4-Punkte-Start gegen die SGSH (4:0 Punkte) sicherlich der Außenseiter sind. Schmetz hat die Videos der drei bisherigen Saisonspiele (Niederlage nach ordentlicher Leistung beim Titelaspiranten in Vinnhorst, 27:19-Heimsieg gegen Minden II und Niederlage in Hamm) studiert. 

„Das ist eine gefährliche Mannschaft, die viel Druck und Tempo macht und Wert aufs Angriffsspiel legt“, sagt Schmetz, dem besonders die Achse Rückraummitte/Kreis mit Christian Klein und Rafael Dudczak gut gefallen hat. Respekt ja, Angst nein: „Wir werden uns den richtigen Plan zurechtlegen“, sagt Schmetz, „und dann wollen wir schauen, dass wir irgendwie die beiden Punkte aus Menden mitnehmen…“

Der Gegner: Ein Torwart aus Schalksmühle und drei weitere Neue

Im Derby in Menden werden vier Spieler aus der Nachwuchsarbeit der Dragons auf dem Feld stehen – mit Fabian Hecker, Florian Diehl und Christopher Börner aber nur drei beim Gast. Der Vierte ist Luca Jannack. Der junge Keeper aus Schalksmühle, der in der vergangenen Saison die Nummer drei im SGSH-Drittliga-Kader war, aber vermehrt in der Verbandsliga-Reserve spielte, wechselte im Sommer in den Nordkreis und bildet dort nun mit Kevin Peichert das Torwart-Gespann. Neben Jannack kamen Jan-Niklas Schneider aus Hagen, Lars Henkels aus Hemer und zudem als Königstransfer der 21-jährige Rückraumlinke Maurice Meurer aus Leichlingen, der bei den Wölfen Joshua Krechel (zum OSC Dortmund) ersetzen soll. Dazu verlor der Verein mit Linkshänder Mathias Zimny, Moritz Eigenbrodt und Florian Schösse drei Spieler an den neuen Klassenrivalen ASV Hamm II. Neu ist in den Menden auch der Trainer: Ingo Stary kam vom TuS Bommern und mit der Empfehlung, die Wittener gerade von der Verbands- in die Oberliga geführt zu haben. Der 35-jährige Stary, der auf Abwehrarbeit, Teamgeist und Fitness setzt, spielte selbst für TuSEM Essen. Menden ist nach der PSV Recklinghausen und Bommern seine dritte Trainerstation.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare