Handball, 3. Liga Nord-West

Defensiv-Qualität bringt den Dragons gegen Youngster-Ensemble die Wende

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Zwei Tore in der Schwalbe-Arena: Fabian Hecker.

Gummersbach – Am Ende stand am Mittwochabend ein 22:17 (12:13)-Erfolg – Pflicht erfüllt. Doch ein Glanzstück war der Auftritt von Handball-Drittligist SGSH Dragons vor 80 Zuschauern in der Schwalbe-Arena beim Kellerkind VfL Gummersbach II nicht. Im Gegenteil.

Die Dragons hatten sich auf die „schwerstmögliche Aufgabe“ eingestellt, auf Herzig, Villgrattner, Stüber und Dayan aus dem Zweitliga-Kader der Oberbergischen. Doch in der Halle war nur Zweitliga-Coach Torge Greve, der seinem Personal im Zeichen der Belastungssteuerung den Drittliga-Abend nicht gestattet hatte. Stattdessen standen elf A-Junioren des VfL auf dem Spielbericht, sieben davon aus dem Jungjahrgang. 

Die Youngster deckten direkt von Beginn an offen bis zur Mittellinie, was die Dragons nicht davon abhielt, in ihrerseits ungewohnter Aufstellung auf 2:6 davonzuziehen (13.). Ungewohnt auch deshalb, weil Christopher Klasmann (Grippe) kurzfristig ebenso passen musste wie Cedric Geitmann (krank). So fing Dominik Spannekrebs im linken Rückraum an und widerlegte die offene Abwehr im Alleingang. Mit Merhar für Schetters und Borchert für Vukas hatte Mark Dragunski im Vergleich zum Spiel in Burscheid weitere Umstellungen vorgenommen – unterm Strich allerdings bekam diese Formation in der Folge defensiv die Dinge nicht mehr in den Griff. 

Als beim VfL in der Rückraummitte A-Jugend-Jungjahrgang Julius Fanger kam und dessen Mitspieler den anfänglich spürbaren Respekt ablegten, hatte die SGSH defensiv doch arge Probleme mit dem Tempo der technisch versierten Youngster. Dass Gummersbach II – nun mit nicht mehr so offensiver Abwehr – durch Fanger in der 30. Minute 13:12 in Führung ging und dieses Ergebnis mit in die Pause nahm, es war kein Kompliment für das, was die Gäste zwischen der 13. und 30. Minute abgeliefert hatten. 

Vukas, Bekston und Schetters als Väter des Sieges

Doch es blieben 30 Minuten, die 10:4 an die Dragons gehen sollten. Die Väter des Erfolges waren drei Defensiv-Eckpfeiler, die in Durchgang eins gar nicht auf der Platte gestanden hatten. Zuvorderst Ante Vukas, der im zweiten Durchgang ein Torwartduell auf hohem Niveau gegen den guten René Krouß für sich entschied. Daneben aber auch Tobias Schetters (vorne in ungewohnter Rolle am Kreis) und der am Sonntag 30 Jahre alt gewordene Kai Bekston, die der Abwehr nun den nötigen Halt gaben. Aus einem 14:12 (32.) wurde so ein 14:18 (45.), aus einem 16:18 (47.) ein 16:22 (60.) und schließlich nach Thiems letztem VfL-Tor der 17:22-Endstand. 

Die Gummersbacher hatten sich vorne nach dem Wechsel die Zähne ausgebissen, waren zweimal knapp 13 Minuten lang ohne Tor geblieben. Eine kleine Lehrstunde für das junge Gummersbacher Ensemble, das trotzdem am Ende keineswegs enttäuscht hatte. Und die SGSH? Sie hatte die Kurve gekriegt, keineswegs aber der Offensive wegen. „Vorne war das schwierig, in Teilen in der zweiten Halbzeit grob fahrlässig“, bekannte Mark Dragunski und haderte auch mit zwei vergebenen Siebenmetern. Aber nur ein bisschen – unterm Strich blieben die zwei Pluspunkte. Da wollte Dragunski an einem Mittwochabend in der Fremde nicht zu streng sein.

Die Statistik zum Spiel

VfL II: René Krouß, Dennis Stöcker (bei einem Siebenmeter) – Julius Fanger (5), Pierre Busch (4/2), Maximilian Keil (2), Ole Bisten (1), Nils Thiem (1), Oliver Perey (1), Florian Schmidt (1), Julian Athanassoglou (1), Tom Kiesler (1), Gabriel Da Rocha Viana, Torben Rueckriem, Felix Soldanski, Malte Meinhardt, Tim Malek
SGSH: Julian Borchert, Ante Vukas (ab 31.) – Moritz Frenzel (6/2), Dominik Spannekrebs (5), Natko Merhar (3), Tobias Schetters (3), Fabian Hecker (2), Florian Diehl (2), Lukas Hüller (1), Alexandre Brüning, Kai Bekston, Brian Gipperich, David Bleckmann (n.e.)
Schiedsrichter: Michael Meyer/Stephan Meyer (Mönchengladbach)
Zeitstrafen: VfL II 4 – SGSH 4
Siebenmeter: VfL II 2/2 – SGSH 2/4 (verworfen: Frenzel, Brüning)
Zuschauer: 80

Wilhelmshaven contra Hagen: Topspiel abgesagt 

Das Topspiel der 3. Liga Nord-West zwischen dem Wilhelmshavener HV und dem VfL Eintracht Hagen, das am Samstagabend in der Nordfrost-Arena stattfinden sollte, ist aufgrund der aktuellen Problematik um die Ausbreitung des Coronavirus bereits gestern Nachmittag abgesagt worden. Einen Nachholtermin gibt es noch nicht. Der Handball-Verband Mittelrhein hat zudem auch gestern sein komplettes Wochenend-Programm in allen Spielklassen abgesagt.

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